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K.-o.-Mittel

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K.o.-Tropfen, Knockout-Tropfen oder K.-o.-Mittel sind starke Hypnotika, Narkotika und andere Drogen, welche benutzt werden um bei einem vergifteten Opfer Bewusstlosigkeit oder einen Verlust der Selbstkontrolle zu erreichen.

BezeichnungenBearbeiten

Im Englischen werden solche Mittel auch als Date Rape Drugs oder Predator Drug bezeichnet, womit konkret auf ihren Einsatz für Vergewaltigungsdelikte hingewiesen wird. Abgeleitet davon wird im Deutschen auch manchmal von Vergewaltigungsdrogen gesprochen. Eine solche Beizeichnungsweise erscheint allerdings wenig sinnvoll, da diese Mittel ebenso für Raubdelikte oder andere Straftaten verwendet werden. Auch suggeriert "Date Rape" eine engere Beziehung zwischen Täter und Opfer.

Ein englischer Slangausdruck für ein mit K.o.-Tropfen versehenes (ethanolisches) Getränk ist Mickey Finn. Dieser geht auf einen Chicagoer Barbesitzer zurück, welcher zwischen 1896 und 1903 seinen reichen Kunden das Hypnotikum Chloralhydrat in die Drinks tat um sie zu berauben.

GegenmaßnahmenBearbeiten

Auf Getränke aufpassen
  • Getränke sollten nicht unbeaufsichtigt bleiben bzw. nicht mehr getrunken werden, wenn sie unbeaufsichtigt waren. Die beaufsichtigende Person sollte vertrauenswürdig sein.
  • Man sollte keine offenen Getränke von Fremden bzw. kaum bekannten Personen annehmen.
Auf einander aufpassen
  • Man sollte seine Freunde im Auge behalten, um zu schauen ob es ihnen gut geht.
  • Sollte ein Freund zu Ethanol-Konsum gedrängt werden, sollte man ihm zur Seite stehen.
Auf Ethanol-Konsum aufpassen
  • Nur soviel trinken wie man verträgt. Wer zu viel trinkt, wird leicht unvorsichtig oder kippt manchmal schon allein vom Ethanol um.
  • Sich nicht zum Ethanolkonsum drängen lassen.
Bei plötzlichem unerklärlichen Unwohlsein oder Enthemmung
  • Möglichst schnell sich Freunde zur Seite holen. Sollte man allein sein, dann kann man sich an das Personal wenden. Vorsichtig sollte man mit Fremden sein, die einem plötzlich Hilfe anbieten, da Täter sich oft als Helfer ausgeben, um das Opfer an einen anderen Ort zu bringen.
  • Medizinische Hilfe hohlen sollte sich das Unwohlsein nicht bessern oder sollte man stark Müde werden.

StraftatenBearbeiten

Jemanden gegen seinen Willen eine starke Droge verabreichen stellt für sich bereits eine gefährliche Körperverletzung dar und kann entsprechend hohe Haftstrafen nach sich ziehen. Der verabreichen von K.o.-Tropfen soll vor allem der Vorbereitung weiterer Straftaten dienen, wie Vergewaltigung oder Raub.

HäufigkeitBearbeiten

Zur Häufigkeit solcher Straftaten mit K.o.-Tropfen existieren sehr widersprüchliche Angaben. Dies liegt vor allem an Diskrepanz zwischen Berichteten Fällen und nachgewiesenen Fällen.

Nachweisfenster

Substanzen wie GHB sind zum Teil nur in einem sehr kurzen Zeitfenster nachweisbar. Dieses Zeitfenster verstreicht oft, weil die Opfer nach so einem Erlebnis verwirrt und verunsichert sind.

Überschneidung mit Ethanol-Wirkung

Das Wirkprofil von Ethanol weist große Überschneidungen zu anderen GABAerge Drogen auf, welche als Sedativa und Hypnotika wirken.

Übertriebener Ethanol-Konsum kann also genauso zu Bewusstlosigkeit und einem Filmriss führen wie eine Vergiftung mit K.-o.-Tropfen. Die Wirkung von Ethanol kann auch im manchen Fällen deutlich stärker ausfallen, als man es von der Dosis gewohnt ist. Dinge, die die Wirkung steigern können, sind:

  • Müdigkeit bzw. Schlafmangel
  • eine sehr warme Umgebung
  • stehender Zigarettenrauch in geschlossenen Räumen
  • Kombination von Ethanol mit Zucker.

Ethanol gilt als bei weitem bedeutendstes K.-o.-Mittel.

Grenze zwischen willenlichen und unwillentlichen Drogenkonsum

Die Abgrenzung von willentlichen und unwillentlichen Drogenkonsum kann z.T. schwer sein. Die Willensschwäche einer Person kann ausgenutzt werden, indem man sie zum weiteren Drogenkonsum drängt. Bei Ethanol wird dies als eine Person betrunkenmachen bezeichnet, was typischerweise dadurch passiert, das man ihr immer neue Getränke ausgibt.

Die Ausnutzung der hilflosen Lage einer berauschten Person, kann eine Straftat sein.

Deckgeschichten

Zum Teil können K.-o.-Tropfen-Erzählungen von Menschen als Deckgeschichte verwendeten werden. Anstelle des Berichts von eigenem Fehlverhalten (unvernünftiger Ethanol-Konsum, sexuelle Untreue, verlieren von Geld, Handy und Portemonnaie) tritt eine Opfer-Erzählung von einem Verbrechen, das kaum Nachweisbar ist und entsprechend auch keines Beweises bedarf.

Man sollte mit solchen Vermutungen natürlich äußerst vorsichtig sein, da man echte Opfern nicht von falschen Opfern unterscheiden kann. Durch den Filmriss wissen die Betroffenen z.T. selbst nicht, was ihnen passiert ist und Füllen die Lücke mit einer zu ihrem Selbstbild passenden Erzählung.

Urbane LegendenBearbeiten

Zum Teil zeigen Erzählungen über die Verwendung von K.-o.-Tropfen Merkmale von urbanen Legenden bzw. gehen fließend in diese über.

Typisch ist etwa das immer jemand jemanden kennt, dem das zugestoßen sein soll. Typisch ist auch, dass in den Erzählungen oft ein als "moralisch Zweifelhaft" betrachtetes Verhalten durch ein großes Unglück bestraft wird. Ein "moralisch zweifelhaftes" Verhalten kann hierbei schon sein, das Menschen nachts um die Häuser ziehen, Ethanol trinken oder mit vielen fremden Menschen flirten.

Etwa wird ein Mann Nachts in einem Club von einer Frau verführt, nur um sich am nächsten Morgen ohne Erinnerungen, in einer Badewanne mit Eis und einer Niere weniger wiederzufinden.

DrogenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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