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Wegen der durch die Illegalität bedingten schlechten Informationslage zu Drogen sind einige Drogenmythen im Umlauf.

Häufig ist das Bild einer Droge in der Öffentlichkeit mehr durch solche, durch die Presse weitergegebenen, Drogenmythen bestimmt.

Zu bedenken ist auch, dass die Menschen die durch den Konsum einer Droge auffallen nicht unbedingt repräsentativ für die Konsumenten dieser Droge sind. Etwa ist ein typischer Ethanoliker kein typischer Ethanol-Konsument. Bei illegalen Drogen fehlt der Öffentlichkeit aber das Vergleichsbild eines typischen Konsumenten, da dieser seinen Drogenkonsum zusätzlich verschleiert und sich vor negativen Konsequenzen zu schützen.

BeispieleBearbeiten

Angebliche Drogen

  • Bananenschalen - behauptete Drogenwirkung
  • Erdnusshäute rauchen - behauptete Drogenwirkung
  • Hortensien - behauptete Drogenwirkung


Streckmittel

  • gemahlenes Glas als Streckmittel bei Cocain und anderen Schnupf-Drogen - Das Glas diene angeblich dazu die Nasenschleimhäute aufzuschneiden und so mehr Wirkstoff in den Körper gelangen zu lassen, dies ist eng verbunden mit dem populären Mythos, dass gemahlenes Glas eine Art Gift sei, welches oral aufgenommen zu inneren Verletzung führe. Tatsächlich führt Glasmehl zu keinen solchen Verletzungen, wie etwa in Tierversuchen gezeigt wurde und es wurde bislang auch noch nicht als Streckmittel dokumentiert.
  • Ecstasy mit wirksamen Streckmitteln - Oft wird von Konsumenten und Dealern behauptet, Ecstasy Tabletten wären, neben dem normalen Wirkstoff (MDMA), zusätzlich zum Beispiel mit LSD überzogen oder mit Heroin Kern. Solche teuren psychoaktiven Substanzen, deren Wirkung teils gegensätzlich zu der von MDMA ist, als Streckmittel zu verwenden wäre sinnlos und lohnt sich finanziell nicht. Wahscheinlicher ist, dass es sich um eine ganz andere Substanz handelt (zB. 2C-X, Methylon, 4-FA), was mit solchen Fehlangaben überdeckt werden soll.
  • Cannabis mit Opium als Streckmittel (siehe unten)

Sucht und Abhängigkeit

  • Einstiegsdroge - Behauptung, dass der Konsum einer "Einstiegsdroge" (oft Cannabis) automatisch zum Konsum härterer Drogen verleitet und den Grundstein für eine ruinöse Drogenkarriere lege.
  • Abhängigkeit nach Erstkonsum - Behauptung das Crack(Cocain), Methamphetamin oder Heroin("anfixen") nach erstmaligen Konsum sofort eine Abhängigkeit erzeugen würden.
  • Soldier's disease oder Army disease - Behauptung, dass es nach dem US-Amerikanischen Bürgerkrieg 400000 Morphin-Abhängige ehemalige Soldaten gegeben hätte, weil sie im Krieg mit Morphin bzw. Opium gegen Schmerzen behandelt worden waren. Tatsächlich wurde der Begriff "Soldier's disease" erst im 20. Jahrhunderts geprägt und ein wirklicher Anstieg der Abhängigkeiten infolge des Krieges ist nicht belegt. Die relativ unsystematischen Untersuchungen in den USA der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deuten eher darauf hin, dass Opioide häufiger von Frauen missbraucht wurden als von Männern.
    Die Behauptung wird oft auch auf andere Kriege, wie den 1. Weltkrieg oder den 2. Weltkrieg, bezogen. Lee Robins führte im Auftrag der US-Regierung systematische Untersuchungen an Heroin-abhängigen Soldaten des Vietnam-Krieges durch, von diesen entwickelten nur 5% nach ihrer Rückkehr in die USA erneut eine Abhängigkeit.

Schädliche Wirkungen

  • Methamphetamin lässt Zähne ausfallen - Während es durchaus sein kann, dass die Zähne durch auf dem Schwarzmarkt verbreitetes Crystal Meth schaden nehmen, hat nicht (oder nur wenig) verunreinigtes Methamphetamin keine stark schädliche Wirkung auf sie, solange sie nicht direkt mit dem ätzenden Stoff in Berührung kommen. Selbst die Schäden von verunreinigtem Meth ließen sich durch Mundhygiene minimieren, die wird allerdings von einigen Schwerabhängigen vernachlässigt.
  • Heroin, Desomorphin und andere Opioide würden zu Organschäden führen - Opioide-Wirkstoffe sind nicht Organschädlich. Die gesundheitlichen Schäden bei Junkies basieren Großteils auf den Verunreinigungen der im Straßenhandel üblichen Zubereitungen und nicht auf den Wirkstoffen an sich.

Psychedelika

Cannabismythen [1]

  • Cannabis wird mit Abhängig-machenden Substanzen wie Opium, Heroin, Methamphetamin gestreckt - Labor-Untersuchungen von Straßencannabis haben bislang keinen dieser Stoffe entdeckt. Allgemein scheint die Behauptung unwahrscheinlich, da diese Drogen deutlich teurer sind als Cannabis, der Wirkunterschied für erfahrene Konsumenten auffällig wäre und eine wirkliche Abhängigkeitsentwicklung relativ lange dauert.
  • Genetisch-modifiziertes Cannabis - Bei den oft als Genhanf bezeichneten Sorten handelt es sich tatsächlich um besonders THC-reiche Zuchtsorten.
  • Cannabis ist heute gefährlicher, weil es deutlich mehr THC enthält. - Der THC-Anstieg beschränkt sich lediglich auf spezielle Zuchtsorten, welche im Straßenhandel relativ bedeutungslos sind. Der mittlere THC-Gehalt von Straßencannabis ist nicht höher als früher.
    Allgemein ist THC-reiches Cannabis nicht gefährlicher als THC-armes, da der Konsument von diesem einfach eine geringere Dosis einnimmt. Vermutlich ist es sogar weniger schädlich, da weniger geraucht wird. Allerdings kann sich das veränderte THC-CBD-Verhältnis in den besonders THC-reichen Sorten durchaus auf die Rauscherfahrung auswirken.
  • Schimmel-Afghane - Behauptung das geschimmeltes Marihuana besonders wirksam sei. Vermutlich ein Mythos, der in die Welt gesetzt wurde um auch verdorbenes Cannabis verkaufen zu können.
  • US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung und Verfassung seien auf Hanfpapier geschrieben - Zwar war Hanfpapier zur damaligen Zeit weit verbreitet, aber für solch wichtige Dokumente hat man das haltbarere Pergament, also Tierhaut, verwendet.

ReferenzenBearbeiten

  1. https://sensiseeds.com/de/blog/die-10-gaengigsten-geruechte-ueber-gras/

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