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Cocain
Kokain (auch Cocain) (2β-Carbomethoxy-3β-Benzoxytropan) ist ein Stimulans, welches aus dem Coca-Strauch gewonnen wird.

GebrauchBearbeiten

DarreichungsformBearbeiten

Der Konsum von Kokain, genauer gesagt Kokain-Hydrochlorid, als weißes Pulver durch Schnupfen ist am bekanntesten. Alternativ lässt sich auch das Zahnfleisch mit Kokain einreiben. Kokain kann auch geraucht oder intravenös gespritzt werden.

Kokain kann in Ammoniak gelöst und auf einer Alufolie verdampft werden, wodurch die Kokainbase frei wird und inhaliert werden kann (Freebase). Hierdurch setzt die Wirkung schneller ein, aber auch das Abhängigkeitspotential ist größer. Kokain mit Natriumhydrogencarbonat (Natron, Backpulver) verbacken ergibt Crack. Beim Rauchen von Crack tritt dann ebenfalls die Kokain-Base aus.

In den Ursprungsländern ist auch das einfache Kauen von Coca-Blättern verbreitet.

DosisBearbeiten

Die Menge des Wirkstoffes die vom Körper aufgenommen wird, hängt vom Applikationsweg ab. Bei oraler Aufnahme wird deutlich weniger Kokain aufgenommen als bei Schnupfen oder Injektionen.

WirkungBearbeiten

Kokain wirkt stark antriebssteigernd. Selbstwertgefühl, Kontaktfähigkeit und Libido steigen. Denkabläufe erscheinen unter Kokain beschleunigt. Hunger- und Durst- und Müdigkeitsgefühl werden gesenkt.

Es können akustische Halluzinationen auftreten, seltener auch optische. Bei stärkeren Halluzinationen kann als Gegenmittel Physostigmin gegeben werden.

Anfangs werden Ängste gelöst, dies kann aber auch in starke Angstgefühle und Paranoia umschlagen.

Auf körperliche Ebene steigen Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz an. Es kann zu einem unbemerkten Anstieg der Körpertemperatur kommen. Die Pupillen sind erweitert und die Augäpfel können hervortreten. Bei höheren Dosierungen treten Krampfanfälle, Koordinationsstörungen und Herzrasen auf.

Nach einem Kokainrausch kann es zu einer depressiven Phase kommen (Schwarzes Loch).

WirkungszeitraumBearbeiten

Die Wirkungsdauer ist stark von der Konsumform abhängig.

Bei Kokain-Hydrochlorid ("Kokain") erfolgt der Wirkungseintritt nach 2-3 Minuten und dauert zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Bei den Anwendungen der Kokain-Base (Crack, Freebase) setzt die Wirkung deutlich schneller (innerhalb weniger Sekunden) ein und hält zwischen 5 und 20 Minuten an.

PharmakinetikBearbeiten

Kokain wirkt als Dopamin/Noradrenalin/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Kokain wird in der Leber abgebaut und durch die Nieren ausgeschieden. Ein kleiner Teil wird über den Harn ausgeschieden.

RisikenBearbeiten

Kokain kann zur Überhitzung führen und belastet den Kreislauf mit steigender Dosierung. Bei hoher Dosierung, aber auch bei vorbelasteten Menschen kann es zum Herztod kommen.

Insbesondere bei mit Depressionen und Suizidgedanken vorbelasteten Personen kann das Schwarze Loch nach einem Kokainrausch extrem unangenehm sein und Suizidversuche und Klinik-Einweisungen begünstigen.

Der Körper kann mit der Zeit abbauen, was etwa auf eine unzureichende Ernährung im Zusammenhang mit dem reduzierten Hungergefühl verbunden wird. Es können Durchblutungsstörungen auftreten, welche Infarkte begünstigen. Die Krampfschwelle sinkt. Die Leber wird durch Kokain geschädigt.

In der Schwangerschaft führt Kokainkonsum zu Missbildungen am ungeborenen Kind bis hin zu Totgeburten.

Ego-FaktorBearbeiten

Bei längerem Konsum werden negative Verhaltensänderungen beobachtet. Es treten Stimmungsschankungen auf, die Konsumenten sind oft unruhig, gereizt, aggressiv, verlieren ihre Fähigkeit zur Empathie, verhalten sich egozentrisch und sind rücksichtslos. Kokain wird deshalb oft als Ego-Droge bezeichnet. Es können sich wahnhafte Gedankensysteme entwickeln.

InfektionsgefahrBearbeiten

An Schnupfröhrchen und dazu umfunktionierten Geldscheinen können Krankheitserreger haften die über die Nase in den Körper gelangen. Dies wird auch dadurch begünstigt, das Kokain die Nasenschleimhäute angreift.

Schwere Krankheiten, die so übertragen werden können sind etwa Hepatitis B und Hepatitis C.

Schnupfröhrchen sollten deshalb auf keinen Fall geteilt werden.

AbhängigkeitBearbeiten

Durch Kokainkonsum kann sich eine schwache körperliche Abhängigkeit entwickeln. Das psychische Abhängigkeitspotential wird allerdings als sehr hoch bewertet, u.a. weil Kokain direkt auf den Stoffwechsel von "Glückshormonen" wie Dopamin und Serotonin wirkt, was gemäß der Lerntheorie zu Süchten führt. Dies betrifft insbesondere die Anwendung als Freebase und Crack, da durch den schnellen Wirkeintritt die Assoziation stärker ist.

MAO-HemmerBearbeiten

Kokain darf nicht mit MAO-Hemmern konsumiert werden. Es sollten etwa 2 Wochen zwischen dem letzten MAO-Hemmer Konsum und der Einnahme von Kokain liegen.

NachweisbarkeitBearbeiten

Kokainkonsum kann zum Teil noch Wochen später durch Haaruntersuchungen nachgewiesen werden.

Medizinische AnwendungBearbeiten

Kokain wird als Lokalanästhetikum genutzt

RechtsstatusBearbeiten

Kokain fällt unter das Betäubungsmittelgesetz.

GeschichteBearbeiten

Die Blätter des Coca-Strauches wurden schon seit prähistorischer Zeit von den südamerikanischen Ureinwohnern gekaut. Bei den Inkas war Koka eine heilige Pflanze, welche von Priestern und Schamanen konsumiert wurde.

QuelleBearbeiten

  • Bernhard van Treeck: Drogen S.314ff

Verwandte DrogenBearbeiten

Tropan Tropan-Derivate (Tropane)
L-Hyoscyamin L-Scopolamin Cocain RTI-121
Hyoscyamin(Atropin) Scopolamin Cocain RTI-121
Apoatropin Belladonnin
Apoatropin Belladonnin
Stimulanzien
Vertreter
Biogen Pflanzen Rosmarinus officinalis
Arecolin
Guvacolin
Areca catechu
Cocain Erythroxylum Erythroxylum coca, Erythroxylum novogranatense
Coffein
Theobromin
Camellia sinensis, Ilex paraguayensis, Paullinia cupana, Theobroma cacao
Coffea Coffea arabica, Coffea canephora, Coffea excelsa, Coffea liberica
Cola Cola acuminata, Cola nitida,
Ephedrin Ephedra Ephedra distachya, Ephedra equisetina
Sida Sida cordifolia
Cathin
Cathinon
Catha edulis
Nicotin Nicotiana Nicotiana rustica, Nicotiana tabacum
Cytisin Laburnum anagyroides, Genista germanica, Calia secundiflora, Cytisus canariensis, Styphnolobium japonicum
Zubereitungen Betel, Crack, Tabak
Coffein
Theobromin
Schokolade, Kaffee, Tee, Schwarzer Tee, Energy-Drink, Coca-Cola, fritz-kola, Club-Mate
Amphetamine Speed, Ecstasy
Wirkstoffe Arsenik, Atomoxetin, Cocain, Modafinil, Armodafinil, Adrafinil, Mazindol, Mesocarb, Phthalimidopropiophenon, 1-Benzylpiperazin, Methylendioxybenzylpiperazin, Meta-Chlorphenylpiperazin,

Trifluormethylphenylpiperazin

Noradrenalin-Ausschütter Phenethylamine
Synephrin, Pemolin, 2C-B
Amphetamine
Amphetamin, Amphetaminil, Dextroamphetamin, 2,4-DMA, Ephedrin, Fenetyllin, Lisdexamfetamin, Methamphetamin, Methylon, Methylphenidat, MDA, MDE, MDMA, MDPV, Pseudoephedrin, 2-FA, 4-FA, Desoxypipradrol, Phentermin, Sibutramin, Phenylpropanolamin, Norpseudoephedrin
Adenosin-Antagonist Xanthine
Coffein, Theobromin, Theophyllin, Paraxanthin, IBMX
Nicotin-Agonist Nicotin (Tabak), Cytisin (Goldregen)
Wissen und Kultur
Wirkungen Wachheit, Euphorie, emotionale Verbundenheit (bei Entaktogenen)
Risiken Unruhe, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit(Anorektika), gestörter Wasserhaushalt(unterdrücktes Durstgefühl, Schwitzen), Tachykardie, Drogenpsychose, Abhängigkeit
Safer Use Pillenwarnungen
Tripberichte
Nebenwirkungen (MDPV-Tripbericht), Horrortrip, brauche Antworten.
Adrenergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Noradrenalin-Agonist‎ Mescalin
Α-Adrenozeptor-Agonist‎ Tetryzolin
Α1-Adrenozeptor-Agonist‎ Synephrin
Noradrenalin-Antagonisten Alphablocker Yohimbe
Noradrenalin-Ausschütter (NRA)

(Monoamin-Ausschütter)

Amphetamin(Speed), Cathin(Catha edulis), Cathinon, Ephedrin(Ephedra, Sida cordifolia), MDA, MDE, MDMA(Ecstasy), Methamphetamin, Methylon, Pseudoephedrin Stimulanzien
Addiktiva
Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer‎ (NERI) Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer‎ (NDRI) MDPV Antidepressiva
Serotonin-Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer‎ Cocain(Crack)
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer‎ (SNRI)
Tramadol
MAO-Hemmer (MAOI)
(Kategorie)
Moclobemid, Myristicin (Muskatnuss), Tranylcypromin, Yohimbin (Yohimbe) Antidepressiva, Wirkungsverstärker für andere Drogen
Beta-Carboline & Harman-Alkaloide (Banisteriopsis caapi (Ayahuasca), Steppenraute. Vestia foetida)
Harmin, Harman, Harmol, Harman-3-carbonsäure, Harmalin, Harmalol, 10-Methoxyharman, 10-Methoxyharmalin, 1,2,3,4-Tetrahydroharmin
Dopaminergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Dopamin-Agonisten Apomorphin(Blauer Lotus), LSD
D4-Agonisten Flibanserin
Dopamin-Ausschütter (DRA)

(Monoamin-Ausschütter)

Amphetamin, MDA, MDE, MDMA, Methamphetamin, Methylon euphorische Stimulanzien
Addiktiva
Dopamin-Wiederaufnahmehemmer‎ (DRI) 4-FA
Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI) MDPV, Bupropion Antidepressiva
Serotonin-Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer‎ Cocain(Crack)
MAO-Hemmer (MAOI)
(Kategorie)
Moclobemid, Myristicin (Muskatnuss), Tranylcypromin, Yohimbin (Yohimbe) Antidepressiva, Wirkungsverstärker für andere Drogen
Beta-Carboline & Harman-Alkaloide (Banisteriopsis caapi (Ayahuasca), Steppenraute. Vestia foetida)
Harmin, Harman, Harmol, Harman-3-carbonsäure, Harmalin, Harmalol, 10-Methoxyharman, 10-Methoxyharmalin, 1,2,3,4-Tetrahydroharmin

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