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Hexendroge

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Als Hexendrogen werden biologische Halluzinogene bezeichnet, welche in Europa beheimatet sind oder zur Zeit der Hexenverfolgung verfügbar waren.

Sie sollen von den angeblichen Hexen verwendet worden sein, wobei natürlich die Existenz einen "Hexenkultes", wie er von dessen Verfolgern propagiert wurde, heute eher abwegig erscheint.

HexensalbeBearbeiten

Bekannt sind Rezepte für Flugsalben, mit denen sich Hexen eingerieben hätten um zum Hexen-Sabbath zu fliegen (was natürlich heute als Drogen-Trip interpretiert wird). Die Authentizität vieler solcher Rezepte ist allerdings umstritten. In den Folter-Verhören gaben die Angeklagten meist an, die "Schmiere" von jemand anderen, in der Regel dem Teufel selbst, erhalten zu haben, und sie nicht selbst hergestellt zu haben.

Quelle für Rezepte sind tatsächlich meist Naturwissenschaftler, wie der neapolitanische Arzt Giambattista della Porta, bei denen unklar ist wie sie an ihr Wissen gelangten, die aber wohl auch selbst mit der Wirksamkeit von Heil- und Gift-Pflanzen vertraut waren.

Wesentliche Komponente der Hexensalben scheinen demnach delirante Nachtschattengewäche gewesen zu sein, welche in hoher Dosierung traumartige Halluzinationen erzeugen können, aber auch bei Überdosierung leicht zu tödlichen Vergiftungen führen können.

Die meisten Rezepte enthalten aber noch viele weitere Zutaten, darunter sehr ungewöhnliche, wie Kinderfett oder Fledermausblut, welche vielleicht symbolische Bedeutung hatten oder als Codewörter zu verstehen sind. Viele Rezepte beinhalten auch berüchtigte Giftpflanzen wie blauen Eisenhut (Aconitum napellus) und den gepfeckten Schierling (Conium maculatum), welche schon für sich allein bereits in geringen Mengen tödlich sein können und von denen keine halluzinogenen Wirkungen bekannt sind.

Entsprechend kann das Experimentieren mit Flugsalbe-Rezepten äußerst gefährlich sein. Der Okkultist und Theosoph Carl Kiesewetter starb 1895 bei einem Selbstversuch, nachdem er in vorhergehenden Versuchen die Erfahrung der Flugträume reproduziert haben will.

In moderneren Rezepten finden sich auch Schlafmohn bzw. Opium und Hanf bzw. Haschisch wieder, wobei die Quellen für diese Rezepte unklar sind. Schlafmohn und Hanf dürften jedenfalls im Mittelalter weit verbreitete Nutzpflanzen gewesen sein. Mögliche weitere wirksame Komponenten könnten Giftlattich und Taumellolch sein.

Delirante NachtschattengewächseBearbeiten

Die klassischen Hexendrogen, welche sich üblicherweise auch in Hexensalbe-Rezepten finden, sind vor allem delirant-halluzinogene Nachtschattengewächse wie Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna), Alraunen (Mandragora), Bilsenkräuter (Hyoscyamos) und Stechäpfel(Datura, vermutlich erst Ende des 16. Jahrhundert in Europa eingeführt). Die Wirkstoffe dieser Pflanzen sind Scopolamin und (S)-Hyoscyamin bzw. Atropin ((R,S)-Hyoscyamin, ein Gemisch aus (R)- und (S)-Hyoscyamin, welches sich bei der Isolierung von (S)-Hyscyamin bildet). Sie wirken als Anticholinergika und können bei unvorsichtigem Gebrauch leicht zu tödlichen Vergiftungen führen.

Amanita-PilzeBearbeiten

Zum Teil wird auch der Fliegenpilz, der Phanterpilz und der Königsfliegenpilz dazu gezählt, welche ebenfalls Delirantia sind (Hauptwirkstoff: Muscimol). Ihr Gebrauch ist insbesondere im sibirischen Schamanismus belegt. Tödliche Vergiftungen mit Fliegenpilzen sind zwar möglich aber kaum belegt, sie kommen beim Phanterpilz aber durchaus vor. Sie sollen allerdings eine sehr Leber-schädigende Wirkung haben.

MuskatnüsseBearbeiten

Über Handelswege kamen auch Muskatnüsse als Gewürz nach Europa, welche in nahezu allen pflanzenheilkundlichen Werken erwähnt wurden. Es erscheint als wahrscheinlich, dass die delirante und manchmal halluzinogene Wirkung einer (unbeabsichtigten) Überdosierung bekannt war. Insbesondere der Prophet Nostradamus soll Muskatnüsse zum Erzeugen von Visionen benutzt haben.

weitere mögliche DrogenBearbeiten

Es gibt noch weitere in Europa beheimatet biogene Halluzinogene, allerdings ist unklar ob und wie weit deren Wirkung damals bekannt war. Dies wären:

Auch Schlafmohn und Hanf, welche in Europa als Nutzpflanzen verbreitet waren, können unter bestimmten Umständen halluzinogene Effekte erzielen.

siehe auchBearbeiten

Verwandte DrogenBearbeiten

Delirantia
Vertreter
Biogen Pflanzen Hyoscyamin & Scopolamin Halluzinogene Nachtschattengewächse
Atropa, Atropa acuminata, Atropa belladonna, Atropa caucasia, Atropanthe sinensis, Brugmansia, Brugmansia arborea, Brugmansia aurea, Brugmansia candida, Brugmansia sanguinea, Brugmansia suaveolens, Brugmansia versicolor, Datura, Datura ceratocaula, Datura inoxia, Datura metel, Datura stramonium, Duboisia, Duboisia myoporoides, Duboisia leichhardtii, Hyoscyamus, Hyoscyamus albus, Hyoscyamus aureus, Hyoscyamus muticus, Hyoscyamus niger, Latua pubiflora, Mandragora, Mandragora autumnalis, Mandragora officinarum, Physochlaina orientalis, Scopolia, Scopolia anomala, Scopolia carniolica, Scopolia japonica, Scopolia tangutica, Solandra maxima
Myristicin
Elemicin
Safrol
Myristica fragrans
Pilze Muscimol
Ibotensäure
Amanita muscaria, Amanita pantherina, Amanita regalis
Zubereitung Hexensalbe, Piturin
Wirkstoffe Elemicin, Ibotensäure, Muscimol, Myristicin, Safrol
Anticholinergika Atropin, Diphenhydramin, Hyoscyamin, Scopolamin, Tropicamid
Wissen und Kultur
Wirkung Delirium, echte Halluzinationen, parasympatholytisch, Tachykardie, Mydriasis, Verwirrung, Sprachstörungen, Ataxie, Mattigkeit, Gleichgewichtstörungen
Risiken Horrortrip, Kontrollverlust, Herzstillstand
Safer Use Tripsitter, SaferUse
Hexendroge, Pilzatropin

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