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Diethylether

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für die Stoffgruppe Ether, siehe Kategorie:Ether


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Diethylether, umgangssprachlich oft als Äther bezeichnet, ist ein Lösungsmittel welches insbesondere im 19. Jahrhundert auch als Droge gebraut wurde.

Trotz der leichten Verfügbarkeit ist der Diethylether-Konsum heute eher selten.

KonsumBearbeiten

DarreichungsformBearbeiten

Diethylether ist leicht flüchtig und hochentzündlich. Durch Einwirkung von Licht und Sauerstoff können sich Peroxide bilden, welche explosionsartig zerfallen können. Etherdämpfe sind schwerer als Luft und können sich deshalb am Boden eines Raums sammeln und einem heißen Gegenstand entzünden. Die Entzündungstemperatur von Ether liegt bei 160°C. Der Stoff erfordert einen entsprechend vorsichtigen Umgang.

Als weit verbreitete Laborchemikalie ist Diethylether leicht verfügbar.

Um einem Rauschkonsum vorzubeugen ist Diethylether oft vergällt, d.h. es sind ihm starke Bitterstoffe beigemengt.

ApplikationswegBearbeiten

Zum Konsum werden Äther-Dämpfe meist inhaliert. Dieser Applikationsweg hat den Vorteil, das der Konsument bewusstlos wird bevor eine gefährlich hohe Dosis erreicht wird und die Inhalation dann nicht fortgesetzt werden kann.

Auch das trinken von sehr geringen Mengen Diethylether, in anderen Getränken gelöst, wird praktiziert. Hierfür wird Äther z.T. auch mit ethanolischen Getränken gemischt.

WirkungBearbeiten

Diethylether ist in der Wirkung ähnlich euphorisierend und sedativ wie Ethanol, aber deutlich potenter. Es hat anästhetische und narkotisierende Wirkung und wurde deshalb vor allem in der Medizin des 19. Jahrhunderts verwendet. Auch dissoziative Wirkungen mit akustischen und optischen Halluzinationen werden beschrieben.

Der Appetit verringert sich, Muskelzittern kann auftreten, man fühlt sich allgemein schwach und matt. Der Herzmuskel wird durch Diethylether geschwächt. Es kann beim Äther-Konsum zu Schluckauf kommen.

Beim oralen Konsum treten Magenbeschwerden auf und es kann zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Beim Inhalieren hingegen werden die Schleimhäute gereizt.

Bei einer Überdosis kommt es zum Tod durch Atemdepression.

RisikenBearbeiten

MischkonsumBearbeiten

Diethylether hemmt Alkoholdehydrogenase und verzögert so den Abbau von Ethanol im Körper. Auch der Abbau von anderen Drogen, wie etwa Benzodiazepinen, wird gehemmt.

AbhängigkeitBearbeiten

Es kann sich eine starke psychische Abhängigkeit zu Diethylether entwickeln, die sogenannte Aetheromanie.

Oft wird gesagt das keine körperliche Entzugssymptome auftreten[1], andere Quellen hingegen nennen Opioidabhängigkeits-ähnliche Entzugssymptome, wie insbesondere Schlaflosigkeit, Delierium und Krämpfe[2].

PharmakodynamikBearbeiten

WirkmechanismusBearbeiten

Aufgrund der einfachen Struktur von Diethylether ist davon auszugehen, dass es ähnlich zu Ethanol sehr viele Wechselwirkungen im menschlichen Körper bewirkt.

Für die Wirkung bedeutend erscheint vor allem ein NMDA-Antagonismus, welchen Diethylether u.a. mit Ethanol und Ketamin teilt. Reine NMDA-Antagnonisten sind meist dissoziative Halluzinogene, können in geringer Dosis als Anästhetika eingesetzt werden und haben beim Dauerkonsum oft ein Abhängigkeitspotential.

Ausscheidung und AbbauBearbeiten

Dieethylether wird Teilweise ab-geatmet.

Nicht ausgeschiedener Diethylether wird durch eine Cytochrom-P450-abhängige Monooxygenase zum Hydroxy-Diethylether und danach mithilfe einer Desalkylierung zu Ethanal und Ethanol umgesetzt.

LegalitätBearbeiten

Diethylether ist legal und kann z.B. in Apotheken unter Angabe eines Verwendungszwecks erworben werden.

Im Diethylether ist im Anhang der EG-Verordnung Nr. 111/2005 zur Festlegung von Vorschriften für die Überwachung des Handels mit Drogenaustauschstoffen zwischen der Gemeinschaft und Drittländern[3] als Kategorie-3-Substanz gelistet und unterliegt damit dem Grundstoffüberwachungsgesetz, wovon allerdings nur die Ausfuhr in großen Mengen betroffen ist.

GeschichteBearbeiten

Äther erfreute sich besonders im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert großer Popularität. In Irland wurde er öfter konsumiert als Ethanol, was wohl auch an den hohen Ethenolsteuern gelegen haben dürfte. 1923 verbot das Polnische Sejm den Verkauf von Diethylether zum Rauschkonsum und 1928 wurde es in Polen als Droge eingestuft.

Heute soll Ätherkonsum noch in ein paar Regionen von Polen, der Slovakai und Litauen verbreitet sein, u.a. bei den Lemken.

WeblinksBearbeiten

ReferenzenBearbeiten

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Ether_addiction
  2. http://catbull.com/alamut/Lexikon/Mittel/Aether.htm
  3. http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2005:022:0001:0010:de:PDF

siehe auchBearbeiten

Verwandte DrogenBearbeiten

Dissoziativa
Vertreter
Biogen Pflanzen Ibogain Tabernanthe iboga, Tabernaemontana undulata, Voacanga africana
Salvinorin A Salvia divinorum
Wirkstoffe NMDA-Antagonist Arylcyclohexylamine Ketamin Ketamin, Esketamin
MXE, PCP, PCA, PCDE, PCE, PCMO, PCPr, PCPy
DXM, Diethylether, Lachgas
Ibogain
κ-Opioid-Agonist
Salvinorin A
Wissen und Kultur
Wirkungen Dissoziation, analgetisch, sensorische Blockade/K-Hole, Außerkörperliche Erfahrungen, Synästhesie
Risiken Horrortrip, Ataxie, scheinbare Bewusstlosigkeit mit Erstickungsgefahr, Neurotoxizität, Abhängigkeit
Safer Use Tripsitter

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