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Mutterkorn
Ergovaline

Ergovalin, ein giftiges Mutterkorn-Alkaloid

Mutterkorn (Claviceps purpurea) ist ein sehr giftiger Pilz, der auf Getreide wächst.

Eine Vergiftung mit Mutterkorn wird als Ergotismus bezeichnet. Ältere Bezeichnungen sind Ignis sacer („heiliges Feuer“), Antoniusfeuer oder auch Kriebelkrankheit. Bei einer Vergiftung treten starke Durchblutungsstörungen auf, welche zu Hautkribbeln und brennenden Schmerzen führen. Im weiteren treten schwere Krampfanfälle auf und Körperteile wie Zehen und Finger können absterben. Eine solche Vergiftung kann leicht tödlich enden.

Unbeabsichtigte Massenvergiftungen mit Mutterkorn waren im Mittelalter häufig und von ihrem Ausmaß ähnlich gefährlich wie Seuchen.

In der Vergangenheit wurde Mutterkorn in kleinen Mengen zur Einleitung der Wehen oder als Abtreibungsmittel benutzt und hat daher seinen Namen. Die Gewinnung von Mutterkorn wird heute im fast ausschließlich durch in-vitro-Kulturen erreicht, kann aber durch Beimpfung von Getreide auch in Freilandkulturen erfolgen.

LSD

LSD

Albert Hoffmann entdecke 1937 bei seinen Forschungen um die Mutterkorn-Alkaloide das Psychedelikum LSD.

Wegen ihrer Eignung zur halbsynthetischen Synthese von LSD sind die Mutterkornalkaloide Ergometrin, Ergotamin und Lysergsäure in der Kategorie 1 der Grundstoffe im Grundstoffüberwachungsgesetz gelistet, weshalb ihre Herstellung genehmigungs- und melde-pflichtig ist.

ähnliche Gifte und DrogenBearbeiten

Mutterkornpilzverwandte und SüßgräserBearbeiten

Das Mutterkorn-Alkaloid Ergovalin wird auch von verschiedenen Pilzen der Gattungen Epichloë und Neotyphodium gebildet, welche auf und in einigen Süßgräsern (Poaceae) vorkommen und diese für Menschen und Weidevieh giftig machen, wobei die Symptomatik der "Schwingelvergiftung" (Fescue toxicosis) dem Ergotismus gleicht. Der Ergovalin-bildende Endophyt Epichloë coenophiala (auch Neotyphodium coenophialum genannt) kommt u.a. in Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea) oder Taumel-Lolch (Lolium temulentum) vor. Taumel-Lolch, auch als Rauschgras bezeichnet, konnte als Unkraut ebenfalls Getreideernten vergiften.

Erginhaltige WindenBearbeiten

LSA - Ergin

Ergin

Auch bei den Ergin-haltigen Windengewächsen wird davon ausgegangen, dass das wirksame Alkaloid auf ähnliche Weise durch Pilze in den Pflanzen gebildet wird.

KykeonBearbeiten

Kykeon ist ein Mischtrank aus Getreide und Wasser, welches den Initianten des antiken Mysterienkults von Eleusis gereicht wurde und bei diesen zuverlässig zu Erleuchtungserscheinungen geführt haben soll.

Es gibt Spekulationen das es sich bei Kykeon um eine psychdelische Droge handelte, welche aus Mutterkorn oder Taumel-Lolch hergestellt wurde. Da aber die genaue Zusammensetzung von Kykeon unbekannt ist lässt sich dies nicht abschließend klären.

WeblinksBearbeiten