Fandom

Drogen Wikia

Iboga

688Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen
Iboga
Tabernanthe iboga, kurz Iboga, Eboga, Eboka oder Obona, ist eine in den tropischen Regionen Afrikas beheimatete Strauch-Pflanze, welche durch das enthaltene Ibogain und andere verwandte Iboga-Alkaloide eine dissoziative Wirkung hat.

Es steht insbesondere in dem Ruf bei der Behandlung von Süchten zu helfen und wird deshalb etwa im Rahmen von Selbsttherapien oder (meist illegaler) Substanz-unterstützter Psychotherapie verwendet.

KonsumBearbeiten

DarreichungsformBearbeiten

Der wirkstoffreichste Pflanzenteil ist die Wurzel, mit einem Ibogain-Gehalt von bis zu 6%. Die Wirksamkeit der frischen Pflanze soll größer sein, als wenn sie gelagert wird.

Zum Konsum wird die Wurzelrinde oft zu einem Pulver zerrieben oder direkt gekaut. Seltener wird es als Aufguss konsumiert. Bei schamanischen Zubereitungen, wie durch den Bwiti-Kult, werden oft auch andere Pflanzen hinzu gegeben, wie z.B. Yohimbe.

Oft werden auch Extrakte der Pflanze konsumiert. Hierbei ist zu bedenken, dass in der Vergangenheit schon bei vielen angeblichen Pflanzen-Extrakten, welche als Legal High vermarktet wurden, oft völlig andere Inhaltsstoffe gefunden wurden, als auf der Verpackung angepriesenen.

InhaltsstoffeBearbeiten

Ibogain ist das Hauptalkaloid von Iboga. Es wird begleitet von mindestens 11 weiteren Indol-Alkaloiden, welche meist unterschiedliche Derivate des Ibogains sind und im Tierversuch ähnliche Wirkungsweisen zeigen. Die Gesamtwirkung dürfte sich also durch die Kombination all dieser Stoffe ergeben.

Ibogain Tabernanthin Ibogamin
Ibogain Tabernanthin Ibogamin
Voacangin Coranardin
Voacangin Coranardin


WirkungBearbeiten

In geringen Dosierungen soll Iboga eine stimulierende und aphorisierende Wirkung haben.

Bei höheren Dosierungen sollen vor allem Pseudohalluzinationen bei geschlossenen Augen (CEVs) erzeugen. Bei sehr großen Dosierungen kommt es auch zu stärkeren Wahrnehmungsverzerrungen bei geöffneten Augen, wobei aber schon Lebensgefahr bestehen kann. Negative Wirkungen die hierbei auftreten können sind Krämpfe, Lähmungserscheinungen bis hin zur Atemlähmung.

WirkdauerBearbeiten

Bei hohen Dosierungen kann Lethargie als Nachwirkung des Rausch für vier bis zu fünf Tagen auftreten.

KategorisierungBearbeiten

Iboga ist ein Halluzinogen, aber kein Psychedelikum, wie manchmal behauptet. Vom Wirkmechanismus entspricht es den Dissoziativa. Es wurde zum Teil vorgeschlagen Iboga und einige andere pflanzliche Dissoziativa in eine neue Kategorie von Halluzinogenen einzugliedern, sogenannten Oneirogenen (Traum-Erzeugern).

Drogen-EntzugBearbeiten

Ibogain soll die Symptome eines Opioid-Entzuges mildern.

Auch in der therapeutischen Anwendung zur Behandlung von unterschiedlichsten Süchten (Ethanol, Nicotin, Methamphetamin) wurde Ibogain erforscht und soll positive Effekte gezeigt haben. Hierfür wird vor allem die gesteigerte Introspektion verantwortlich gemacht (Substanz-unterstützte Psychotherapie). Einer therapeutischen Verwendung steht allerdings das Nebenwirkungspotential entgegen.

WirkmechanismusBearbeiten

Noribogaine.png

Noribogain

Ibogain und seine Derivate wechselwirkten mit dem Nervensystem über eine bemerkenswert große Zahl von Mechanismen[1][2]. Auch Metaboliten dieser Stoffe, wie das Noribogain, sind wirksam,

Während die meisten anderen Dissoziativa entweder NDMA-Antagonisten (wie Ketamin, PCP) oder κ-Opioid-Agonisten (wie Salvia Divinorum) sind, vereint Ibogain gleich beide dieser Wirkmechanismen auf sich.

Ibogain bindet auch an den µ-Opioid-Rezeptor[3], wobei allerdings unklar ist, ob es dort eher eine schwach antagonistische oder schwach partial-agonistische Wirkung entfaltet. Dieser Effekt scheint unzureichend um die Wirkung von Ibogain bei Opioid-Entzug zu erklären.

Ibogain ist ein schwacher Acetylcholinesterasehemmer, was allerdings als vernachlässigbar für seine physiologische Wirkung scheint. [4]

Ibogain wird über den Cytochrome-P450-Komplex abgebaut, wodurch es hemmend auf den Abbau anderer Stoffe wirken kann. Dies gilt etwa für Bergamottin bzw. Bergamottöl

RisikenBearbeiten

Im Tierversuch wurden für hohe Dosierungen schädliche Veränderungen des Nervensystems beobachtet, therapeutische Dosierungen galten allerdings als unbedenklich.

Bei Überdosierung kann es zu einer lebensbedrohlichen Atemlähmung kommen.


LegalitätBearbeiten

Iboga und Ibogain sind nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelsgesetzes gelistet, womit der Besitz in Deutschland legal ist. Wird es gezielt zum Konsum durch Tier oder Mensch hergestellt oder weitergegeben kann es eventuell unter das Arzneimittelgesetz fallen (halblegal).

In der Schweiz ist Ibogain illegal.

In den USA, Schweden und Norwegen ist es illegal, in Kanada und Mexiko hingegen unreguliert.

TriviaBearbeiten

  • Im Bwiti-Kult, welcher im 19. Jahrhundert als Synkretismus aus Christentum, Animismus und Ahnenkult entstand und heute in Gabun und z.T. Kamerun verbreitet ist, wird Iboga als rituelle Droge, insbesondere bei der Initiation, verwendet.

ReferenzenBearbeiten

  1. http://www.ibogaine.desk.nl/alkaloids.html
  2. http://web.archive.org/web/20070927225940/http://ibogaine.org/ch01.pdf
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3818563/
  4. https://dx.doi.org/10.1016%2Fj.jep.2011.12.006

WeblinksBearbeiten

siehe auchBearbeiten

Verwandte DrogenBearbeiten

Dissoziativa
Vertreter
Biogen Pflanzen Ibogain Tabernanthe iboga, Tabernaemontana undulata, Voacanga africana
Salvinorin A Salvia divinorum
Wirkstoffe NMDA-Antagonist Arylcyclohexylamine Ketamin Ketamin, Esketamin
MXE, PCP, PCA, PCDE, PCE, PCMO, PCPr, PCPy
DXM, Diethylether, Lachgas
Ibogain
κ-Opioid-Agonist
Salvinorin A
Wissen und Kultur
Wirkungen Dissoziation, analgetisch, sensorische Blockade/K-Hole, Außerkörperliche Erfahrungen, Synästhesie
Risiken Horrortrip, Ataxie, scheinbare Bewusstlosigkeit mit Erstickungsgefahr, Neurotoxizität, Abhängigkeit
Safer Use Tripsitter
Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Dextropropoxyphen, Exorphine, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein, Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonsiten

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki