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Meditation

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Meditation (lateinisch meditatio, abgeleitet von dem Verb meditari "nachdenken") bezeichnet unterschiedliche Techniken von Konzentrations- und Achtsamkeits-Übungen. Mit Meditation kann man verschiedene Ziele verfolgen, oft wird sie einfach nur zur Entspannung benutzt, andere wollen mit ihr die Konzentration verbessern, manche wollen ihr Unterbewusstsein erforschen (Psychonautik) und wieder andere streben nach religiösen Erfahrungen, wie der völligen Leere oder dem Einssein (Aufhebung zwischen Subjekt-Objekt-Unterschied, also dem Unterschied zwischen Betrachter und Betrachtetem).

Viele dieser Techniken stammen aus dem mittleren bis fernen Osten und sind dort mit den religiösen Vorstellung, insbesondere aus Hinduismus und Buddhismus, verknüpft. Yoga (sanskrit "Vereinigung") bezeichnet eines spezielle indische Ausformung der Meditation, die sich wiederum in nahezu unendlich viele Richtungen (sogn. Schulen) gliedert, z.B. Bhakti-Yoga, Hatha-Yoga, Matra-Yoga, Laja-Yoga, Amanaska-Yoga und Raja-Yoga.

Je nach beabsichtigtem Ziel können sich die geeigneten Techniken unterscheiden, so wie auch die Fähigkeiten der Menschen zur Meditation sich unterschieden können. Entsprechend sind alle hier gegebenen Hinweise lediglich als Empfehlungen zu verstehen und sollten stets mit der eigenen praktischen Erfahrung betrachtet werden. Niemand kennt den eigenen Geist so gut wie man selbst.

praktische HinweiseBearbeiten

OrtBearbeiten

Zum Meditieren ist eigentlich jeder Ort geeignet, sofern man an ihm nicht irgendwelchen Gefahren ausgesetzt ist. Man sollte sich nicht zu stark der Sonne oder dem Wetter aussetzen.

Für Anfänger wird meist ein ruhiger Ort zum Meditieren empfohlen. Oft wird zu hause meditiert. Auch öffentlich zugängliche Kirchen, Tempel oder Orte in der Natur können geeignet sein. Wenn man gelernt hat, sich leichter in die Meditation zu versetzen, so wird man auch an Orten mit äußeren Störungen meditieren können. Man könnte etwa bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem stärker belebten Park meditieren.

Einige ziehen sich für die Meditation längere Zeit von der gewohnten Leben zurück. Es gibt die Möglichkeit in Klostern oder in einem Aschram zu leben.

ZeitBearbeiten

mentale VorbereitungBearbeiten

Im Vorfeld einer Meditation sind Dinge die eine emotionale Erregung erzeugen zu meiden.

Das betrifft, je nach persönlicher Konstitution, den Konsum von Drogen, Sex, übermäßiges oder scharfes Essen usw.. Ein regelmäßiger Tagesablauf ohne besondere Vorkommnisse wird empfohlen.

Einige schwache Drogen, wie z.B. Baldrian oder Rosmarin, könnten aber auch unterstützend wirken, da sie Entspannen oder die Konzentration fördernd. Vom Gebrauch solcher Mittel in der täglichen Praxis über längere Zeiträume ist aber ab zu sehen, da sie einerseits nicht im Langzeitkonsum erprobt sind und andererseits sich Gewöhnungseffekte einstellen könnten.

Sport kann unterstützend wirken, da ein erschöpfter Körper sich leichter und besser entspannen kann. Es sollte aber eine Erholungszeit zwischen Sport und Meditation liegen, da Sport selbst auch erregend ist. Yoga und Pilates bieten viele sportliche Übungen, die Dehnbarkeit und Kraft beanspruchen und gleichzeitig gut zur Einstimmung auf eine Meditation geeignet sind.

Es sollte in den zwei Stunden vor der Meditation nicht all zu schwer gegessen werden, da starke Verdauung sich auf die Geisteskraft auswirkt.

Einige ziehen sich auch für eine längere Zeit an einen speziellen Ort zurück, um so den zahlreichen erregenden Reizen des Alltagslebens zu entfliehen. Dies kann alleine oder in einer Gruppe Gleichgesinnter, z.B. in einem Kloster oder Ashram, geschehen.

Im folgenden sind einige Lebensregeln aufgeführt, wie sie u.a. praktiziert werden. Aleister Crowley mahnt in seinem Buch 4 an, dass man sich bei solchen Regeln immer auf den Zweck, keine störende Bewusstsein-Erregung zu erzeugen, besinnen sollte. Es wäre kontraproduktiv, wenn man etwa aufgrund eines Tötungs-Verbotes anfangen würde, sich zusätzliche Sorgen um Mikroorganismen im Trinkwasser zu machen.

"Laß den Studenten für sich selbst entscheiden, welche Form des Lebens, welcher moralische Code ihn am wenigsten dazu bringt, sein Bewußtsein zu erregen; aber einmal formuliert, soll er daran festhalten und Opportunismus meiden;" - Aleister Crowely, Buch 4 [1]

Yama & NiyamaBearbeiten

Yama und Niyama sind Begriffe aus dem hinduistischen Yoga.
Yama sind die sozialen Regel an die sich ein Yoga-Praktizierender halten sollte, diese sind nach Patanjali[2]:

  • Nicht-Schädigen
  • Wahrhaftigkeit
  • Nicht-Stehlen
  • sexuelle Zurückhaltung
  • Nicht-Besitzergreifen

Nicht-Schädigen wird zum Teil, nicht immer, als Aufforderung zu Vegetarismus interpretiert.

Niyama sind die persönlichen Regeln, die einzuhalten sind[3]:

  • Reinheit
  • Zufriedenheit
  • Kasteiung
  • Rezitation
  • Hingabe an Gott

SilasBearbeiten

Die Silas sind buddhistische Lebens-Regeln:

  1. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens Leben zu nehmen an.
  2. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens vom Stehlen an.
  3. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von sexuellem Fehlverhalten an.
  4. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens vom Lügen an.
  5. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von der Annahme berauschender Mittel, die zur Gewissenlosigkeit führen, an.

Sie werden Zeitweise durch weitere Regeln ergänzt:

  1. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von Essen zu verbotener Zeit an. (nach 12 Uhr bis Sonnenaufgang ca. 5 Uhr)
  2. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von Tanzen, Singen, Musik, Unterhaltungsveranstaltung zu besuchen, tragen von Schmuck, Gebrauch von Duftstoffen, und Verschönerung des Körpers mit Kosmetik, an.
  3. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens vom liegen auf hohen und üppigen Liegen an.
  4. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von sexuellen Handlungen an.
  5. Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens Gold und Zahlungsmittel anzunehmen an.

Körperhaltung - AsanaBearbeiten

In der Regel nimmt man während einer Meditationssitzung eine feste Körperhaltung ein, welche es einem ermöglichen soll entspannt und dennoch aufmerksam zu sein.

Am bekanntesten und oft empfohlen ist der Lotus-Sitz, bei dem die Füße jeweils auf den Oberschenkeln des anderen Beines liegen. Viele Menschen können diese Haltungen aber aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit nicht einnehmen. Durch Dehnungübungen lässt sich die Gelenkigkeit eventuell steigern. Man sollte aber nicht versuchen eine bestimmte Körperhaltung mit Gewalt erzwingen, da dies Verletzungen, wie etwa Muskelrisse, zur Folge haben kann.

Beim Halben-Lotus liegt nur ein Fuß auf einem Oberschenkel und der andere auf dem Boden.

Beim Drachensitz verteilt sich das Körpergewicht auf die Unterschenkel und Fußrücken, die Knie sind angewinkelt und der Po ruht auf den Fersen.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit beim Sitzen auf einem Stuhl zu meditieren.

Es gibt imweiteren noch Formen der Geh-Meditation.

Atmung - PranayamaBearbeiten

MantrasBearbeiten

Bei einer Mantra-Meditation werden Sätze, Worte oder Silben, das sogenannte Mantra, ständig gesprochen oder gedanklich wiederholt. Das wohl bekannteste Mantra ist die heilige Silbe "Om" (im engl. oft auch "Aum").

Da so der akustische Kanal der Wahrnehmung belegt ist, hilf es dabei den Gedankenfluss zu unterdrücken.

Darüber hinaus wirkt sich ständiges Sprechen natürlich auch auf die Atmung aus und kann so den Körper auch auf funktioneller Ebene beeinflussen (vgl. Holotropes Atmen)

Kontrolle der Sinne - PratyaharaBearbeiten

Dharana, Dhyana, Samadhi - SamyamaBearbeiten

HilfsmittelBearbeiten

TagebuchBearbeiten

In einem Tagebuch kann man die Entwicklung bei der Meditation festhalten. Man kann etwa notieren, wie lange eine Meditation durchgehalten wurde, was für Erscheinungen man beobachtete oder ob es einem leicht oder schwer fiel. Durch das festhalten von Randumständen kann man auch unbewusst störende Einflüsse auf die Meditation entdecken.

Es kann auch dabei helfen die Auswirkungen auf das alltägliche Bewusstsein zu dokumentieren. Ein regelmäßiger Test zum Messen der Konzentrationsfähigkeit kann etwa eine 15-minütige Gedankenbeobachtung sein: Man nimmt sich ein Thema zum Nachdenken und zählt mit einer Strichliste, wie oft man in der Zeit von dem Thema abweicht.

UhrBearbeiten

Am Anfang fällt es oft schwer über eine längere Zeit zu meditieren da einem selbst kurze Zeitspannen als ewig erscheinen. Eine Eieruhr oder ein Wecker können hier Hilfreich sein, da sie einem von der Last die Zeit einzuschätzen befreien.

GuruBearbeiten

Ein Guru ist eine Lehrmeister der sein Wissen an andere weitergibt. Viele traditionelle Meditationsschulen berufen sich auf eine Linie in der das Wissen von einem Guru zum nächsten weitergegeben wurde. Er hat Erfahrungen mit den Meditationpraktiken und kann einem so mit viel Rat zur Seite stehen.

Allerdings wird auch oft kritisiert, das ein Guru nicht nur praktisches Wissen sondern auch religiöse Vorstellungen bzw. eigene subjektive Ansichten vermittelt, was dem Schüler das finden von eigenen Antworten erschwert. Man könnte seine Funktion mit der eines Tripsitters vergleichen.

ZitateBearbeiten

  • "Eine Unze deiner Praxis wiegt eine Tonne meines Lehrens auf." - Aleister Crowley

siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Dr. Carl Keller: Yoga - Eine Skizze über den psycho-physiologischen Teil der alten indischen Yogalehre, 1896

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