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Diphenhydramin (DPH, manchmal auch DHM) ist ein Arzneimittel aus der Klasse der H1-Antihistaminika,

welches Histamin am H1-Rezeptor blockiert und gegen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, allergische Reaktionen und Schlafstörungen eingesetzt wird.

In höheren Dosierungen kann es als anticholinerges Delirantium halluzinogene Wirkung haben.

WirkungsmechanismusBearbeiten

Diphenhydramin blockiert nicht-kompetetiv H1-Histamin-Rezeptoren, welche sowohl im zentralem Nervensystem als auch in der Peripherie vorhanden sind.

Histamin ist ein Neuromodulator, welcher zahlreiche Funktionen erfüllt. Die primäre Funktion im zentralen Nervensystem besteht darin, den Wachzustand aufrecht zu erhalten. Dies geschieht durch die Ausschüttung von Histamin und die Aktivierung des Rezeptors. Desweiteren ist Histamin an allergischen Reaktionen, wie Ausschlägen oder Juckreiz, beteiligt.

Histamin spielt zudem eine Rolle bei der Übelkeit und beim Erbrechen.

Durch die Hemmung des Histamin-H1-Rezeptors werden diese Effekte behindert, bzw. vollkommen unterbunden. Dadurch und durch die hohe Affinität von Diphenhydramin, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, erklären sich diese  ausgeprägten Wirkungen entgegen allergischen Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen und natürlich die sedierenden Eigenschaften von Diphenhydramin.

Außerdem ist DPH ein schwacher Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und darf somit nur sehr vorsichtig mit anderen Serotonergika kombiniert werden, da die Gefahr eines Serotonin-Syndroms besteht.

Gebrauch als DrogeBearbeiten

Diphenhydramin ist ein Delirantium. Delirantia sind eine Gruppe von Drogen, welche anticholinergische sowie halluzinogene Effekte hervorrufen. Weitere Stoffe aus dieser Gruppe sind einige Alkaloide aus Nachtschattengewächsen, wie zum Beispiel Scopolamin oder Muscimol.

Dosis Bearbeiten

Diphenhydramin kann sowohl in therapeutischen als auch in sehr hohen Dosen als Droge verwendet werden. Die therapeutische Dosierung liegt bei 25-50mg als Einzeldosis. Ab 150mg spricht man von einer Dosis außerhalb des therapeutischen Gebrauchs. Eine hohe Dosis ist 400-600mg, 600-1000mg ist eine extreme.

Wirkung Bearbeiten

Wenn man Diphenhydramin in Dosierungen von 25-150 mg verwendet, wird man eine starke Sedierung sowie eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses feststellen. Wenn man dann in den nächsten Stunden einschläft und wieder aufwacht, wird man eine Art 'Kater', wie nach exessivem Alkoholkonsum, feststellen. Bereits bei niedrigeren Dosierungen kann sich der Körper erschöpft und müde anfühlen und Dysphorie auftreten.

Bei sehr hohen Dosierungen ab ca. 150mg (personenspezifisch) kann man Effekte von einfachem 'morphen' bis hin zu sehr realistischen Halluzinationen feststellen. Bei solch hohen Dosierungen tritt ein sehr unangenehmes Körpergefühl ein, außerdem verstärkt sich die Dysphorie sehr.

Risiken Bearbeiten

Bei höher dosierten "Trips" ist ein Tripsitter unverzichtbar, da der Konsument vergessen kann, dass er eine Droge eingenommen hat und sich in lebensgefährliche Situationen begeben kann (z.B. wird ein Ertrinkender in einem Fluss oder eine Person auf einer befahrenen Straße halluziniert und versucht zu retten). Auch berichten Anwender immer wieder von "Filmrissen" unter hohen Dosen, d. h., es fehlen (teils erhebliche) Zeiträume in der Erinnerung.

Bei hohen Dosen wird außerdem selten von (epileptischen) Anfällen berichtet.

Handelsnamen Bearbeiten

Monopräparate

Benadryl (DK), Benocten (CH), Betadorm (D), Calmaben (A), Dibondrin (A), Dolestan (D), Dormutil (D), Emesan (D), Halbmond (D), Hevert-Dorm (D), Moradorm (D), Nardyl (CH), Nervo OPT (D), Noctor (A), Sediat (D), Sedopretten (D), Vivinox Sleep (D)

Kombinationspräparate

Anaesthecomp (D), Apozema Insecticum (A), Benylin (CH), Coldistan (A), Detensor (CH), Histaderm (A), Lunadon (CH), Makatussin Comp (CH), Multodrin (A), Parapic (CH), Pruristop (A), Rhinitin (CH), Rhinodrin (A), Somnium (CH), Sunsan (A), Tossamin plus (CH), Zantall (A)

Tripberichte Bearbeiten

siehe auchBearbeiten

Verwandte DrogenBearbeiten

Delirantia
Vertreter
Biogen Pflanzen Hyoscyamin & Scopolamin Halluzinogene Nachtschattengewächse
Atropa, Atropa acuminata, Atropa belladonna, Atropa caucasia, Atropanthe sinensis, Brugmansia, Brugmansia arborea, Brugmansia aurea, Brugmansia candida, Brugmansia sanguinea, Brugmansia suaveolens, Brugmansia versicolor, Datura, Datura ceratocaula, Datura inoxia, Datura metel, Datura stramonium, Duboisia, Duboisia myoporoides, Duboisia leichhardtii, Hyoscyamus, Hyoscyamus albus, Hyoscyamus aureus, Hyoscyamus muticus, Hyoscyamus niger, Latua pubiflora, Mandragora, Mandragora autumnalis, Mandragora officinarum, Physochlaina orientalis, Scopolia, Scopolia anomala, Scopolia carniolica, Scopolia japonica, Scopolia tangutica, Solandra maxima
Myristicin
Elemicin
Safrol
Myristica fragrans
Pilze Muscimol
Ibotensäure
Amanita muscaria, Amanita pantherina, Amanita regalis
Zubereitung Hexensalbe, Piturin
Wirkstoffe Elemicin, Ibotensäure, Muscimol, Myristicin, Safrol
Anticholinergika Atropin, Diphenhydramin, Hyoscyamin, Scopolamin, Tropicamid
Wissen und Kultur
Wirkung Delirium, echte Halluzinationen, parasympatholytisch, Tachykardie, Mydriasis, Verwirrung, Sprachstörungen, Ataxie, Mattigkeit, Gleichgewichtstörungen
Risiken Horrortrip, Kontrollverlust, Herzstillstand
Safer Use Tripsitter, SaferUse
Hexendroge, Pilzatropin
Cholinergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Acetylcholin-Agonist Acetylcholin Parasympathomimetika
Muskarin-Agonist Betelnuss, Muskarin
Nicotin-Agonist Cytisin(Gemeiner Goldregen), Nicotin(Tabak)
Acetylcholin-Antagonist
Anticholinergika
Diphenhydramin Parasympatholytika, Delirantia, Antiemetika
Muskarin-Antagonist Atropin, Hyoscyamin(Halluzinogene Nachtschattengewächse: Alraune, Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Schwarze Tollkirsche, Tollkraut), Piturin, Scopolamin, Tropicamid
Nicotin-Antagonist Curare
Cholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin, Physostigmin, Rivastigmin, Tacrin, Thebain Antidementiva

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