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Mohnsaat sind die Samen des Schlafmohns (Papaver somniferum). Sie werden als Gewürz und in einigen süßen Lebensmitteln verwendet. Mohnsaat existiert in unterschiedlichen Variationen, wie etwa Weißmohn, Graumohn und Blaumohn.

OpiatgehaltBearbeiten

In der Regel ist der Gehalt von Opiaten in Mohnsaat viel zu gering um eine Wirkung zu erzielen, allerdings können einige Drogentests bei starken Mohnsaat-Konsum positives Ergebnis liefern, was insbesondere bei Mohnkuchen der Fall sein kann. Um dieses Problem zu umgehen sind mohnhaltige Lebensmittel in Gefängnissen und Drogenentzugseinrichtungen oft untersagt.

In einigen Ausnahmefällen wurden aber auch sehr hohe Morphin-Gehalte in Mohnsaat beobachtet.[1] Ursache hierfür kann die unsaubere Verarbeitung der Mohnsaat sein (so dass viel Morphin aus den Samenkapseln in die Samen gelangt) und die Verwendung von für die Arzneimittelherstellung kultivierten Morphin-reichen Mohnsorten, im Gegensatz zu zur Lebensmittelherstellung kultivierten Morphin-armen Mohnsorten. In einschlägigen Foren existieren z.T. Extraktionsanleitungen um das Rest-Opioide aus Mohnsaat zu extrahieren.

In Deutschland wurden zeitweise morphinarme Schlafmohn-Sorten mit Genehmigung kultiviert, allerdings kommt ein Großteil des Küchensmohns aus dem Ausland, insbesondere aus Österreich.

PflanzensaatBearbeiten

Unverarbeitete Mohnsaat aus Lebensmittelläden ist in der Regel noch keimfähig und eignet sich damit durchaus um aus ihr Schlafmohn zu ziehen. Schlafmohnanbau ist allerdings in Deutschland genehmigungspflichtig und kann ungenehmigt, auf Grundlage des Betäubungsmittelgesetzes, zu Geld- und Haft-Strafen bis zu fünf Jahren führen. Entgegen anders-lautender Gerüchte existieren keine Ausnahmeregeln für eine geringe Zahl von Pflanzen oder eine kleine Anbaufläche, allerdings können Privatpersonen gegen einen hohen Preis eine zeitlich begrenzte Anbau-Genehmigung erhalten.

Illegaler Schlafmohnanbau ist allerdings wenig profitabel. Um Opium optimal aus den unreifen Samenkapseln zu gewinnen müssen diese an mehreren Tagen angeritzt werden um die Pflanzenmilch zu gewinnen, was bei mehreren Pflanzen zwangsläufig einen sehr hohen Arbeitsaufwand und ein damit verbundenes hohes Entdeckungsrisiko bedeutet. Wenn die Samenkapseln wild gesäter Pflanzen ganz geerntet werden, um das Entdeckungsrisiko zu reduzieren, braucht es in der Regel mehrere der recht großen Pflanzen, mit den auffälligen Blüten, um eine einzelne Wirkdosis zu erhalten. Da die Opiatkonzentration sehr stark schwanken kann, besteht auch das Risiko einer lebensbedrohlichen Überdosierung.


ReferenzenBearbeiten

  1. Risikoanalyse: Morphin und Codein in Mohnsamen für Back- bzw. Speisezwecke

Verwandte DrogenBearbeiten

Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Dextropropoxyphen, Exorphine, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein, Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonsiten

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