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Als Digitale Drogen werden technische Methoden bezeichnet, mit denen man versucht direkt Einfluss auf das Gehirn zu nehmen und so bestimmte Bewusstseinszustände herbeizuführen.

Dies geschieht meist über akustische, visuelle und seltener elektrische Reize, zum Teil werden sog. Mind machines zu diesem Zweck verkauft, oft reichen aber für akustische Reize auch handelsübliche Kopfhörer. Ist das Ziel bestimmte Gehirnwellen anzuregen, so spricht man von Brainwave entrainment.

Der Begriff "digital" bezieht sich in der Regel auf die Nutzung von heutiger Elektronik zu diesem Zweck, allerdings sind viele der verwendeten Methoden auch mit "analogen" Mitteln realisierbar.

ZielzuständeBearbeiten

GehirnwellenBearbeiten

Als Gehirnwellen sind Wellenstrukturen die im Elektroenzephalogramm (EEG), welches elektrische Felder des Gehirnes am Kopf misst, auftauchen und denen man eine Frequenz zuordnen kann. Allgemein ähnelt das EEG Signal einem 1/f-Rauschen (Pink Nois), bei denen aber die einzelnen Frequenzbereiche (Frequenzbänder) unterschiedliche Aktivität aufweisen können, was mit Gemütszuständen assoziiert ist. Entrainment setzt hier an und versucht diese Gehirnwellen zu induzieren, in der Hoffnung damit auch den verbundenen Gemütszustand zu erreichen.

aus Wikipedia:Elektroenzephalografie#Beeinflussung_der_Gehirnwellen

EEG-Frequenzbänder
Frequenzband Frequenz Zustand Mögliche Effekte
Delta 0,5 – <4 Hz Tiefschlaf, Trance
Theta Niedrig (Theta 1) 4 – 6,5 Hz Hypnagogisches Bewusstsein (Einschlafen), Hypnose, Wachträumen
Hoch (Theta 2) 6,5 – <8 Hz Tiefe Entspannung, Meditation, Hypnose, Wachträumen Erhöhte Erinnerungs- und Lernfähigkeit, Konzentration, Kreativität
Alpha 8 – 13 Hz Leichte Entspannung, nach innen gerichtete Aufmerksamkeit, geschlossene Augen Erhöhte Erinnerungs- und Lernfähigkeit
Beta Niedrig (SMR) >13 – 15 Hz Entspannte nach außen gerichtete Aufmerksamkeit Gute Aufnahmefähigkeit und Aufmerksamkeit
Mittel 15 – 21 Hz Hellwach, normale bis erhöhte nach außen gerichtete Aufmerksamkeit und Konzentration Gute Intelligenzleistung
Hoch 21 – 38 Hz Hektik, Stress, Angst oder Überaktivierung Sprunghafte Gedankenführung
Gamma 38 – 70 Hz Anspruchsvolle Tätigkeiten mit hohem Informationsfluss Transformation oder neuronale Reorganisation
 

Beeinflussung der Aktivität von HirnarealenBearbeiten

Bestimmte Hirnareale und Nerven sind mit bestimmten Funktionen assoziiert. Durch die gezielte Einwirkung auf diese Teile des Nervensystems lässt sich ihre Aktivität beeinflussen, woraus bestimmte Wirkungen entstehen könnten.

Eine Einwirkung wäre etwa mit elektrische Strömen möglich, welche etwa von außen an den Kopf angelegt werden (über die Position der Elektroden wird die Strom-durchflossene Region beeinflusst). Auch Magnetfelder können in den Schädel eindringen und mit dem Nervengewebe wechselwirken. Prinzipiell wäre es auch möglich äußere Regionen des Gehirns mit Infrarotlicht von außen zu erwärmen.

MethodenBearbeiten

AkustischBearbeiten

Binaurale BeatsBearbeiten

Am verbreitetsten sind Binaurale Beats, bei denen über Stereokopfhörer auf beiden Seiten verschiedene Sinustöne gehört werden, welche in der Frequenz leicht voneinander abweichen. Während jeder dieser Töne einzeln ein klarer Dauerton ist, ergibt sich bei der Überlagerung der Töne im Gehirn ein schwingender Klang. Es wird angenommen, dass diese Schwingung in der Lage sei, Gehirnwellen zu Induzieren.

Robert Allan Monroe propagierte u.a. Binaurale Beats als Mittel zur Hemisphärensychronisation (Markenname: HemiSync), der Erzeugung gleichartiger EEG-Signale in beiden Gehirnhälften, was er mit positiven Effekten, wie erhöhter Lernfähigkeit, luzides träumen und außerkörperlichen Erfahrungen verband.

I-DoserBearbeiten

I-Doser ist ein Markennamen unter dem Audiodateien mit angebliche drogenähnlicher Wirkung vermarktet werden. I-Doser verwendete ein Programm, mit dem der Konsum der Audiodateien limitiert wurde, Man musste sich als jede 'Dosis' neu erwerben.

Heute existieren zahlreiche Nachahmer, welche allerdings wesentlich günstiger sind, etwa Werbe-finanzierte Handy-Apps. Auch lassen sich viele Audio-Dateien im Internet runterladen oder einfach auf Youtube finden.

Solfeggio-FrequenzenBearbeiten

Als Solfeggio-Frequenzen werden eine Reihe von Sinus-Tönen bezeichnet, welchen auf mehr oder weniger esoterischer Basis bestimmte Wirkungen zugeschrieben werden[1]. Sie basieren in ihren Ursprüngen auf einer mittelalterlichen Tonleiter, welche von Guido von Arezzo (992-1050) mit Hilfe der Johannes-Hymnus[2] gelehrt wurde. Die Anfangssilben der Zeilen des Johannes-Hymnus wurden in diesen Tönen gesungen und gaben ihnen so den Namen. Die heutige Tonleiter leitet sich von diesen Tönen ab, allerdings ist die Frequenz der alten Töne unbekannt (bzw. waren die Mittel zum Stimmen der Töne weit weniger exakt als heute), weshalb Anhänger der Solfeggio-Frequenzen in der Regel andere Frequenzen als die der heutigen Tonleiter annehmen. Die Abweichung der Tonleiter wird oft mit einer Verschwörung zur Unterdrückung der heilenden Wirkung dieser Frequenzen erklärt.

Im Folgenden wird ein Beispiel[3] für die Frequenzen und ihre angebliche Wirkung angegeben, diese können allerdings je nach Quelle abweichen.

Johannes Hymnus Frequenz Zugeschriebene Wirkung
UT queant laxis 396 Hz Befreiung von Schuld und Angst
REsonare fibris 417 Hz Resonanz mit dem Universum, Veränderungen
MIra gestorum 528 Hz Wunder & Zeichen
FAmuli tuorum 639 Hz harmonische Beziehungen zu unseren Mitmenschen und Partnern
SOLlve polluti 741 Hz Erwachen der eigene Intuition
LAbii reatum 852 Hz die Rückkehr zur spirituellen Ordnung

weitere BeispieleBearbeiten

RisikenBearbeiten

Genau wie das Hören von lauter Musik, kann auch der dauerhafte laute Hören von psychoaktiven Audiodateien zu Hörschäden führen, dies ist insbesondere bei Einschlafhilfen zu bedenken.

Weitere BeispieleBearbeiten

  • Stroboskoplicht - Verwendung in Diskotheken. Risiken: Optische Reizmittel können bei Epileptikern Anfälle auslösen.
  • Sublimale Botschaften - Bezeichnung für das einbringen von Botschaften in Medien, welche unterbewusst wirken sollen. Meist eher Verschwörungstheorien.
  • Elektrische Reizung - Beispiele: Elektrokrampftherapie, Craniale Elektrostimulation, Tiefenhirnstimulation ("Hirnschrittmacher"), Elektroanästhesie, Thync (ein privatwirtschaftlich vermarktetes Gerät)
  • Magnetfelder - Transkranielle Magnetstimulation

ErfahrungsberichteBearbeiten

Anonymus777Bearbeiten

Ich hab bisher keine digitalen Drogen kennen gelernt, die mich mehr flashen als ein guter Film, gute Musik oder ein gutes Computerspiel. Allerdings kann weißes Rauschen oder eine monotone Geräuschfolgen bei Meditationsübungen oder beim Einschlafen hilfreich sein um äußere Geräusche oder die eigenen Gedanken zu übertönen.

ReferenzenBearbeiten

  1. http://skeptoid.com/episodes/4474
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes-Hymnus
  3. http://www.kein-blatt-vor-dem-mund.de/die-solfeggio-frequenzen-koerper-und-geist-mit-schwingungen-heilen/

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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