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Nitrous-oxide-2D-VB
Lachgas bzw. Distickstoffmonoxid (N2O) ist ein Gas mit kurzzeitig dissoziativer, stimmungsaufhellender Wirkung.

PharmakinetikBearbeiten

DarreichungsformBearbeiten

Lachgaskapsel

Eine Kapsel mit technischem Lachgas.

Lachgas kann in Ballons bzw. Kondome abgefüllt werden oder durch Atemmasken (nicht ohne medizinische Aufsicht anwenden, hohe Gefahr des Erstickens!) aus Gasflaschen konsumiert werden. Das Gas wird inhaliert und geht über die Lunge in das Blut über.

Es ist entweder in großen Gasflaschen (zur technischen oder medizinischen Anwendung) oder in Sahnekapseln (für das Aufschäumen von Sahne in der Küche) erhältlich. Für den missbräuchlichen Konsum werden letztere in Kapsler oder Sahnespender (und anschließend in den Luftballon) gefüllt.

Gerade bei unerfahrenen Konsumenten ist auch die Methode verbreitet, die Sahnekapseln mit Nagel und Hammer zu öffnen. Dies birgt erhebliche Gefahren, das ausströmende Gas ist sehr kalt, kann somit schwere Kälteverbrennungen verursachen, und die Kapsel kann durch den entweichenden Druck zu einem Geschoss werden. Ausserdem ist Lachgas ein Oxidationsmittel und kann somit offene Flammen verstärken und somit Brände verursachen. Deswegen sollten beim Konsum von Lachgas keine Kerzen, Feuerzeuge, Zigaretten oder ähnliches sich in der Umgebung befinden

Lachgas ist geruchlos und kann einen leicht süßlichen Geschmack haben.

WirkungBearbeiten

Lachgas hebt die Stimmung und benebelt die Sinne. Die Sicht wird heller und grobkörniger, der Körper kann zu kribbeln anfangen, man kann Dröhnen oder Sirenen hören. Die Schmerzempfingung ist herunter gesetzt, weshalb Lachgas auch als Narkosemittel benutzt wird.

Oft treten Gedächtnislücken auf und auch sämtliche andere Geistesleistungen sind kaum möglich. Es können Übelkeit und (sehr selten) Krämpfe auftreten.

Aufgrund der dissoziativen Wirkung von N2O kommt es zu einem gedanklichen Trip und selten werden die Gedanken fast klar wahrgenommen, in diesem Zustand erreichen viele Konsumenten Erkenntnisse oder Pseudoerkenntnisse, welche nach dem Rausch meist wieder vergessen sind.

Der Rausch setzt wenige Sekunden nach der Inhalation ein und hält ca. eine bis vier Minuten an. Etwa eine Viertelstunde nach dem Konsum ist keine Wirkung mehr zu spüren.

Ein paar Wirkungen erinnern an einen Sauerstoffmangel. (siehe auch: Atemkontrolle)

Lachgas im BlutBearbeiten

Lachgas wird in der Lunge im Blut gelöst und erreicht so das Gehirn. Es wird nicht, wie Sauerstoff, chemisch gebunden.

Drei bis fünf Minuten nach dem Konsum dürfte der Großteil des Lachgases wieder abgeatmet sein. Kleine Mengen können aber noch bis zu einem Tag lang über die Haut oder die Lunge abgegeben werden.

Mischkonsum Bearbeiten

Lachgas ist eine Droge, die sehr oft zum "boosten" der Wirkung von anderen verwendet wird. Es verändert die Wirkung von Halluzinogenen, anderen Dissoziativa, Uppern (z.B. Amphetamin, MDMA) ins positive, Alkohol, Cannabinoide und Downer tragen nichts zum N2O Rausch bei und birgen teils ein erhöhtes Risiko.

Wenn Lachgas zusammen mit einer Droge konsumiert wird und synergetische Effekte auslöst äußert sich dies meist in einer starken Intensivierung der Wirkung, Visionen und akustische (Pseudo-)Halluzinationen werden deutlicher wahrnehmbar und ein überwältigender gedanklicher Trip kann eintreten.

Vor jedem Mischkonsum sollte sich der Konsument genauestens über die jeweilige Kombination informieren.

RisikenBearbeiten

siehe SaferUse#Gase

Durch zu langes inhalieren besteht die Gefahr, das der Sauerstoff aus der Atemluft verdrängt wird und der Konsument durch den Sauerstoffmangel bewusstlos wird. Kann der Konsument die Gasquelle nicht entfernen (Beispielsweise bei einer Inhalation über eine Maske, die an eine Gasflasche angeschlossen ist), kann dies nach wenigen Minuten zu schweren Hirnschäden bis zum Tod führen.

Konsum im Stehen kann leicht dazu führen, dass der Konsument umkippt und sich dabei verletzt.

Ein weiteres Risiko können Verunreinigungen des Lachgases mit giftigen Nebenprodukten, wie Kohlenmonoxid, sein. Für industrielle und technische Anwendungen, auch in der Lebensmitteltechnik, spielen solche Nebengase meist keine Rolle, da diese oft nur als Treibgas oder als Aufschäumer genutzt werden, während medizinisches Lachgas oft zu 98-99% rein ist. Da dieses aber schwer erhältlich und sehr teuer ist nutzen viele Konsumenten weiterhin technisches Lachgas.

Um Sauerstoffmangel und Tod durch Ersticken zu verhindern sollte immer eine angemessene Portion (etwa eine Sahnekapsel mit 8g N2O) aus einem Ballon inhaliert werden, den der Konsument selbst an seinen Mund hält. Bei eventueller Ohnmacht fällt der Luftballon so aus der Hand und weiteres inhalieren wird verhindert.

Zwischen den einzelnen Inhalationen muss eine Pause eingehalten werden, in der tief durchgeatmet wird.

RechtlageBearbeiten

Lachgas wird allgemein legal gehandelt und hat vielfältige technische Anwendugen. Wird Lachgas aber als Rauschmittel verwendet, könnte es unter das Arzneimittelgesetz fallen. Medizinisches Lachgas (meist in großen Flaschen abgefüllt) ist streng reguliert.

siehe: Halblegal

GeschichteBearbeiten

Lachgas wurde 1771 gleichzeitig von Karl Scheel und Joseph Priestley entdeckt. Wegen seiner anästhetischen Wirkung wurde es früher häufig in der Medizin für Betäubungen verwendet. Im 19. Jahrhundert wurde es dann auch oft als Spaßdroge auf Lachgas-Partys oder auf Jahrmärkten angeboten, Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Verwendung aber wieder unbeliebter.

Heutzutage ist es oft auf Festivals und anderen Veranstaltungen anzutreffen, die dem Drogenkonsum toleranter gegenüber stehen. Auch ist es aufgrund seiner synergetischen Wirkung im Mischkonsum mit Psychedelika und anderen Substanzen in der psychonautischen Szene verbreitet.

Wegen der leichten Verfügbarkeit von Lachgas in Supermärkten und dem Internet wird es aber auch oft von jungen, unerfahrenen Menschen konsumiert und steht deswegen regelmäßig in verschiedenen Medien in der Kritik.

Weblinks Bearbeiten

Verwandte DrogenBearbeiten

Dissoziativa
Vertreter
Biogen Pflanzen Ibogain Tabernanthe iboga, Tabernaemontana undulata, Voacanga africana
Salvinorin A Salvia divinorum
Wirkstoffe NMDA-Antagonist Arylcyclohexylamine Ketamin Ketamin, Esketamin
MXE, PCP, PCA, PCDE, PCE, PCMO, PCPr, PCPy
DXM, Diethylether, Lachgas
Ibogain
κ-Opioid-Agonist
Salvinorin A
Wissen und Kultur
Wirkungen Dissoziation, analgetisch, sensorische Blockade/K-Hole, Außerkörperliche Erfahrungen, Synästhesie
Risiken Horrortrip, Ataxie, scheinbare Bewusstlosigkeit mit Erstickungsgefahr, Neurotoxizität, Abhängigkeit
Safer Use Tripsitter

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