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Papaver somniferum var. nigrum

Schlafmohn (Papaver somniferum) ist eine einjährige Blütenpflanze, welche opioide Wirkstoffe, wie Morphin, Codein, Thebain und Narcein, enthält und dadurch eine analgetische, sedierende, antitussive und euphorisierende Wirkung entfalten kann, sowie ein hohes Abhängigkeitspotential besitzt.

Das Opium, der getrocknete Milchsaft des Schlafmohns, war über Jahrtausende ein verbreitetes Arznei- und Rausch-Mittel. Aus Opium und der Schlafmohn-Pflanze lässt sich Morphin gewinnen, welches heute Grundlage für die halbsynthetische Herstellung sowohl von der illegalen Droge Heroin als auch für die als medizinische Schmerz- und Husten-Mittel bedeutenden Morphinane ist.

Darüber hinaus ist Schlafmohn auch eine Zier- und Nutz-Pflanze. Die morphin-armen Samen des Schlafmohns (sogenannter Weiß-, Grau-, oder Blau-Mohn) sind eine unerlässliche Zutat von Mohnkuchen und Mohnbrötchen und werden auch für die Herstellung eines Speiseöls, dem Mohnöl, verwendet.

Schlafmohn gehört zur Gattung Mohn (Papaver) in der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Pflanze kann auch im kühleren Deutschland kultiviert werden und verwildern. In Deutschland ist heute aber nur noch das genehmigte Anpflanzen spezieller Morphin-armer Sorten gestattet, ansonsten ist die Pflanze illegal und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz.

NamenBearbeiten

Die Bezeichnung Schlafmohn rührt daher, dass man die Pflanze mindestens seit der griechischen Antike als Schlafmittel für Kinder einsetzte. Heute wird von einer solchen Verwendung abgeraten, da gerade Kinder sehr empfindlich auf Opioide reagieren können. Auch die lateinische Bezeichnung somniferum bedeutet "Schlaf bringend".

Z.T. wird Schlafmohn auch als Gartenmohn bezeichnet, da man ihn wegen seiner großen schönen Blüten oft als Zierpflanze kultivierte. Heute ist diese Bezeichnung oft irreführend, da wegen der Illegalität hauptsächlich Türkischer Mohn (Papaver orientale) in Gärten kultiviert wird und dieser jetzt als Gartenmohn gilt.

Im Englischen wird Mohn als Poppy und Schlafmohn im speziellen als Opium-Poppy bezeichnet. Im Französischen ist Schlafmohn pavot somnifère oder Pavot à opium. Analog zu Gartenmohn existieren in beiden Sprachen die Bezeichnungen "Garden-poppy" bzw. "Pavot des jardins".

In Indien ist die Pflanze als Koknar und ein aus ihr hergestelltes Getränk als Kuknar bekannt. Die Sumerer nannten die Pflanze Hul Gil, was sich als "Freuden-Pflanze" übersetzten lässt. Die altgriechische Bezeichnung war Mekon, welche vermutlich dieselbe Wurzel hat wie das deutsche "Mohn".

Als Tarnbezeichnungen wird Schlafmohn etwa als Schöne Blume bezeichnet. Analog zur Bezeichnung der Samen als Nahrungsmittel wird auch von Blau-, Grau- oder Weißmohn gesprochen. Gerade die Bezeichnung als Weißmohn kann aber für Verwirrung sorgen kann, da sich die Bezeichnung der Varietät Papaver somniferum var. album eigentlich auf die weiße Blütenfarbe bezieht.

Vereinfachend wird die Pflanze manchmal auch schlicht als Opium bezeichnet, was sich vom altgriechischen opos (Pflanzensaft) ableitet und eigentlich nur eine aus ihr hergestellte Zubereitung meint. Entsprechend wird dann von "Opiumfeldern" und "Opiumanbau" gesprochen.

Wilder Schlafmohn
Vollansicht

PflanzeBearbeiten

BeschreibungBearbeiten

Schlafmohn ist eine einjährige Pflanze, welche Wuchshöhen von 30 bis 150 cm erreicht.

Ihr aufrecht-wachsender, kaum verzweigter, stielrunder Stängel ist unten kahl und nach oben vereinzelt mit Borstenhaaren besetzt. Die Blätter sind länglich-eiförmig, am Rande gekerbt oder gesägt bis hin zu unregelmäßig gelappt. Im unteren Bereich sind sie an einem kurzen Stiel hinablaufend, im oberen Bereich mehr oder weniger den Stängel umfassend.

Die Blütezeit reicht meist von Ende Juni bis vereinzelt in den August, wobei Wintermohnsorten schon im Frühling blühen können. Die Pflanze bildet an den Spitzen der Stängel zunächst eine einzelne Blütenknospe an schlanken, kahlen oder haarigen Stielen. Diese Knospen stehen zunächst aufrecht, nicken dann zur Seite und richten sich vor der Blüte wieder auf. Bei der Blüte öffnen sich die Knospen in zwei Kelchblätter, wobei die markanten Kronblätter zum Vorschein kommen. Die bis zu 10 cm großen Blüten bestehen aus vier, sehr dünnen Kronblättern, sind oft weiß, violett und nur sehr selten rot und besitzen in der Mitte dunkle Flecken. Bereits nach wenigen Tagen ist die Blüte bestäubt, wirft die Kronblätter ab und bildet danach die Samenkapseln, welche sortenspezifisch sehr unterschiedlich geformt sein können. Nach dem Ausreifen der Fruchtkapseln vertrocknen die Pflanzen.

Es existieren verschiedene Mohn-Ziersorten, deren Blüten große Abweichungen in Farbe und Form aufweisen können.

Die ganze Pflanze ist von Milchsaftgefäßen durchzogen, wobei diese insbesondere in den Samenkapseln kurz vor der Reife ein sehr verzweigtes Netz bilden. Schlafmohn bildet eine tiefe Pfahlwurzel aus.

Schlafmohn ist selbstbestäubend, d.h. er kann auch ohne von den Pollen einer anderen Pflanze bestäubt worden zu sein seine Samenkapseln und fruchtbare Samen produzieren. Die Samen keimen durch Licht bei Zimmer-, Wechsel- und niederen Temperaturen.

VorkommenBearbeiten

GlobalBearbeiten

Ursprünglich stammt Schlafmohn vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum oder westlichen Asien, heute ist er allerdings in allen gemäßigten und warmen Regionen der Welt verbreitet.

In sehr vielen Ländern wird Schlafmohn legal kultiviert, etwa zur Medikamentenherstellung und Speisemohn-Herstellung. Im deutschsprachigen Raum ist insbesondere Österreich für seine Schlafmohnfelder und den Waldviertler Graumohn bekannt. In der Bundesrepublik Deutschland dürfen nur spezielle Morphin-arme Schlafmohn-Sorten mit Genehmigung kultiviert werden. Dieses Verbot wird allerdings nicht häufig durchgesetzt, da in der Regel kein Interesse daran besteht einfache Gärtner zu drangsalieren, wenn kein Verdacht auf Betäubungsmittelherstellung besteht. Darüber hinaus kommt Schlafmohn wild vor. In der DDR wurde Schlafmohn, wie in vielen Ländern des Ostblocks, noch im großen Maßstab kultiviert.

In der Vergangenheit bedeutsame Opium-Produzenten waren Indien, China, die Türkei, Persien, Ägypten, Jugoslawien, die UdSSR, Nordgriechenland (Makedonien), Bulgarien und Marokko. Die UNO erlaubt heute noch der Türkei, Indien, Australien, Frankreich, Spanien und Ungarn die legale Opiumproduktion. Mit 700 km² Anbaufläche produziert die Türkei über die Hälfte des legalen Opiums.

Zum Zweck der Mohnsaatgewinnung wird Mohn vor allem in Tschechien, der Türkei, Spanien, Ungarn und Frankreich angebaut.

Schwerpunkte des illegalen Schlafmohnanbaus sind die Länder des Goldenen Halbmonds (Afghanistan, Iran, Pakistan), des Goldenen Dreiecks (Thailand, Myanmar, Laos), sowie Mexiko, Kolumbien, der Libanon und Vietnam.

Standort, Boden, KlimaBearbeiten

Schlafmohn wächst vor allem auf Ruderalflächen, d.h. Flächen mit kahler, oft frisch aufgeworfener Erde, in sonnig-warmen, nicht zu nassen Lagen. Er kommt etwa auf Abbruchgrundstücken vor, bei Erdarbeiten an Baustellen oder kann als Unkraut auf Ackerflächen oder Feldrändern wachsen.

Im Ackerbau soll er besonders auf warmen, nährstoffreichen Böden mit guten Humus- und Kulturzustand wachsen, aber auch noch auf jedem Mittelboden oder leichterem Boden anbaubar sein. Schlafmohn hat einen hohen Kalkbedarf. Ein neutraler bis alkalischer PH-Wert des Bodens ist förderlich. Bei entsprechender Entwässerung lässt er sich auch auf gut zersetzen Niederungsmooren anbauen. Nur zu extreme Böden sind nicht für Schlafmohn geeignet.

Naßkalte und windige Lagen sind für Schlafmohn ungeeignet. Im raueren Klima reift er nur schwer aus.[1]

Man findet ihn häufig in Gesellschaft mit dem roten Klatschmohn, wobei Klatschmohn etwas früher im Jahr blüht. Auch Luzerne (Medicago sativa) ist ein guter Bodenmarker für kalkhaltige Böden, die auch dem Schlafmohn zusagen. Schlafmohnanbau war in Deutschland vor allem in Regionen verbreitet, in denen auch Körnermais angebaut wurde, Luzerne wuchs oder der Roggen bereits früh im Jahr gedroschen werden konnte.

Bundesarchiv Bild 183-N0304-312, Mohnernte in der Magdeburger Börde.jpg

Mohnernte in der Magdeburger Börde, 1948.

Mohnfeld bei Germerode.jpg

Mohnfeld im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald, Hessen, 2011.

AnbauBearbeiten

Dieser Abschnitt spiegelt den historischen Anbau wieder, jeglicher auch nur versuchte ungenehmigte Anbau stellt heute einen schweren Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz dar und kann mit Geld- und Haft-Straften geahndet werden.
Aussaat und Erhalt

Für den Ackerbau wurde Schlafmohn in der Regel Anfang April bis zum 20. April ausgesät. In warmen Ländern wird Schlafmohn auch überwinternd angebaut, wofür die Wetterbedingungen in Deutschland aber nicht geeignet sind bzw. es spezielle Wintermohnsorten braucht. Er ließ sich sowohl als Monokultur als auch als Mischkultur mit Möhren, Klee, Weberkarden, Futterrüben, Kartoffeln und Kümmel anbauen.

Für einen Hektar (10000 m²) wurden je nach Sorte 3 bis 8 kg Saat benötigt, bei Dünnsaat, um sich das spätere verhacken und vereinzeln zu sparen, auch nur 2 kg.

Bei schließenden Boden soll die Aussat in eine flache Furche erfolgen. Als Standweite werden 25 bis 50 cm empfohlen. Die Samen keimen im Licht bei Temperaturen ab 3°C bis 4°C. Fröste unter -5°C bis -6°C konnten sich schädlich auswirken.

Die Keimdauer beträgt 10 bis 14 Tage. Wenn die Pflanzen drei bis vier fingerlänge Blätter haben sollten sie spätestens verhackt und vereinzelt werden. Etwa 25 bis 30 Pflanzen je m² werden als am günstigsten angesehen.

Unkrautbekämpfungsmittel sind für Schlafmohn in der Regel ungeeignet, da er selbst sehr empfindlich auf sie reagiert. Einer Verkrustung des Bodens durch Trockenheit sollte durch Hacken entgegengewirkt werden, wobei man aber auf die Unversehrtheit der Pflanze achten sollte.

Allgemein ist Mohn im Ackerbau eine sehr arbeitsaufwendige Pflanze.

Düngung

Stalldünger sollten mindestens im Herbst, Gründünger im Winter vor der Aussaat eingepflügt werden. Auch Jauche ist von Vorteil.

Schlecht reagiert Schlafmohn auf einseitige Stickstoffüberdüngung. Auf eine gute Versorgung mit Kali reagiert er mit Mehrerträgen. Eine Düngung mit Phosphorsäure, zusätzlich zu Kali und Stickstoff führt zu weiteren Ertragssteigerungen. Höchste Morphingehalte wurden durch Volldüngung mit besonders reichlich Stickstoff erzielt.

Kalidüngung und auch Phosphorsäuredüngungen sollten in jedem Fall mindestens drei Wochen vor der Aussaat stattfinden, weil die Keimlinge empfindlich auf erhöhte Salzkonzentrationen reagieren.

Opium-Ernte

Der optimale Zeitpunkt für das Anritzen zur Opiumernte wurde mittels Versuchen auf, je nach Sorte, den 8 bis 10 Tag nach dem Abfallen der Blütenblätter bestimmt. Dieser Zeitpunkt lässt sich dadurch charakterisieren, dass die Samenkapseln bei Fingerdruck nicht mehr nachgeben. Unterschiede bezüglich vormittags und abends geritzen Kapseln wurden nicht festgestellt. Mit zunehmender Reife nimmt der Opiumertrag und die Morphinausbeute ab, während der Ölgehalt der Samen zunimmt.

Es gibt unterschiedliche Ritztechniken. Wichtig ist, dass die Schnitte tief genug erfolgen um die Gefäße der Pflanzenmilch zu treffen, aber nicht so tief, dass der innere Hohlraum der Kapsel angeschnitten wird, da sich sonst der Saft in das Innere der Pflanze ergießt. Zum Ritzen werden sehr scharfe Messer verwendet, etwa Rasierklingen oder Cutter. Oft werden gleich mehrere parallele Schnitte in 3-5 mm Abstand gesetzt, wofür man mit einfachen Mitteln mehrere Klingen zu einem Werkzeug verbindet.

Das Ritzen erfolgt meist bei Sonnenuntergang und das angetrocknete Opium wird am nächste Morgen gesammelt. Dies erfolgt vor allem damit sich das Opium nicht durch das Sonnenlicht schwarz verfärbt, was als ein Anzeichen für schlechte Qualität gilt.

Zum Sammeln wird das Opium von der Mohnkapsel oft mit einem speziellen Werkzeug abgeschabt. Das gesammelte Opium wird dann zu einem Opiumkuchen (auch Opiumbrot genannt) geformt und in Mohn-, Feigen- oder Weinblätter eingewickelt und manchmal mit Rumex-Früchten bestreut.

Ein Hektar kann Erträge bis über 6 kg Rohopium liefern. 100 Samenkapseln bringen etwa 3 g Opium ein. Die Opiumernte wirkt sich bei den meisten Sorten ertragsmindernd auf die Saaternte aus, allerdings scheint der Ölgehalt der Samen gleich zu bleiben.

Feldarbeiter sind vor der Arbeit auf die Giftigkeit der Pflanzen hinzuweisen.

Kapsel-Ernte

Getrocknete Kapseln haben etwa den 7-fachen Morphingehalt wie frische. In der Literatur bestehen unterschiedliche Forschungsergebnisse darüber, ob der absolute Morphingehalt bei der Reifung der Kapseln zu oder ab nimmt. Oft wurden die noch grünen Kapseln geerntet. Ebenso wie bei der Opiumernte sind die Feldarbeiter auf die Giftigkeit der Pflanze hinzuweisen.

Die geernteten Kapseln werden der Länge nach halbiert, von den Samen befreit und bei Temperaturen unter 70°C künstlich getrocknet. Der Ertrag an Kapseln liegt etwa bei 40 bis 60 dz pro Hektar.

Saaternte

Die Saat ist meist Juli bis Mitte August reif, z.T. aber auch erst im September. Die Blätter und Kapseln fangen dann an zu vergilben. Die Kapseln sind reif wenn der Samen in ihnen beim Schütteln raschelt. Bei Schließmohn ist eine zu frühe Ernte zu vermeiden, da diese sich schädlich auf die Samenqualität auswirkt. Bei Schüttmohn hingegen ist sehr vorsichtig vorzugehen, da sonst leicht Samenverluste eintreten.

Im Kleinanbau wird ein Feld meist an mehreren Tagen begangen um die jeweils reifen Kapseln als ganzes zu ernten. Es braucht etwa 16-20 Arbeiter um an einem Tag einen Hektar zu pflücken.

Die gernteten Kapseln werden dann in dünnen Lagen zum Nachtrocknen in einer Scheune oder einem Speicher gelagert und in arbeitsschwachen Zeiten die Mohnsaat aus ihnen gewonnen, etwa mit einem Messer oder einer Rübenmühle.

Bei größere Flächen kann der Schließmohn als ganzes gemäht bzw. gesichelt werden und einige Mohnpflanzen, als Garbe zusammengebunden, auf dem Feld nachgetrocknet werden. Die Kapseln werden dann später abgeschnitten und die Saat kann mit einer Dreschmaschine von den Kapseln getrennt werden.

Zum Trocknen werden die Mohnsamen auf einen luftigen Boden dünn aufgeschüttet (20 bis 30 cm) und wiederholt umgeschaufelt. Kapsel- und Strohteile im Samen können zur Belüftung beitragen. Es besteht die Gefahr das der Mohnsamen ranzig wird.

Der Samenertrag in Monokultur liegt bei 10 bis 18 dz pro Hektar, in selten Fällen sogar bei 20 dz und höher. Die anfallenden Kapselreste ließen sich an weiterverarbeitende Betriebe abliefern. Sie machen etwa die Hälfte der Menge des gewonnenen Samens aus.

Blatternte

Zur Blatternte werden während der Blütezeit von einer Pflanze nur einige gesunde Blätter gesammelt.

Krankheiten und SchädlingeBearbeiten

Bei guter Pflege stellen Krankheiten und Parasiten nach der anfangs langsamen Wachstumphase für den Mohnanbau in der Regel kein Problem dar.[2]

Krankheit

Harzfäule

Vermutlich durch Bormangel verursachte Krankheit, die zum Eingehen der Pflanze führt.

Pilze

Peronospora arborescens (Falscher Mehltau)

Der Pilzbefall zeigt sich durch ein blasiges Auftreiben der Blätter und bei starkem Befall durch verkrümmung der Stengel.

Cladosporium herbarum

Der Pilzbefall bewirkt eine Schwarzfärbung der Samenkapseln.

Helminthosporium papaveris und andere Helminthsporium-Arten

Bewirkt die parasitäre Blattdürre des Mohns.

Schädlinge

Ceutorhynchus macula-alba (Mohnkapselrüssler)

Legt Eier in Mohnkapseln, wo sich die Larven von den Samen ernähren.

Perrisia papaveris (Mohnblütengallmücke)

Befällt die Mohnkapseln wie der Mohnkapselrüssler.

Stenocarus fuliginosus (Mohnwurzelrüssler)

Die Maden verursachen Fraßschäden an der Wurzel.

Doralis fabae und Myzodes persicae (Blattläuse)

Sollen vor allem in trockenen Jahren bei kontinentalem Klima Schäden verursachen.

Cnephasia mahlbomiana (polyphager Wickler)
Schnecken und Engerlinge
Sperlinge und Finken

Hacken die Samenkapseln an der Basis an, so dass der Samen ausfällt.

SortenBearbeiten

Wie bei den meisten Kulturpflanzen gibt es auch bei Schlafmohn eine breite Paletten an Sorten und Züchtungen.

Wichtig für die Gewinnung der Mohnsaat ist, ob sich die Samenkapseln selbstständig öffnen oder verschlossen bleiben. Beim Schließmohn (auch blinder Mohn genannt) bleiben die Kapseln verschlossen, so dass von der Saat vor der Ernte nichts verloren geht. Beim Schüttmohn (auch Schnittmohn oder sehender Mohn genannt) öffnen sich die Kapseln und die Pflanze samt sich selbstständig aus. Sortentypisch kann auch die Form der Samenkapseln sein (Kugel-, Tonnen-, Birnen- und Lang-förmig).

Sortenspezifisch ist auch die Farbe Mohnsaat: sie kann etwa blaugrau, weiß, gelb, graurot und schwarz sein. Entsprechend der Farbe wird von Blaumohn (auch Schwarzmohn), Graumohn oder Weißmohn gesprochen, wobei dies meist schon die Saat an sich bezeichnet.

Nach der Blütenfarbe werden insbesondere zwei Varietäten unterschieden, var. album (auch var. medicinalis), mit weißen Blüten und violettem Fleck, und var. nigrum, mit purpurvioletten Blüten und dunkelblauvioletten bis schwärzlichem Fleck.[3] Irritierender Weise werden diese Varietäts-Bezeichnungen z.T. aber auch für die Saat-Varietäten verwendet, also var. album entsprechend für Weißmohn und var. nigrum für Blaumohn. Weißblütiger Mohn kann aber auch blausamig sein und violettblütiger Mohn ebenso weißsamig.

Seit den 1990er Jahren werden auch Wintermohn-Sorten verwendet, welche meist im September ausgesät werden, überwintern und ab Mai blühen können. Die alten Mohnsorten, welche weniger frostbeständig sind, werden entsprechend als Sommermohn bezeichnet.

In den östlichen Mittelmeerländer, dem Iran und Indien wird vor allem var. album angebaut. Es wird davon ausgegangen, dass in vielen nah- bis fernöstlichen Ländern alte Landsorten für den Anbau verwendet werden, welche in ihrer Genetik stark gestreut, dadurch robuster und zuverlässiger, aber auch meist weniger ertragreich sind.

Als morphinreich gelten Sorten mit Kugel- und Tonnen-förmigen Kapseln. Mittelmäßig hingegen sind Birnen-förmige und morphin-arm Lang-förmige Kapseln. Bezüglich der Samenfarbe wurden hohen Morphingehalte besonders bei blauen, dunkelfarbigen und grauen Samen gefunden, hingegen nur mittlere bis niedrige bei weißen Samen. Weißmohn erzeugt dafür aber größere Mengen an Opium.

DeutschlandBearbeiten

veraltete SortenBearbeiten

Einst in Deutschland kultivierte Zuchtsorten waren etwa "Eckendorfer Blausamiger Schließmohn", "Mahndorfer Blausamiger Schließmohn", "Peragis blausamiger Schließmohn"(Weihenstephaner), "Strubes Blausamiger Schließmohn" und "Erbachshofer Blaumohn".

Untersuchungen im Jahr 1946 zeigten, dass man aus diesen Sorten ein Opium mit hohen Morphin-Gehalt von 17 bis 20,9% gewinnen konnte, aber nur 16 bis 19 mg Opium pro Kapsel, mit Ausnahme von Strubes mit 65 mg Opium pro Kapsel (17,3% Morphingehalt). Trotz dessen war Schlafmohnanbau in Deutschland lange auf die Verwendung als Nahrungsmittel und Nahrungsöl beschränkt.

Morphin-freie SortenBearbeiten

Nahezu Morphin-freie Sorten sind Zeno MorphEx (Wintermohn) und Mieszko (Sommermohn). Ihr Morphin-Gehalt liegt bei unter 0,02%. Sie sind als einzige für die Kultivierung in Deutschland zugelassen.

Waldviertler Graumohn gilt zwar als morphin-arm, sein Morphingehalt liegt aber mit etwa 0,15% in den trockenen Kapseln deutlich höher und ist deshalb durchaus für den missbräuchlichen Gebrauch als Droge geeignet.

Liste von SortenBearbeiten

Liste der Sorten
Herkunft Name Winterhärte Blütenfarbe Kapseln Samenfarbe Morphingehalt
Österreich Edel-Rot Sommermohn rot Schüttmohn grau
Edel-Weiß Sommermohn weiß Schüttmohn grau
Florian Sommermohn rot Schließmohn grau
Zeta Sommermohn weiß Schließmohn blau
Aristo Sommermohn rosa Schließmohn blau
Josef Wintermohn rot Schließmohn blau
Zeno Wintermohn violett Schließmohn blau
Zeno2002 Wintermohn violett Schließmohn blau
Zeno Morphex Wintermohn violett Schließmohn blau Morphin-frei

zu ergänzen

InhaltstoffeBearbeiten

AlkaloideBearbeiten

Die Pflanze enthält ca. 37 bekannte Alkaloide. Von diesen sind die Opiode Morphin(= Morphium), Codein, Thebain(= Paramorphin) und Narcein, für die hauptsächliche Wirkung verantwortlich und werden auch als Opiate bezeichnet. Weitere wichtige Wirkstoffe sind Papaverin und Noscapin (= Narkotin).

Die größte Konzentration an Alkaloiden findet sich im Milchsaft, hingegen keine Alkaloide oder nur Spuren davon in den Samen.

Wie bei allen biogenen Drogen kann der Wirkstoffgehalt stark schwanken, u.a. abhängig von Sorte, Entwicklungsstand, Standortbedingungen (Bodenbeschaffenheit, Witterung) und der Tageszeit.

Liste der AlkaloideBearbeiten


Morphin - Morphine.svg

Morphin

MorphinBearbeiten

Morphin ist Hauptalkaloid und Hauptwirkstoff des Schlafmohns. Es wirkt als Opioid besonders stark auf den µ-Opioid-Rezeptor (die Bezeichnung µ leitet sich direkt von Morphin ab). Über die Wirkung auf den µ-Rezeptor entfaltet es vor allem seine analgetische und euphorisierende Wirkung, allerdings auch die schädliche Suchterzeugung.

Therapeutische Gaben von 5 bis 10 mg Morphin wirken analgetisch, sedativ und antitussiv, trüben aber das Bewusstsein nicht. Euphorisierende und anxiolytische Wirkungen können auftreten, sind aber nicht zwingend. In einigen Fällen wird auch von Dysphorie berichtet. Die Atemfrequenz fällt, wird aber durch tiefere Atemzüge ausgeglichen. Nebenwirkung sind Miosis und bei ca. 5% der Menschen Übelkeit, welche sich durch Gabe von Antiemetika, wie Atropin, behandeln lässt. Bei Morphin kann es im stärkeren Maße als bei Opium zu Verstopfung kommen. Der kalorische Grundumsatz eines Menschen kann um 20 bis 25% fallen, steigt aber bei Abhängigen wieder an. Manchmal kann es durch Schließmuskelverkrampfung zu schmerzhaften Harnstau an der Blase oder Gallenstau an den Gallenwegen kommen.

Größere Dosierungen von Morphin bewirken eine weitere Reduktion der Atemfrequenz und eine Reduzierung des Atemvolumens, so dass bei einer akuten Morphinvergiftung der Tod durch Atemlähmung eintritt. Eine gesteigerte Krampfneigung kann verstärkt werden, was aber in der Regel nur bei kleinen Kindern beobachtet wird. Es lässt sich vermuten, dass krampferzeugende Dosisierungen beim normalen Erwachsenen oberhalb der letalen Dosis liegen.

Codein - Codeine.svg

Codein

CodeinBearbeiten

Codein hat selbst nur eine geringen agonistischen Effekt auf den µ-Opioid-Rezeptor und entfaltet seine Wirkung hauptsächlich dadurch, dass es zu 10% zu Morphin metabolisiert wird. 80% des Codeins hingegen werden direkt durch die Nieren wieder ausgeschieden. Bei Dosierungen von über 400 mg Codein kann die Metabolisierung gesättigt sein, d.h. bei den meisten Menschen findet keine Steigerung der Wirkung mehr statt. Manche Menschen können aber auch sehr empfindlich auf Codein reagieren, weil sie besser oder schneller Codein zu Morphin umwandeln.

Codein ist insgesamt von seiner Wirkung deutlich schwächer als Morphin, ist aber immer noch ein gutes Antitussivum und soll, gerade weil es nur langsam metabolisiert wird, einen deutlich geringeren addiktiven Effekt haben als andere Opioide. Durch synergetische Effekte soll Codein die Wirkung von anderen Nicht-Opioiden Analgetika verstärken können.

Thebaine skeletal.png

Thebain

ThebainBearbeiten

Thebain, auch Paramorphin genannt, ist ein schwaches Opioid, welches sich auch im Arzneimohn und im Türkischen Mohn findet. In der Biosynthese von Morphin und Codein ist es eine wichtige Vorstufe. Thebain hemmt auch die Cholinesterrase, ein Enzym welches u.a. für den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin verantwortlich ist.

Im Gegensatz zu der eher dämpfenden Wirkung von Morphin wirkt Thebain eher stimulierend und kann in großen Dosierungen Krämpfe verursachen (vergleichbar mit einer Strychnin-Vergiftung), weshalb es auch als Krampfgift gilt.

Medizinisch ist es vor allem zur Herstellung von Oxycodon bedeutsam.

Narkotin - Narcotine.png

Narkotin

NoscapinBearbeiten

Noscapin, auch Narkotin genannt, ist ein Alkaloid mit antitussiver, schwach atemanregender und bronchodilatatorischer Wirkung. Seine antitussive Wirkung ist schwächer als die von Codein und es wirkt nicht als Opioid.

Es soll insbesondere durch synergetische Effekte die narkotisierende Wirkung von Morphin verstärken. Die Atem-anregende Wirkung ist günstig, da sie der Atem-Dämpfung durch die Opioide entgegenwirkt.

Papaverin - Papaverine.png

Papaverin

PapaverinBearbeiten

Papaverin ist ein Phosphodiesterase-Hemmer, welcher in ausreichender Dosierung eine krampflösende Wirkung entfaltet.

Es wirkt dadurch der von Thebain und im geringeren Maße Morphin verursachten, spastischen Wirkung entgegen, wodurch Nebenwirkungen wie Gallen- und Harnwegssperre und die durch Darmhemmung verursachte Verstopfung reduziert werden.

Hohe Gaben von Papaverin können die glatte Muskulatur lähmen. Sehr hohe Papaveringaben können zum Tod durch Herzlähmung führen.

Narceine.svg.png

Narcein

NarceinBearbeiten

Narcein ist ein schwaches Opioid mit hypnotischer und narkotisierender Wirkung. Es soll potenzierend auf die Wirkung von Morphin wirken.

weitere AlkaloideBearbeiten
Cryptopin

Wirkt zentral lähmend und soll eine erregende Wirkung auf den Uterus haben.

Protopin (Fumarin)

Kann bei Kalt und Warmblütern Krämpfe verursachen und sekundär eine Lähmung bewirken. Bei Hunden soll es Halluzinationen bewirken und keine sedativen oder hypnotischen Wirkungen haben. Seine Toxizität gilt aber als gering.

Narcotolin

Wirkt ähnlich wie Narcotin, aber schwächer. Auf den Meerschweinchendünndarm soll es ähnlich wie Papaverin wirken.

Rest

Laudanin, Laudanosin und Tritopin wirken als Krampfgifte. Hydrocotarnin, Gnoscopin teils zentral, teil periphär lähmend. Pseudomorphin (Oxydimorphin) ist unwirksam.

Biosynthese der AlkaloideBearbeiten

Aus: Benzylisoquinoline alkaloid biosynthesis in opium poppy. von Guillaume A. W. Beaudoin und Peter J. Facchini (DOI 10.1007/s00425-014-2056-8)

Aus: Benzylisoquinoline alkaloid biosynthesis in opium poppy. Guillaume A. W. Beaudoin · Peter J. Facchini (DOI 10.1007/s00425-014-2056-8)

SäurenBearbeiten

Meconic acid.png

Mekonsäure

In der Pflanze bzw. ihren direkten Zubereitungen liegen die Alkaloide in Lösung mit oder gebunden an Pflanzensäuren vor, hauptsächlich der für Mohn typischen Mekonsäure, aber auch mit Milchsäure und Schwefelsäure.[4] Beim erhitzen mit Salzsäure oder Temperaturen über 200°C zersetzt sich Mekonsäure zu Komensäure, bei trockener Destillation Pyromekonsäure (= Oxypyron).

Mekonsäure gilt heute als unwirksam.

Zweck der Opioide im SchlafmohnBearbeiten

Es ist unklar, welchen ursprünglichen Zweck es für die Schlafmohnpflanze hatte, Opioide-Alkaloide zu produzieren.

Diese könnten als Frassgift fungieren, da der Verzehr einiger Pflanzen schnell zu Erbrechen oder einer tödlichen Vergiftung führt und das Gift gerade in den empfindlichen Samenkapseln vorkommt. Allerdings würde man dann die Wirkstoffe auch gerade im Samen erwarten, wo sie nicht vorkommen, und in entsprechender Dosis haben gerade die Opioide eine anziehende Wirkung auf Fressfeinde, wie etwa den Menschen.

In der Gattung Mohn ist Schlafmohn die einzige Art welche Morphin bildet und auch die einzige Art welche zur Kulturpflanze wurde, andere Mohn-Arten bilden die krampferzeugenden Opioide Thebain und Oripavin, welche im Schlafmohn Vorstufen zur Biosynthese von Morphin sind.

Die menschliche Kultivierung der Pflanze hat sicher in den vergangenen 8000 Jahren eine bedeutende Rolle bei ihrer Entwicklung und Verbreitung gespielt und dürfte ihr einen enormen evolutionären Vorteil gegenüber anderen Pflanzen eingebracht haben.  Es ist insofern davon auszugehen, dass sie sich zumindest in dieser Zeit an die menschlichen Bedürfnisse angepasst hat.

KonsumBearbeiten

DarreichungsformBearbeiten

Im illegalen Drogenhandel spielt Schlafmohn nur in den Produktionsländern von Opium und Heroin eine Rolle, da es weit profitabler und einfacher ist sein hochpotentes Verarbeitungsprodukt Heroin zu schmuggeln, als die weit weniger potenten Pflanzenteile oder das Opium. Die Nachfrage ist auch sehr gering, weil Schlafmohn weniger potent ist, der Rausch mit mehr Nebenwirkungen verbunden sein soll und sich einfache Schlafmohn-Zubereitungen in Regel nur für den oralen Applikationsweg eignen.

Entsprechen greifen Schlafmohn-Konsumenten in der Regel auf das Sammeln in der Natur oder wildes Outdoor Growing zurück. Keimfähige Saat für das Outdoor Growing findet sich dabei in Lebensmittelgeschäften und kann auch über das Internet legal erworben werden. Zeitweise waren auch mit Pflanzensaft verunreinigte Mohnsaaten im Umlauf, aus denen sich direkt eine wirkstoffhaltige "Plörre" gewinnen ließ.

PflanzeBearbeiten

Schlafmohn kommt wild in Deutschland vor und kann illegal in der Natur gesammelt werden. Er ist aber in vielen Regionen recht selten. Zur Beschaffung wird er deshalb oft auf geeigneten Flächen ab April bis z.T. in den Juli hinein illegal, wild ausgesät (Outdoor Growing). Keimfähige Saat findet sich als Blaumohn, Graumohn oder Weißmohn in jedem besser ausgestatteten Lebensmittelgeschäft, es kann aber auch der Samen spezieller Zuchtsorten über das Internet gekauft werden.

Schlafmohn-Samen sind zwar explizit aus dem Verbot des Schlafmohns im Betäubungsmittelgesetz ausgenommen, jegliches Sammeln und Aussähen der Pflanze stellt aber dennoch einen Verstoß gegen dieses dar.

Zum Konsum werden die Pflanzenteile meist weiterverarbeitet. Die Wirkstoffe finden sich mit Ausnahme der Samen in allen Pflanzenteilen und insbesondere in den Mohnkapseln. Aus ihnen wird meist durch Auskochen ein Schlafmohn-Tee gewonnen oder mit Lösungsmitteln, wie z.B. Ethanol, wirksame Extrakte gewonnen. Opium, der getrocknete Milchsaft, wird in Deutschland nur selten gewonnen, da nur geringe Erträge zu erwarten sind und eine Ernte sehr arbeitsaufwendig und deshalb auffällig ist.

Als besonders Wirkstoff-reich gelten vor allem Blaumohn-Sorten, aber selbst morphin-arme Sorten wie der Waldviertler Graumohn enthalten noch relevante Mengen an Morphin. Lediglich nahezu Morphin-freie Züchtungen wie 'Mieszko' und 'Zeno Morphex' sind unbrauchbar, sie sind mit Genehmigung in Deutschland für Zierzwecke kultivierbar. Für die Opiumherstellung werden in den Ländern des Südens oft Weißmohn-Sorten verwendet, diese produzieren zwar deutlich mehr Opium, weisen dafür aber oft einen geringeren Morphin-Gehalt auf.

VerwechslungsgefahrBearbeiten

Durch seine großen Blüten, mit ihrer besonderen Färbung, die langen, weitgehend unbehaarten Stiele und die Form und Größe der Samenkapseln ist Schlafmohn an sich eine einfach zu identifizierende Pflanze. Vielen Drogeninteressierten fehlt aber die botanische Erfahrung, haben die Pflanze oft nie bewusst gesehen oder stützen sich nur auf fehlerhaften Halbwissen beim identifizieren und halten deshalb andere Pflanzen für Schlafmohn.

Da oft nur sehr unspezifisch von Mohn gesprochen wird, halten botanische Leihen oft andere Arten der Gattung Papaver für Schlafmohn oder glauben zumindest, dass aufgrund der Verwandtschaftsbeziehung diese auch eine Wirkung haben müssten. Die meisten anderen Mohnarten sind aber, wenn überhaupt, nur leicht opioid (Wirkstoff meist Thebain) und im Gegenzug dafür oft auch leicht giftig.

Vergleichende Übersicht
Art Trivialname Wirkung Legalität Blüte Stielbehaarung Blühzeit Kommentar
Papaver somniferum Schlafmohn opioid: Morphin, Codein, Thebain illegal, BtMG Anlage III

weiß, blaslila oder violett, sehr selten rot. Dunkler Fleck zum Kern.

Abweichende Zuchtformen

keine bis sehr wenig VI, VII, VIII Samen wird für Speisemohn verwendet
Ausgangsstoff für Opium und Heroin
Papaver bracteatum Arzneimohn, Armenischer Mohn leicht opioid bis giftig : Thebain, Oripavin illegal, BtMG Anlage II rot, längliche schwarze Flecken im Kern. 5 Kronblätter lange weiße Borsten V, VI Ausgangsstoff zur Synthese von Morphinanen, wie Oxycodon.
Papaver orientale Türkischer Mohn, Orientalischer Mohn leicht opioid bis giftig : Oripavin, Thebain legal

organgrot bis rot, schwarze Flecken eher breit,

Abweichende Zuchtformen

lange weiße Borsten V, VI Häufige Zierpflanze, Abgrenzung zum P. bracteatum schwierig
Papaver rhoeas Klatschmohn leicht giftig: Rhoeadin legal rot, selten weiß oder violett. Schwarzer Fleck im Kern. raue, borstig behaart V, VI, VII Sehr häufige Wildpflanze, z.T. Zierpflanze
Papaver dubium Saat-Mohn Keine Wirkstoffe legal rot V, VI Wildpflanze
Papaver argemone Sandmohn Keine Wirkstoffe legal rot, vier längliche Blütenblätter V, VI, VII Wildpflanze
Papaver setigerum Poppy of Troy,
Borstiger Mohn
leicht opioid legal rosa, violett V, VI, VII Nur im Mittelmeerraum verbreitet.
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Angeritzte Mohnkapsel

MohnkapselBearbeiten

Die Samenkapseln, auch Mohnfrüchte (lat. Fructus papaveris), Mohnköpfe (lat. Capita papaveris), Mohnkapseln, Mohnkolben oder Mohnkannen genannt, gelten als der wirkstoffreichste Teil der Pflanze, nach dem Milchsaft.

In den Ländern des Goldenen Halbmonds und des Goldenen Dreiecks wird durch das arbeitsaufwändige wiederholte Anritzen der Mohnkapseln und späteren abschaben der eingetrockneten Pflanzenmilch das Rohopium gewonnen. Beim illegalen Sammeln von Schlafmohn in dichter besiedelten, westlichen Ländern hingegen wird die Mohnkapsel meist als ganzes geerntet, um sie später an einem sicheren Ort weiterverarbeiten zu können.

Ernte

Es gibt sehr verschiedene Untersuchungsergebnisse über die Entwicklung des Morphin- und Nebenalkaloid-Gehalts im Verlauf der Reifung[5], z.T. wurde ein höherer Gehalt in den unreifen Kapseln gefunden, z.T. aber auch höhere Gehalte in den mittelreifen oder ausgereiften Kapseln, entsprechend ist der optimale Zeitpunkt der Kapselernte für die Opioid-Ausbeute nicht bestimmbar bzw. stärker von anderen Faktoren abhängig. Die häufig wiederzufindende Annahme, dass der optimale Zeitpunkt für die Opiumernte (7. bis 10. Tag nach Verlust der Blütenblätter) ebenso für die Kapselernte gelte ist unbegründet, da für die Ausbeute von Opium vor allem der Pflanzensaftgehalt verantwortlich ist.

Sowohl die unreifen (lat. immaturi) als auch die ausgereiften Kapseln wurden medizinisch verwendet. Die Verwendung von ausgereiften Kapseln hat darüber hinaus den Vorteil, dass man auch die Mohnsaat gewinnen kann. Unreife Kapseln haben hingegen den Vorteil, dass ein Acker früher abgeerntet werde kann. Unreife Mohnkapseln sollen einen bitteren Geschmack haben, reife hingegen sollen nur schwach bitter und geruchlos sein.

Verarbeitung

Zur Weiterverarbeitung werden die Kapseln geöffnet und die nahezu Morphin-freien Samen aus den Kapseln entfernt. Aus den frischen Kapseln können direkt Schlafmohntee oder Extrakte hergestellt werden, sie können aber auch erstmal haltbar gemacht werden.

Zur Haltbarmachung werde die Kapseln schonend getrocknet, wobei ihr Gewicht auf etwa 1/7 reduziert werden kann. Die Kapseln haben dann einen Querdurchmesser von 3 bis 3,5 cm und wiegen 1,5 bis 2 g. Ein Trocknen im Trockenschrank bei 100°C über mindestens 5 Minuten soll geeignet sein.[6] Neben der Verwendung für Tee und zur Extraktion können die getrockneten Kapseln zu einem Pulver zermahlen werden, welches dann in andere Speisen, etwa Quark, eingerührt und so verzehrt wird.

Zierkapsel

Zu Zierzwecke werden die Samenkapseln manchmal in Blumenläden verkauft, diese sollen in Deutschland aber oft ausgewaschen, chemisch behandelt und deshalb für den Rauschkonsum unbrauchbar sein. In Österreich oder anderen Ländern, in denen Schlafmohn für Speisemohn angebaut wird, werden die trockenen Zierkapseln z.T. als Nebenerwerb direkt vom Bauern verkauft und sind dann oft nicht zusätzlich behandelt worden.

MohnsaatBearbeiten

Die Samen des Schlafmohns sind eine weit verbreitete Speisezutat, etwa für den Mohnkuchen oder die Mohnbrötchen. Je nach sortenspezifischer Farbe sind sie als Blaumohn, Graumohn oder Weißmohn in jedem besseren Lebensmittelgeschäft zu finden.

Schlafmohn-Samen sind explizit von dem Betäubungsmittelgesetz ausgenommen und können deshalb frei gehandelt werden. Dies führt zur paradoxen Situation, dass sogar explizit zum Pflanzen-ziehen gehandelte Samenpäckchen verkauft werden, obwohl ihr aussähen illegal ist.

BeschreibungBearbeiten

Die Samen sind sehr klein, dick nierenförmig, mit einer Länge bis 1,5 mm, Breite bis 1,1 mm und dicke bis 0,9 mm. Unter dem Mikroskop haben sie eine grobnetzige Oberfläche. Ihre Farbe kann je nach Sorte weiß, gelb, graurot, schwarz, grau oder blaugrau sein, wobei Kreuzungen auch weitere Farbabweichungen produzieren können.[7]

1000 Samen weisen ein Gewicht 0,239 bis 0,607 g auf. Ihre Keimfähigkeit beträgt etwa 89%.[8]

Mohnsaat-KonsumBearbeiten

Die Samen enthalten nur sehr geringe Mengen Morphin und sind deshalb für Rauschkonsum ungeeignet. Der geringe Alkaloid-Gehalt soll aber durchaus in der Lage sein positive Ergebnisse in Drogentests zu verursachen, weshalb in Gefängnissen und Drogentherapie-Einrichtungen Mohn-haltige Lebensmittel meist verboten sind.

Durch veränderte Erntemethoden, bei denen die Mohnkapseln zur Gewinnung der Samen zerquetscht werden, waren zeitweise relativ stark mit Morphin verunreinigte Mohnsaaten, vorwiegend aus Australien, im Umlauf und sind dies in manchen Ländern bis heute. Dies führte in Deutschland zu einem Vergiftungsfall eines Säuglings und infolge zu häufigeren Kontrollen für Mohnsaat. Es war möglich aus diesem Morphin-reichen Speisemohn mittels einfacher Wäschen relevante Mengen an Opiaten zu gewinnen (siehe unten "Blaumohn-Plörre")

Jenseits vom Rauschkonsum kann Mohnsaat natürlich für zahlreiche Kochrezepte verwendet werden, insbesondere für unterschiedlichste Backwaren, wie Kuchen, Muffins, Mohnschnecken, Hefezöpfe, Brot und Brötchen, aber auch etwa für Mohnnudeln.

Untersuchungen zur Reduzierung des Morphin-Gehalts zeigten, dass allein das Mahlen von Mohnsaat der Gehalt um über 30% reduziert. Der Morphin-Gehalt ließ sich über 90% senken mit einer Wäsche in saurem Wasser für 30 Minuten, einer Wäsche in kochendem Wasser für 2 Minuten oder einer Wäsche mit 60°C warmen fließenden Wasser. Am effizientesten war eine Wäsche mit 100°C heißem, fließenden Wasser.[9]

AussäenBearbeiten

Die Schlafmohnsamen sind zwar frei handelbar, da aber die Schlafmohnpflanze in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, stellt das Aussäen einen strafbaren Versuch der Herstellung von Betäubungsmitteln dar.

Für den illegalen Drogenhandel in Deutschland dürfte dies kaum von Bedeutung sein, da das Entdeckungsrisiko beim Anbau größerer Mengen von Schlafmohn im Freiland relativ hoch ist. Für Experimentalkonsumenten ist es aber durchaus möglich, mit Hilfe der Schlafmohnsamen eine für wenige Dosierungen reichende Menge an Schlafmohn zu ziehen.

Begünstigend kommt den illegalen Growern dabei zugute, dass Schlafmohn wenigen Menschen aus direkter Anschauung bekannt ist und viele derjenigen, die ihn kennen, wenig Anstoß an der schönen Zierpflanze nehmen.

Aussaat

Beim Outdoor Growing wird die Licht-keimenden Samen ab April bis z.T. Juli wild auf frisch aufgewühlte Ruderalflächen verstreut, in der Hoffnung, dass der Samen irgendwo aufgeht und ein paar Pflanzen die Zeit bis zur Entwicklung der Samenkapseln (Juni, Juli, August bei Sommermohn) überstehen. Wintermohn-Sorten können auch im Herbst ausgesät werden und dann im um den Mai geerntet werden.

Die Saat wird zur Aussaat manchmal mit Grieß gestreckt, um zu verhindern dass die Samen zu dicht beieinander zu liegen kommen und sich die Pflanzen so gegenseitig im Wachstum behindern. Das Aufbewahren einer solche Mischung ist natürlich ein deutlicher Hinweis, dass die Mohnsaat nicht als Küchenzutat genutzt werden sollte.

Schlafmohnsamen können z.T. Jahrelang in der Erde verbleiben, bevor sie durch aufwühlen der Erde ans Tageslicht gelangen und aufkeimen. Entsprechend kann Schlafmohn leicht verwildern.

Saatgut

Der als Speisezutat gehandelte und unverarbeitete Blaumohn, Graumohn oder Weißmohn ist in der Regel noch keimfähig und somit durchaus zur illegalen Kultivierung von Schlafmohn geeignet. Es existieren zwar morphin-freie Zuchtsorten, diese spielen aber bei der Gewinnung von Speisemohn nur eine geringe Rolle.

Die Keimfähigkeit lässt sich testen, indem man den Saat zwischen Küchenpapier feucht hält und an einem lichten Ort, etwa einem Fensterbrett, bei Zimmertemperatur etwa zwei Wochen aufbewahrt. Hierbei ist darauf zu achten die Samen regelmäßig zu lüften um Schimmel zu vermeiden.

Samenpackungen von Schlafmohn dürften zwar einen qualitativeren Samen enthalten und auch bessere Pflanzen hervorbringen, sind aber in Anbetracht der quantitativen Menge an Samen auch bedeutend teurer.

Geeignet sind insbesondere Sorten aus Regionen mit ähnlichen klimatischen Bedingungen, wie etwa Österreich, Frankreich oder Polen. Zuchtsorten sind zwar ertragreicher, aber auch anfälliger und pflegebedürftiger als Landsorten. Durch die Mischung von verschiedenem Saatgut wird die genetische Vielfalt erhöht und somit die Risiko eines völligen Ernteausfalls verringert.

Insbesondere Blaumohnsorten gelten als Morphin-reich, bringen aber weniger Opium hervor. In manchen Ländern wird die Mohnpflanze gleichzeitig für Opiumgewinnung und zur Samengewinnung verwendet, diese Mohnsaaten sind entsprechend sehr potent.

legale Kultivierung

Es ist möglich mit einer kostenpflichtigen Ausnahmegenemigung bestimmte Morphin-freie Schlafmohn-Sorten auf einer begrenzten Fläche zu kultivieren. Die meisten Gärtner kultivieren aber statt dessen lieber den rechtlich unproblematischen Verwandten Papaver orientale als Zierpflanze, welcher als türkischer Mohn oder schlicht Gartenmohn bekannt ist und nur sehr geringe Mengen an Thebain enthält.

MohnstrohBearbeiten

Als Mohnstroh wird jedes Pflanzenmaterial von Schlafmohn außer der Saat und dem Opium bezeichnet. Es fällt als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Mohnsaat an und kann auch gewonnen werden indem Schlafmohnfelder mit Maschinen abgeerntet werden.

Aus Mohnstroh lassen sich die Schlafmohnalkaloide mittels Extraktions-Verfahren gewinnen. Da Mohnstroh mechanisch geerntet werden kann, lassen sich so Opiate mit deutlich weniger Arbeitsaufwand herstellen als es bei der Gewinnung aus Opium der Fall ist. Deshalb ist die Opiumherstellung heute nur noch in Niedriglohnländern zu finden.

Eine illegale Zubereitung aus Mohnstroh ist etwa die "Polnische Suppe".

Z.T. werden auch zu Zierzwecken verkaufte getrocknete Mohnkapseln als Mohnstroh bezeichnet.

StengelBearbeiten

Da die Stengel auch den Milchsaft führen sind sie ebenso wirkstoffhaltig, wenn auch im geringeren Maße als die Samenkapseln. Nach der Ernte der unreifen Samenkapseln können die die Stengel wiederholt erneut abgeschnitten werden, wobei sich an der Schnittstelle etwas Opium sammelt.

ZubereitungenBearbeiten

Da Schlafmohn ein gemischt aus verschiedenen Wirkstoffen enthält, welche sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen, ist davon auszugehen, dass Schlafmohn-Zubereitungen in ihrem Wirkspektrum etwas schwanken, da sich nicht alle Wirkstoffe im gleichen Verhältnis von der Pflanze in die Zubereitung überführen lassen.

OpiumBearbeiten
RohopiumBearbeiten
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Abgeschabtes Rohopium

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Opiumkügelchen

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200g Opium-Ball im Vergleich zu 1€-Stück

Die vom Namen her wohl bekannteste Zubereitungsform von Schlafmohn ist das Opium, die getrocknete Pflanzenmilch (manchmal auch als "Latex", lat. für Flüssigkeit, bezeichnet). Poetisch wird das Opium auch als Mohntränen bezeichnet (vgl. den Entstehungsmythos als Tränen der Aphrodite).

Eigenschaften

Gesammeltes Opium ist eine zähe, z.T. körnige Masse, welche durch Austrocknen hart und spröde wird und körnig zerbröckeln kann und entsprechend dann auch zu einem kaum wasserlöslichen Pulver verarbeitet werden kann. Die ursprünglich weiße Milch verfärbt sich bei der Trocknung schnell dunkelbraun, wobei in der Opium-Masse auch hellere Flecken auftreten können. Es hat einen eigentümlichen Geruch und einen sehr bitteren, etwas scharfen Geschmack.

Zum Handel wird Opium oft in eine bestimmte Form gepresst (sogenannte "Opium-Brote" oder "Opium-Kuchen"). Um ein zusammenkleben von Opium-Blöcken zu verhindern wurden die Außenseiten der Blöcke etwa mit Mohnblättern verpackt oder mit den Früchten einer Rumex-Art behandelt, wodurch die Blöcke äußerlich verunreinigt oder verfärbt sein können.

Betrügerische Streckmittel ließen sich leicht in die Opium-Masse hinein kneten, auffällig war hierbei oft, dass die oberflächliche Verunreinigungen der Blöcke (Mohnblätter, Rumex-Früchte) auch im inneren der Opium-Masse zu finden war. Grobe Streckmittel waren etwa Bleikugeln, Schrotkörner und kleine Steine, feinere Streckmittel etwa Sand, Ton, Gips, Kalk, Bleiglätte, Bolus, Harze, Wachs, Lakritzensaft, zerkleinerte Mohnkapseln, Dextrin, Gummi usw..

Minderwertiges Opium zeichnete sich durch eine schwärzliche Farbe, nur schwachen oder brenzligen Geruch, süßlichen oder leicht brechreizerregenden bitteren Geschmack aus. Seine Konsistenz konnte unnatürlich weich, klebrig sein oder es zerbrach nur Stumpf. Minderwertiges Opium löste sich auch leichter in Wasser oder verfärbte Speichel.

Herstellung

Zu Opium-Gewinnung werden die Samenkapseln noch an der Schlafmohn-Pflanze mit einem scharfem Messer angeritzt, wobei der Milchsaft austritt. Der Schnitt soll dabei die Milchsaft-Röhren treffen, darf aber nicht zu tief sein, da sich der Milchsaft sonst in die Kapsel hinein ergießt. Der Milchsaft verbleibt bis zum Antrocknen an der Kapsel und wird innerhalb eines Tages nach dem Schnitt mit einem Opium- oder Schabmesser abgeschabt.

Pro Kapsel erhält man ca. 20 - 50 mg Rohopium. 1 kg braucht also mindestens 20000 Kapseln oder 400 m² Anbaufläche. Die Herstellung größerer Mengen von Opium ist also enorm arbeitsaufwändig und findet deshalb so nur noch in ärmeren Ländern statt. Andernorts werden die Alkaloide hingegen mittels industriell-chemischer Verfahren direkt aus dem Mohnstroh extrahiert.

Inhaltsstoffe

Der Morphingehalt in Opium liegt bei ca. 3 - 23 %.

Um das Problem des schwankenden Wirkstoffgehalts zu lösen wurde etwa im staatlichen Anbau der Türkei morphin-armes und morphin-reiches Opium so vermischt, dass man letztendlich einen standardisierten Morphingehalt von etwa 12% erreichte.

Verwendung

Das nach dem Trocknen erhaltene Rohopium kann in dieser Form gegessen oder als Tee bzw. Tinktur verwendet werden (oral). Kauen (sublingual) wird von dem meisten wegen des unangenehmen Geschmacks abgelehnt und bedarf ansonsten einer speziellen Zubereitung.

Zum Rauchen bzw. Verdampfen soll es ungeeignet, da es oft zu feucht ist, der Wirkstoffgehalt zu niedrig ist (Beim verdampfen geht viel Wirkstoff in der Luft verloren) und einige Inhaltsstoffe ein schlechtes Abbrennverhalten zeigen. Zum Teil wird aber auch berichtet das Rohopium und insbesondere Opium-Pulver rauchbar sind.

Rauchopium / ChanduBearbeiten

Rauchopium, auch Chandu (Hindi), Chandoo oderTschandu, ist ein speziell zum dampfen aufbereitetes Opium. Es wurde insbesondere im 19. Jahrhundert in der britischen Kolonie Indien hergestellt.

Sein Morphin-Gehalt soll in der Regel doppelt so hoch wie von Rohopium sein, während der Gehalt an Nebenalkaloiden deutlich geringer ausfällt. Zum Teil gibt es aber auch Berichte das Rauchopium eher von minderer Qualität war und mit Pflanzenmaterial gestreckt wurde.

Zur Aufbereitung existieren relativ komplexe Rezepte, welche meist eine Fermentierung des Rohopiums beinhalten. Dies geschieht durch Wiederauflösen und erneutes Eintrocknen der Masse, wonach die Fermentation innerhalb einiger Tage oder Wochen abgeschlossen ist.

Eine persische Rauchopium-Sorte ist Tschakida, dieses enthält allerdings nur 0,4% Morphin.

Dem Rauchopium wird eine stärker hypnotische und traumfördernde Wirkung zugesprochen.

Opium pulveratumBearbeiten

Opium-Pulver entsteht durch vollständiges austrocknen und zerreiben von Rohopium. Sein Wirkstoffgehalt wurde in der Pharmazie früher durch hinzugabe von Streckmitteln, wie Milchzucker und Reisstärke, auf einen Morphin-Gehalt von 10% eingestellt.

Pulvis Ipecacuanhae opiatus (Doversches Pulver)

Gemisch aus einem Teil Opium-Pulver, einem Teil Brechwurzel-Pulver und acht Teilen Milchzucker. Wurde als Mittel gegen Husten und Darmkatarrh verwendet.

ExtrakteBearbeiten

Ergiebige Methoden zur Gewinnung eines Rauschmittels sind die Herstellung von Extrakten aus den Kapseln (deren Samen entfernt wurden) und anderen Pflanzenteilen. Hierfür wird das Mohnstroh in ein Lösungsmittel eingelegt, etwa Ethanol oder auch nur heißes Wasser, später abgesiebt und durch einkochen des Lösungsmittels das Extrakt gewonnen.

In Ethanol ist die Löslichkeit der Alkaloide besser als in Wasser, u.a. auch weil die Mekonsäure, an die die meisten Alkaloide gebunden sind, auch Ethanol-löslich ist. Allerdings ist die Wasserlöslichkeit der Mekonate (Salze der Mekonsäure) und natürlich damit auch des Morphinmekonats deutlich gegenüber den Einzelsubstanzen (Morphin-Base und Mekonsäure) erhöht.

Beim Lösen in heißem Wasser (Schlafmohn-Tee) werden oft einfache Säuren (Zitronensäure, Ascrobinsäure) hinzu gegeben, welche, Analog zum Aufkochen von Heroin, die Löslichkeit des Morphins verbessern sollen. In stark saurem oder alkalischem Milieu wird Morphin aber instabil. Mit starken Säuren (HCL, Phosphorsäure) und Temperaturen um 150 °C kann sich aus Morphin das Aphrodisiakum und Emetikum Apomorphin bilden. Es kursiert z.T. die Behauptung, die Alkaloide würde bei Temperaturen über 80°C aus der Lösung ausdampfen, dies ist aber nicht der Fall.

Schlafmohn-TeeBearbeiten

Für einen Schlafmohn- oder Opium-Tee wird entweder Opium in Wasser gelöst oder ein Tee mit den Samenkapseln des Schlafmohns zubereiten.

Zubereitung

Das Pflanzenmaterial wird vor dem auskochen zerkleinert um seine Oberfläche zu vergrößern und kleine Partikel mit trinken zu können. In der Regel werden noch schwache Säuren, etwa Zitronensaft oder Ascorbinsäure, hinzu gegeben, um die Löslichkeit der wirksamen Alkaloide im Wasser zu verbessern. Der Tee wird 30 bis 45 Minuten köcheln gelassen. Das Pflanzenmaterial wird dann aus dem Schlafmohntee abgesiebt oder der Schlafmohntee abgegossen. Optimalerweise sollten die Kapselreste noch ausgepresst werden. Manchmal wird das Pflanzenmaterial auch noch ein zweites mal ausgekocht.

Für einen wirksamen Opium-Tee werden meist um die 10 Samenkapseln benötigt[10], wobei diese Menge je nach Wirkstoffgehalt und Größe der Kapseln schwanken kann. Unerfahrene Konsumenten sollten zunächst einen Tee mit maximal drei Kapseln zu sich nehmen, um sicher zu gehen, dass bei ihnen keine gesteigerte Empfindlichkeit vorliegt (Testdosis). (siehe unten: Dosierungsempfehlung für Mohnkapseln)

Konsum

Wegen der hohen Wirkstoffschwankungen sollte ein Schlafmohn-Tee mit Vorsicht konsumiert werden. Er sollte auf leeren Magen getrunken werden um die Aufnahme durch den Darm zu beschleunigen. Man sollte den Tee Portionsweise mit einstündigen Pausen trinken, so dass man sich langsam an die gewünschte Wirkdosis herandosieren kann, ohne Gefahr zu laufen in eine unangenehme oder gar lebensbedrohliche Überdosierung zu rutschen. Werden größere aufgeweichte Pflanzenteile mitkonsumiert, kann es eine längere Zeit dauern bis diese im Magen zersetzt und der Wirkstoff entsprechend im Darm aufgenommen wird. 

Lagerung und Weiterverarbeitung

Der Tee ist relativ lange haltbar. Durch das Einkochen des Opiumtees lässt sich ein einfaches Extrakt gewinnen. Um ein vollständiges Austrocknen zu erreichen, ohne dass das Extrakt anbrennt, kann man diese in einem Wasserbad oder durch Unterdruck durchführen. Man kann eine ausreichend zähe Masse auch auf Backpapier langsam trocknen lassen.

Opium-TinkturBearbeiten
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Nachbildung eines Laudanum-Fläschchens nach Original-Vorbild

Opium-Tinktur (lat. Tinctura Opii), Laudanum oder Meconium ist eine ethanolische Lösung von Schlafmohn- bzw. Opium-Inhaltsstoffen (vgl. Tinktur). Opium-Tinkturen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitete Medikamente.

Üblich waren vor allem 10%-ige Opium-Tinkturen, d.h. ein Masse-Anteil an Opium auf neun Massen-Anteile an Lösungsmittel (oft 70% Ethanol, 30% Wasser). Bei einem Morphingehalt des Opiums von rund 10% entspricht eine Dosis von 10mg Morphin also etwa 1g Opiumtinktur. Die Menge an Ethanol in einer solchen Lösung ist vernachlässigbar gering (zum Vergleich: ein einzelnes 330ml-Glas Bier enthält allein schon 13g Ethanol).

Vereinzelt wurden auch weitere Zutaten hinzu gefügt, etwa Gewürze wie Zimt, Nelken und Safran, aber auch anticholinerge Nachtschattengewächse, wie Tollkirsche, Alraune oder Bilsenkraut. Anticholinergika, wie Atropin, können gegen die von Opium verursachte Übelkeit wirken, aber auch dessen Wirksamkeit im gefährlichen Maße steigern. Ärzte raten heute vor diesem Mischkonsum entschieden ab.

Die vereinzelt heute in manchen Ländern noch gebräuchliche Opium-Tinkturen sind oft stark standardisiert. Z.T. werden die einzelnen Wirkstoffe hierfür in dem Opium entsprechenden Verhältnis gemischt (sogenanntes Opial). Noscapin wird in "Denarcotized" oder "Deodorized" Opium-Tinkturen entfernt, da es eine stärkere emetische Wirkung (Übelkeit und Erbrechen erzeugend) hat, aber wenig zu den Opioden Wirkung beiträgt.

Tinctura Opii simplex (Einfache Opiumtinktur)

Mezerat aus 15 Teilen Opium (mind. 12% Morphin), 70 Teilen Ethanol und 70 Teilen Wasser. Der Morphingehalt soll etwa 0,98 bis 1,02% betragen.

Tinctura Opii crocata (Safranhaltige Opiumtinktur)

Opium-Tinktur mit Safran. Einfache Opiumtinktur mit zusätzlich 5 Teilen Safran, 1 Teil gepulverte Gewürznelken, 1 Teil gepulvertem Cylonzimt. Angeblich soll der Safran die Opium-Wirkung verstärken.

Tinctura Opii bencoica (Benzoehaltige Opiumtinktur)

10 Teile einfache Opiumtinktur mit 183 Teilen Ethanol, 1 Teil Anisöl, 2 Teile Kampfer und 4 Teilen Benzoesäure. Der letztendliche Morphingehalt liegt bei 0,05%. Wurde hauptsächlich als Hustenmittel verwendet und dürfte im wesentlichen der dem angelsächsischen Paregoric entsprechen.

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Fläschchen Paregoric aus den 1940ern mit 0.062 g Opium pro mL.

Tinctura opii camphorata (Campher-haltige Opiumtinktur)

Paregoric, camphorated tincture of opium oder lateinisch tinctura opii camphorata war eine ursprünglich Anfang des 18. Jahrhundert als "Elixir Asthmaticum" entwickelte Opium-Tinktur. Das Rezept variierte mit der Zeit und von Land zu Land, wesentliche Bestandteile der Tinkturen waren Opium, Campher, Benzoesäure, Anisöl und manchmal Honig. Paregoric hatte einen wesentlich geringeren Opium-Anteil als die einfache Opiumtinktur, welche als Laudanum bekannt war, weshalb es in einigen Fällen zu Überdosierung durch Verwechslung kam.

OpiumessigBearbeiten

Opiumessig, lateinisch Acetum opii, ist eine Lösung von Opium in verdünnter Essigsäure. Opiumessig soll sich insbesondere für transdermale Anwendung eignen. Sein Geschmack soll angenehmer als Opium-Tinktur sein und es soll weniger Übelkeit erzeugen.

In England war Opiumessig als Black drops bekannt und es existieren zahlreiche Abwandlungen (z.B. Kendal Black Drop, Lancaster Black Drop oder Armstrong's Black Drop).

Für ein Rezept wurden etwa 100g Opiumpulver zusammen mit 30g Muskatnusspulver, 200g Zucker und 1 Liter verdünnte Essigsäure verwenden. Das Opiumpulver und das Muskatnuss wurden in 500ml Essig für sieben Tage mit wiederholtem rühren eingelegt, danach wurde es das Essig abgegossen und ausgepresst und die verbleibende Masse mehrfach mit dem verbleibenden frischen Essig gemischt und erneut ausgepresst. Der Opiumgehalt lag entsprechend bei 10%.[11]

Es ist bei Essigsäurezubereitungen darauf zu achten, dass der Essigsäuregehalt in der letztendlichen Zubereitung nur sehr gering ist, da sie ansonsten zu Verätzungen führen können.

SirupBearbeiten
Sirupus Papaveris

100 Teile reife Mohnköpfe, 1000 Teile fertiger Sirup. Morphingehalt kann stark schwanken.

Sirupus Opii concentratus

2,5 Teile Opiumextrakt, 5 Teile Wasser und 992,5 Teile Zuckersirup. Der Morphingehalt liegt bei 0,05%

Sirupus Opii dilutus

20 Teile Sirupus Opii concentratus, 80 Teile Sirupus simplex. Morphingehalt liegt bei 0,015%

Polnische SuppeBearbeiten
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Morphin

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Essigsäureanhydrid

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Heroin

Polnische Suppe, Polnische Brühe, Polnische Tunke, Polnisches Heroin, Danziger Heroin oder Polski Kompot bezeichnet ein durch Auskochen gewonnenes Extrakt aus Schlafmohnstroh, in dem mit Essigsäureanhydrid das Morphin acetyliert wurde. Je nach Qualität und Fähigkeit der Chemiker lagen so in der letztendlichen Lösung 6-Monoacetylmorphin und/oder Heroin(Diacetylmorphin) als Wirkstoffe vor.

Zur Lösung des Morphins in der polnischen Suppe finden z.T. noch andere Chemikalien Anwendung, etwa Aceton oder Ammoniak.

Polnische Suppe war im Ostblock vor allem deshalb verbreitet, weil der Drogenschmuggel in die Sozialistischen Länder kaum den Bedarf der Szene abdecken konnte, es galt aber immer als besonders schmutzige Droge und verlor in den Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem damit stärker werdenden Drogenschmuggel an Bedeutung.

Blaumohn-PlörreBearbeiten

In den 2000er Jahren waren in Deutschland z.T. sehr Morphin-reiche Blaumohn-Samen in Umlauf, so dass es möglich war aus etwa 500 g Mohnsaat wirksame Dosierung durch Extraktion zu erhalten. Das mittels einfacher Methoden hergestellte Extrakt wurde als Plörre, der entsprechend zugehörige Konsument als Plörrer bezeichnet. Die Flüssigkeit soll einen abscheulichen Geschmack gehabt haben.

Als besonders Potent galten damals billige Mohnsaaten, wie Müllers Mühle, da man annahm das bei solchen an der Wäsche der Mohnsamen gespart wurde. Es war aber immer eine Glücksache wirklich eine wirksame Charge an Blaumohn zu erwischen. Eine Methode der Extraktion war etwa die Samen in verdünnten Zitronensaft einzulegen.

Die Morphin-Gehalte in Mohnsaat wurden seitdem stärker kontrolliert. Da es sich bei der Plörre um eine Morphin-haltige Zubereitung handelt, dürfte ihre Herstellung und Besitz unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Extractum OpiiBearbeiten

Opiumextrakt, nach der sechsten Fassung des Deutschen Arzneibuchs gewonnen durch doppelte Mazeration von Opium in Wasser und Eindampfen des Auszugs in Vakuum. Wurde durch Zusatz von Milchzucker auf einen Gehalt von 19,82 bis 20,25% Morphin eingestellt.

Nach der Pharmacopoea Helvetica V wird die zweite Mazeration unter Zusatz von Phosphorsäure durchgeführt und es folgen eine dritte und vierte Mazeration mit Wasser. Zur Reinigung wurden die Auszüge auf 65°C erhitzt und dann auf Eis gestellt, nach 24 Stunden werden die vereinigten Auszüge wieder auf Eis gestellt, gefiltert und bei 30-40°C unter verminderten Druck zum Trocknen eingedampft. Durch Verreiben mit Milchzucker wurde das Extrakt auf einen Morphingehalt von 19,5 bis 20,2% eingestellt.[12]

Opium concentratum / OpialumBearbeiten

Opiumkonzentrat, welches auf einen Morphingehalt von 48 bis 50 % Morphin eingestellt wurde. Opialum wurde durch Mischung der Hydrochloride von 66 Teilen Morphin, 24,5 Teilen Narkotin, 4 Teilen Papaverin, 2,5 Teilen Codein, 2 Teilen Thebain, und 1 Teil Narcein gewonnen. Es war als Pantopon oder Laudanon Grundlage für die Herstellung weiterer Arzneimittel-Zubereitungen, wie etwa Lösungen, Tabletten, Zäpfchen und Injektionslösung.[13]

NarcophinBearbeiten

Narcophin ist Morphin-Narkotinmekonat, mit einem Gehalt von 30% Morphin und 43% Narkotin. Seit 1941 wurde es statt mit der Mekonsäure mit Chelidonsäure hergestellt. Seine Anwendungsweise ist die Gleiche wie Morphin, das Narkotin verstärkt aber die narkotische Wirkung des Morphins und verringert gleichzeitig die atemlähmende Wirkung.[14]

InjektionslösungBearbeiten
Iniectabile Opii

Ehemals in der Schweiz verwendete Injektionslösung. 100 ccm enthielten 2,5 g Extractum Opii und 0,66g Morphinhydrochlorid, entsprechend enthielt 1 ccm 10 mg Morphin.[15]

Iniectabile Opiali

Lösung von 2 g Opial auf 100 ccm, entsprechend enthielt 1 ccm 10 mg Morphin.[16]

MohnzuzelBearbeiten

Mohnzuzel war in Österreich ein Stoffschnuller, welcher mit Schlafmohntee getränkt oder mit Pflanzenteilen gefüllt wurde. Er wurde Kleinkindern zur Beruhigung und zum Einschlafen gegeben. In anderen Regionen Österreichs waren statt dessen Schnapszuzel verbreitet.

Da Kleinkinder sehr empfindlich auf Opioide reagieren ist von einer Verwendung dringend abzuraten.

MohnölBearbeiten

Mohnöl ist ein Pflanzenöl welches meist durch Kaltpressung aus der Mohnsaat gewonnen wird. Es enthält keine nennenswerten Mengen an Wirkstoffen und ist deshalb als Rauschmittel ungeeignet.

Im Mittelalter wurde es als Nebenprodukt des Mohnanbaus etwa als Lampenöl oder zur Herstellung von Ölpapier verwendet. Mit ihm lassen sich auch Ölfarben herstellen und es findet in Medizinprodukten und Kosmetika Anwendung. Als Speiseöl soll es einen stark nussigen Geschmack haben und insbesondere für Salate und andere Kaltgerichte geeignet sein. Es ist aber ein teures Nischenprodukt.

EinzelalkaloideBearbeiten
MorphinBearbeiten

Morphin ist ein weitverbreitetes starkes Analgetikum, welches dem BtMG unterliegt.

Hauptsächlich in seiner Hydrochloridform verwendet, selten auch als Sulfat oder Acetat.

Da der medizinische Bedarf am antitussiven Codein größer ist als an Morphin, wird es oft zur Herstellung von Codein verwendet. Durch Acetylierung entsteht aus Morphin Diacetylmorphin (Heroin), welches stärker wirkt und ein höheres Missbrauchspotential hat. Weitere direkt aus Morphin herstellbare Derivate sind: Aethylmorphin(Dionin), Peronin, Enomorphin, Apomorphin (eine Expektorans), Dihydromorphin (Paramorfan), Dihydromorphinon(Dilaudid) und Morphinaminoxyd (ein Derivat was sich leicht zurück in Morphin umwandeln lässt).[17]

CodeinBearbeiten

Codein ist ein weit verbreitetes Antitussivum und nur schwaches Analgetikum, welches insbesondere in Kombinantion mit nicht-opioiden Analgetika angewendet wird. Es wurde auch als Substitutionsmittel bei der Behandlung von Morphinisten verwendet.

Es wird vor allem in seiner Phosphat-Form angewendet, seltener als Hydrochlorid und manchmal als freie Base. Aus Codein hergestellte Derivate sind Dihydrocodein (Paracodein) und Dihydrokodeinon (Dicodid).[18]

ThebainBearbeiten

Thebain wird vor allem für die Herstellung von Derivaten verwendet. Mit Abstand wichtigstes Derivat ist dabei Oxycodon(auch Dihydrooxykodeinon oder auch Eukodal). Ein weiteres Derivat ist Acedicon.[19]

NarcotinBearbeiten

Narcotin fand hauptsächlich Anwendung in Narcophin oder Opial. Das durch oxydative Spaltung von Narkotin gewonnene Kotarnin wurde als Kotarninchlorid (Styptizin) in der Gynäkologie zur Behandlung von Gebärmutterblutungen verwendet.[20]

PapaverinBearbeiten

Papaverin wurde als Spasmolythikum in seiner Hydrochlorid-Form oder als freie Base verwendet. Es lässt sich auch synthetisch gewinnen und auch seine Derivate Eupaverin und Perparin werden verwendet.[21]

ApplikationswegeBearbeiten

Schlafmohn bzw. seine Zubereitungsformen können auf sehr viele Verschiedene weisen konsumiert werden. In den Ursprungsländern sind vorallem das orale Essen und Trinken oder das inhalative dampfen ("Opium-Rauchen") verbreitet.

Einige Zubereitungen werden auch intravenös injeziert, wobei aber der Reinheitsgrad der Zubereitungen dafür in der Regel ungenügend ist.

oralBearbeiten

Schlafmohn-Zubereitungen können sowohl getrunken als gegessen werden. Opiophagie (wörtlich Opiumessen) ist meist ein Überbegriff für oralen Opiumkonsum.

Beim oralen Applikationsweg braucht es in Regel deutlich länger bis der Wirkstoff in den Körper gelangt. Bei biogenen Drogen, deren Wirkstoffgehalt stark schwankt, kann dies problematisch sein, da der Konsument bei einer Einmal-Dosis kaum weiß, wie stark letztendlich sein wird und sich so sehr leicht überdosieren kann.

Flüssige Lösungen bewegen sich in der Regel schneller durch den Magen in den Darm und ermöglichen so eine schneller Resorbtion. Durch ein Portions-weises trinken mit ausreichenden Pausen kann man sich von unten an eine Wirkdosis heran tasten.

Ein Nachteil des oralen Applikationswegs ist, dass ein Teil der opioiden Wirkstoffe durch den First-Pass-Effekt in der Leber verloren geht.

InhalationBearbeiten

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Opium-Pfeife mit Opium-Lampe

Beim klassischen Opium-Rauchen wurde das Rauchopium in einer Pfeife über einer Flamme verdampft. Es stellt also kein eigentliches Rauchen dar, weil das Rauchgut nicht verbrannt wird und ist tatsächlich näher am heutigen "Folie-Rauchen" von Heroin.

Durch den schnellen Wirkungseintritt beim inhalieren stellt sich eine unmittelbare Wirkung ein, weshalb davon ausgegangen wird, dass dieser Applikationsweg ein größeres Potential zur Erzeugung eine psychologische Abhängigkeit hat. Die Gefahr einer Überdosierung ist geringer, da durch die unmittelbare Wirkung der Betroffen in der Regel früh genug merkt, wenn es ihm zu viel wird.

Da Rauchopium kaum noch verbreitet und schwierig herzustellen ist, wird dieser Applikationsweg in der westlichen Welt nur noch selten und meistens experimentell verwendet. Rohopium lässt sich prinzipiell auch rauchen, ist aber in der Regel zu feucht und sollte erst getrocknet werden, allgemein wird aber eher das Dampfen empfohlen.

Die Wirkung beim Rauchen wird manchmal als einschläfernder beschrieben als die des oralen Applikationswegs.

TransdermalBearbeiten

Bestimmte Schlafmohnzubereitungen können auch transdermal, d.h. über die Haut, aufgenommen werden. Hierfür soll sich nach medizinischen Büchern des 19. Jahrhunderts vor allem Opiumessig eignen.

RektalBearbeiten

Laudanum wurde auch für Einläufe verwendet. Die Bioverfügbarkeit ist hierbei etwas höher (entgegen den Annahmen die man im 18. Jahrhundert dazu hatte). Die Blutgefäße in diesem Bereich führen nur noch teilweise direkt zur Leber, weshalb der First-Pass-Effekt geringer ausfällt.

InjektionBearbeiten

Vereinzelt wurden aus Schlafmohn- oder Opium-Zubereitungen, wie etwa die Polnische Suppe, auch Injektionslösungen hergestellt. Hierfür sind diese allgemein aber ungeeignet, da sie zu schmutzig und ihr Wirkstoffgehalt zu gering ist. Erst saubere Extraktionen bis hin zur Ebene des reinen Wirkstoffes Morphin sind hierfür geeignet, wobei auch die schlechte Löslichkeit von Morphin in wässrigen Lösungen der medizinischen Anwendung als Injektionsmittel im 19. Jahrhundert lange Zeit Probleme gemacht hat.

DosierungBearbeiten

Wie für biogene Drogen typisch kann der Wirkstoffgehalt und das Wirkstoffverhältnis stark schwanken, wodurch die Dosierbarkeit erheblich erschwert wird. Da eine Überdosierung die Gefahr einer lebensbedrohlichen Atemdepression mit sich bringt sollte deshalb nur sehr vorsichtig dosiert werden.

Einige Menschen weisen eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Opioiden auf, so dass schon geringere Dosierungen zu einer stärkeren Wirkung führen können. Völlig unerfahrene Konsumenten sollten deshalb mit Testdosisierungen unterhalb der erwarteten Wirkdosis beginnen. Bei längerfristiger Anwendung von Schlafmohn oder anderen Opioiden entwickelt sich eine Toleranz, wodurch Wirk- und Letaldosis steigen. Eine Gefahr kann sein, dass Abhängige bei einem Rückfall nach einer Abstinenzphase ihre persönliche Wirkdosis uberschätzen, weil sie durch die Toleranz höhere Dosierungen gewohnt waren, und deshalb versehentlich überdosieren.

Morphin als ReferenzBearbeiten

Zur Einordnung der Potenz einer Zubereitung wird in der Regel der Morphingehalt betrachtet, da Morphin der opioide Hauptwirkstoff der Pflanze gilt und auch in seiner Wirksamkeit gut erforscht ist. Codein weist etwa 1/10 der Potenz von Morphin auf und kommt in deutlich geringerer Menge vor. Weitere Opioide sind Thebain und Narcein.

Andere Inhaltsstoffe können die opioide Wirkung beeinflussen: Noscapin wirkt etwas atemanregend (gegen die Atemdämpfung der Opioide), Papaverin wirkt krampflösend (gegen die krampffördernde Wirkung des Opioids Thebain) und Thebain etwas stimulierend. Noscapin und Narcein sollen synergetische Effekte auf die narkotisierende Wirkung des Morphins haben.

Wegen dieser zusätzlichen Wirkstoffe sollte man Morphin in Schlafmohnzubereitungen grundsätzlich geringer Dosieren als reines Morphin (bzw. die opioide Äquivalenzdosis von Morphin).

WirkdosisBearbeiten

Zur Schmerzbehandlung sind bereits Dosierung p.o. von 5 bis 10 mg Morphin wirksam, wobei die Halbwertzeit nur 2 bis 3 Stunden beträgt.

Bei dauerhaften Behandlungen sollten die Dosierung üblicherweise nach dem Prinzip "So viel wie nötig, so wenig wie möglich" an den jeweiligen Patienten angepasst werden. Die Tagesdosierungen liegen dann üblicherweise bei 60 bis 120 mg, wobei oft retardierte Mittel zum Einsatz kommen[22].

Die übliche Rauschdosis ohne Toleranz kann sich je nach Konsument unterscheiden. Sie liegt mit Einzeldosen von 10 bis 40 mg oft deutlich über der Dosis zur Behandlung von Schmerzen.

Ähnlich wie bei Ethanol ist für die als optimal empfundenen Dosis oft relevant, eine hohe entspannende Wirkung zu erreichen, aber nicht so hoch zu dosieren, dass unangenehme Wirkungen wie Übelkeit oder Schwindel überhand nehmen. Oft wird berichtet, dass negative Wirkungen bei den ersten Konsumversuchen deutlich stärker ausfallen als dies später der Fall ist, auch wenn große zeitliche Pausen zwischen dem Konsumereignissen liegen (sich also keine Wirkstofftoleranz gebildet hat).

Toxische DosisBearbeiten

Toxische Wirkungen, welche bei zu starker Dosierung auftreten können sind Übelkeit und Schwindel. Übelkeit tritt nicht zwingend auf, es ist also durchaus möglich in den Bereich der Letaldosis zu gelangen ohne schlechte Nebenwirkungen zu verspüren.

Eine weitere häufige Nebenwirkung ist Müdigkeit bzw. Einschlafen. Bei Personen mit niedrigem Blutdruck oder ähnlichen Vorerkrankungen kann es auch zu Kreislaufproblemen kommen.

LetaldosisBearbeiten

Die geschätzte letale Dosis (LD50) für Morphin liegt bei peroraler Aufnahme zwischen 200 mg und 1500 mg und parenteraler Aufnahme bei etwa 100 mg. Zur Sicherheit ist davon auszugehen, dass die Letaldosis durch die Wechselwirkung mit anderen Schlafmohn-Alkaloiden etwas niedriger liegt, auch wenn manche Alkaloide, wie Noscapin, der Atemdämpfung entgegen wirken.

Der Tod tritt in der Regel durch Lähmung bzw. Verminderung der Atmung ein (Atemdepression) oder auch durch Ersticken an Erbrochenem im Schlaf.

Bei Opioid-Abhängigen kann die Letaldosis stark erhöht sein. Kinder hingegen reagieren oft besonders empfindlich auf Opioide. Es gibt auch Opioid-sensible Menschen bei denen 60 mg Morphin bereits eine lebensbedrohliche Dosis darstellen.

Medizinisch kann eine Überdosis durch Gabe von Opioid-Antagonisten, wie Naloxon oder Naltrexon, behandelt werden, diese müssen aber bei Abhängigen sehr genau dosiert werden, da sie ansonsten auch ein starkes Abstinenzsyndrom auslösen können.

First-Pass-EffektBearbeiten

Stoffe die über den Magen und den Dünndarm aufgenommen werden gelangen über die Leberpfortader (Vena portae hepatis) zunächst direkt in die Leber. Sowohl im Dünndarm und als auch in der Leber bewirken Enzyme einen Abbau von bestimmten Stoffen, was der Entgiftung dient. Die erste Passage durch die Leber kann also besonders viel von bestimmten Wirkstoffen metabolisieren.

Für Morphin bedeutet dies, dass nur 20 bis 40 % des über den Darm (Enteral) aufgenommenen Morphins wirklich im restlichen Körper wirksam werden (Bioverfügbarkeit), da der Großteil direkt in der Leber metabolisiert wird. Bei anderen Wirkstoffen, wie Codein, ist diese frühe Metabolisierung hingegen vorteilhaft, da erst die Metaboliten die eigentliche Wirkung entfalten. Applikationswege, welche den Darm umgehen (Parenteral), unterliegen nicht dem First-Pass-Effekt und erreichen entsprechend eine höhere Bioverfügbarkeit, was für Morphin eine Verdreifachung der Wirkung bedeuten kann. Parenterale Applikationswege wären etwa Injektion, Inhalation, transdermal und Teilweise auch rektal.

Die Effizienz des First-Pass-Effekts wird auch davon beeinflusst, wieviel von dem ihm unterliegendem Stoff gleichzeitig aufgenommen wird. Wird besonders viel eines solchen Stoffes aufgenommen, können die Abbauprozesse gesättigt werden, d.h. es wird insgesamt weniger von dem Stoff abgebaut.

WirkstoffgehaltBearbeiten

Der Wirkstoffgehalt kann stark schwanken, je nach Sorte, Anbauregion, Witterung und Art der Zubereitung. Zur Bestimmung der Wirkstoffgehalte existieren eine große Menge an chemischen Verfahren, welche meist aber eher für den professionellen Bereich geeignet sind.

Wirkstoff-gehalt und -Verhältnis werden z.T. als Identifizierungsmerkmal verwendet, um den Ursprungsort von illegalen Schlafmohns bzw. Opium aufzudecken.

SortenBearbeiten

Allgemein lässt sich nicht sagen, dass Mohnsorten aus südlichen Ländern zwingend mehr Morphin enthalten als heimische. Insbesondere gilt, dass Zuchtsorten in der Regel besonders an die Bedingungen ihrer Heimatländer angepasst sind und entsprechend in der Fremde weniger Ertrag bringen.

Es existieren spezielle Morphin-freie Züchtungen, diese spielen aber bislang nur eine geringe Rolle und sind deshalb kaum in der Natur verbreitet. Die als Speisemohn verwendeten Sorten sind in der Regel genau so potent wie andere Mohnsorten.

WettereinflussBearbeiten

In der UdSSR wurde beobachtet das der Morphingehalt von Süden nach Norden, entsprechend der Klimas, abnahm. Versuche mit türkischen Schlafmohnsorten in Schweden erbrachten auch deutlich geringere Morphingehalte.

Regen zur Zeit der Kapselbildung und Reifung soll den Alkaloidgehalt senken, günstiger sind trockene Witterungen, wobei die Wärme allerdings keine Rolle spielt. Niedrige Temperaturen sollen zu einem gesteigerten Codein-Anteil führen.

VerarbeitungseinflussBearbeiten

Der Erntezeitpunkt und Trocknung des Opiums haben Einfluss auf dessen Alkaloidgehalt. Der Morphin-Gehalt nimmt beim Trocknen der Pflanzenmilch ab.

Es wird vermutet das einige Alkaloide des Opiums sich erst durch Oxidationsprozesse beim Trocknen bilden.

TabelleBearbeiten
Tabelle
Pflanzenteil / Zubereitung Herkunft Sorte Alkaloide in % Morphin in % Codein in % Thebain in % Papaverin in % Narcotin in % Quelle
min max min max min max min max min max min max
getrocknete Mohnkapseln 0.16 [23] 1.12 [24] 0.12 0.89 [25]
Österreich Waldviertler Graumohn 0.15 [26]
Mohnstroh 0.01 [27]
Stengel 0.15 [28]
Blätter 0.2 ? [29]
Mohnsaat 0.0001 [30]
Mohnsaat Österreich Waldviertler Graumohn 0.0004 [31]
Opium 17 25 3 23 0.3 3 0.1 0.5 0.8 1.2 2 12 [32]
20 25 0.2 1 3 0.2 0.5 1 0.5 1 1.3 2 5 10 [33]
Deutschland Eckendorfer blausamiger Schließmohn 20.2 [34]
Mahndorfer blausamiger Schließmohn 17.0
Peragis blausamiger Schließmohn 20.9
Strubes blausamiger Schließmohn 17.3
Erbachshofer Blaumohn 17.3
Österreich Waldviertler Graumohn 4 5 [35]
Kleinasien 9 14 0.2 0.8 0.5 1 4 8 [36]
Türkei 16.17 1.35 1.75 1.80 6.18 [37]
Türkei 13.95 2.07 2.08 1.44 6.67 [38]
Türkei 18 20 [39]
Mazedonien 10 15 3 4 5 [40]
Griechenland 17.85 1.50 1.15 3.34 6.66 [41]
Jugoslawien 16.12 1.14 1.27 2.99 6.06 [42]
Jugoslawien 17.51 1.52 1.28 3.19 6.47 [43]
Jugoslawien / Mazedonien 15.5 [44]
Indochina 15.05 2.35 3.21 1.35 6.28 [45]
China 4 11 0.3 0.8 3 7 [46]
China 9.00 4.07 3.23 1.40 6.68 [47]
Persien 6 12 0.3 3 5 7 [48]
Iran 6 16 [49]
Indien 2.8 7.8 1.4 4 3 7 [50]
Indien 13 [51]
Ägypten 6 8 8 [52]
Ägypten (thebaicum) 6 7 [53]
Südkorea 19 [54]
"Tschakida"-Rauchopium Persien 0.4 [55]
Opiumtinktur Deutschland Tinctura Opii simplex 0.98 1 1.02 [56]
Opiumsirup Deutschland Sirupus Opii concentratus 0.05 [57]
Deutschland Sirupus Opii dilutus 0.015 [58]
Opium-Pulver Deutschland Opium pulveratum 10 [59]
Mohnbrötchen Deutschland 0 0.00005 0.00062 0 0.00001 0.00023 0 0.000009 0.00029 0 0 0.000017 [60]

DosisempfehlungBearbeiten

Wegen des schwankenden Wirkstoffgehalts ist eine genaue Dosisempfehlung schwierig. Man sollte sich deshalb langsam an die Wirkdosis herandosieren und nicht eine hohe Initialdosis nehmen.

Erstkonsumenten sollten zunächst geringe Testdosierungen einnehmen, um sicher zu gehen das keine Überempfindlichkeit vorliegt.

Beim Vorliegen einer Opioid-Toleranz ist die Wirkungsamkeit reduziert. Abhängige ziehen in der Regel kaum noch einen Nutzen von Schlafmohn-Zubereitungen unterhalb der Reinheit von Morphin oder Heroin.

MohnkapselnBearbeiten

Für Schlafmohntee werden oft 5 bis 15 Schlafmohnkapseln verwendet und der Tee nur langsam nach und nach getrunken, um Überdosierungen zu vermeiden.

Mohnkapseln haben getrocknet ungefähr ein Gewicht von 1,5 bis 2 g und einen Morphingehalt von 0,12 bis 0,89%.[61] Ausgehend hiervon kann man sehr grob einen Gehalt von 1,8 bis 17,8 mg Morphin pro Kapsel vermuten, wobei die Kapseln bei wildem Mohn in der Regel deutlich kleiner Ausfallen. Damit ergibt sich:

Dosisbereich Morphin in mg Kapseln Trockene Kapselmasse in g
min max min max
Wirkdosis 10 0,6 5,6 1,1 8,3
Obere Grenze der medizinischen Anwendung 100 5,6 55,6 11,2 83,3
Letaldosis, oral 200 11,2 111,1 22,5 166,7

Der Morphin-Gehalt in frischen Kapseln liegt oft ein wenig höher als in getrockneten.

WirkungBearbeiten

siehe auch: Opioide:Wirkung

Schlafmohn hat die typischen Wirkungen von Opioiden, welche durch die Effekte von weiteren Wirkstoffen beeinflusst und ergänzt werden. Das Verhältnis der einzelnen Wirkstoffe kann je nach Sorte, Zubereitung und Applikationsweg schwanken, so dass letztendlich auch die qualitativen Wirkungen unterschiedlich ausfallen können.

Psychische WirkungenBearbeiten

Auf psychologischer Ebene bewirkt Schlafmohn ein Gefühl von Entspannung, Gelassenheit, Zufriedenheit und Geborgenheit (Sedativum). Negative Emotionen und Ängste werden von einer glückseligen Opiatwärme verdrängt (Anxiolytikum). Äußere Eindrücke erscheinen angenehmer. Selten können aber auch dysphorische Wirkungen auftreten.

Es können einerseits enthemmende stimulierende Wirkungen verbunden mit einem Gefühl der Leichtigkeit auftreten, anderseits kann man auch eher gedämpft werden und ansonsten einfache geistige Tätigkeit können einen schnell erschöpfen. Anregende Wirkungen werden eher mit geringen Dosierungen, dämpfende eher mit hohen Dosierungen verbunden.

Dem Konsumenten erscheint sein Bewusstsein und Denken meist klar, allerdings ist ihre Wahrnehmung sehr positiv getönt und Risiken werden oft nicht erkannt oder vernachlässigt. Entsprechend können leicht riskante Entscheidungen getroffen werden.

In höheren Dosierungen kann sich ein hypnagoger Zustand einstellen, der auch als "Nodding" bezeichnet wird. Der Konsument döst wach vor sich hin, während seine Gedanken unkontrolliert und traumartig fließen und die bildliche Vorstellungskraft verstärkt ist. Die Erinnerbarkeit dieser Gedanken ist oft eingschränkt. Z.T. schlafen Konsumenten auch einfach ein (Hypnotikum), sie können durch die Wirkung aber auch am vollständigen Einschlafen gehindert werden.

Bei einer Einnahme über längere Zeiträume reduziert sich die Wirkung der gleichen Dosis (Toleranz). Sollte dann etwa 24 Stunden nach der letzten Einnahme Gefühle von Dysphorie und Motivationslosigkeit auftreten, so können dies erste Zeichen eines Abstinenzsyndroms infolge einer Abhängigkeit sein.

Körperliche WirkungenBearbeiten

Schmerzen und Hustenreiz verschwinden (Analgetikum und Antitussivum). Das Körpergefühl ist warm und leicht ("Opiatwärme"). Hunger und Durst können verschwinden und man entwickelt keinen rechten Appetit (Anorektikum). Es stellt sich oft Mundtrockenheit ein, welche das Essen erschweren kann.

Auch Müdigkeit verschwindet oft mit der einsetzenden Wirkung, wobei die infolge mögliche Schlaflosigkeit in der Nacht kaum Auswirkungen auf das Befinden am nächsten Tag hat.

Bei mittleren Dosierungen kann sich Übelkeit und Schwindel einstellen, oft verbunden mit erschöpfenden, geistigen Tätigkeiten. Es hilft hierbei meist sich hin zu legen. Insbesondere bei Erstkonsumenten kommt es oft zu Erbrechen.

Bedingt durch die krampffördernde Wirkung von Opioiden kann es insbesondere zu Verstopfung, seltener Harn- und Gallen-Sperre (spürbar durch kolikartige Schmerzen) kommen. Eine bestehende Krampfneigung kann verstärkt werden (meist bei Kindern beobachtet), allerdings wirken manche Wirkstoffe, wie Papaverin, auch krampflösend.

Die Pupillen werden durch Opioide oft verengt (Miosis, "Steckies").

Die Körpertemperatur kann ansteigen und man kann anfangen zu Schwitzen. Deswegen ist auf ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu achten, dies aber auch nur mit Vorsicht, den einerseits besteht die Möglichkeit einer Harnsperre und andererseits wirkt durch Opioide bedingt freisetzung des antidiuretischen Hormons der Harnbildung entgegen.

Bei anderen Opioiden wird auch oft von Juckreiz als unangenehmer Nebenwirkung berichtet. Bei Thomas De Quincey trat diese Nebenwirkung erst nach vielen Jahren des Laudanumkonsums auf.

Man ist zwar zugänglich für sexuelle Reize, aber es ist deutlich schwerer und frustrierender zu einem Orgasmus zu gelangen. Bei langfristigen, intensivem Konsum ist wegen der Störung des Hormonhaushaltes eher mit einem Abfall der Libido zu rechnen und bei Frauen mit dem Ausbleiben der Periode.

Die Atmung wird bei geringen Dosierungen langsamer, aber gleichzeitig tiefer und mit zunehmender Dosis wieder flacher. Bei einer lebensbedrohlichen Überdosierung kann die Spontanatmung unzureichend sein oder ganz ausbleiben, der Betroffene muss dann Kommandoatmung durchführen oder beatmet werden, um eine Atemdepression zu verhindern.

SetBearbeiten

Durch ihre Wirkung auf das Gemüt verursachen Opioide fast schon automatisch eine positive Einstellung zum Rausch. Entsprechend ist der Konsument eher zur Vorsicht anzuhalten, dass er sich trotz der scheinbaren Klarheit im Kopf nicht durch das Hochgefühl zu riskantem Verhalten oder Entscheidungen verleiten lässt. Auch kann kreative Arbeit unter dem Opioid-Konsum leiden, weil man die Dinge als schöner, ästhetischer empfindet und weniger kritisch betrachtet, als man dies nüchtern tun würde.

Viele Körperempfindungen, wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Temperatursinn und Schmerz, sind im Opiat-Rausch unterdrückt. Ein Ungleichgewicht in den damit verbunden Körperfunktionen kann sich deshalb leicht auf ungewohnte Weise äußern. Man sollte also Aufmerksam auf die verbleibenden Signale des Körpers achten und ein Unwohlsein nicht einfach nur als Nebenwirkung abtun. Hunger kann sich etwa als leichte Übelkeit verbunden mit Magengrummeln äußern.

AbhängigkeitspräventionBearbeiten

Da es sich bei den in Schlafmohn enthaltenen Opioiden um stark addiktive Wirkstoffe handelt, sollte man mit ihnen mit großen Respekt begegnen um die Entwicklung einer Abhängigkeit zu vermeiden. Vernachlässigt man solche Vorsichtsmaßnahmen wird der Opioid-Rausch schnell seine Schönheit verlieren (Wirkstoff-Toleranz) und an ihre Stelle die zwanghafte Sucht mit der beständigen Furcht vor dem Abstinenzsyndrom treten.

Der Konsum von Schlafmohn sollte stets etwas Besonderes sein und nie eine Alltäglichkeit. Man sollte sich für den Kontrollierten Konsum feste Regeln setzen und nur an einem Tag in der Woche oder im Monat konsumieren.

Mit dem Konsum von Opioiden kann man Problemen nicht dauerhaft aus dem Weg gehen (Frustkonsum), sie stellen maximal eine kleine Erholungszeit dar, nach der man sich nüchtern und gestärkt erneut den Problemen stellen kann.

Von jeglichem Konsum Abstand nehmen sollte man, wenn man in der Vergangenheit zu einer anderen Substanz oder zu einem Verhalten eine Abhängigkeit entwickelt hat, etwa eine Tabak- bzw. Nicotin-Abhängigkeit entwickelt hat oder Glückspielsüchtig war. Auch wenn man den eigenen Konsum nur schwer regulieren kann, sollte man lieber nicht konsumieren, etwa wenn man Probleme hat den Drogenkonsum einzuschränken, solange man noch einen Drogenvorrat hat.

Soziale Probleme beim Umgang mit Menschen, insbesondere das Fehlen emotionaler Wärme und Nähe in Beziehungen, kann ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Abhängigkeit sein, ebenso psychologische Erkrankungen, wie Depressionen oder Borderline.

SettingBearbeiten

In geringeren Dosierungen kann man durch die gehobene Stimmung den Genuß von unterschiedlichen Situationen steigern. Thomas de Quincey pflegte etwa in seiner Studienzeit regelmäßig die Oper unter dem Einfluss von Laudanum zu besuchen. Durch die angstlösende und enthemmende Wirkung kann auch der zwischenmenschliche Austausch erleichtert werden. Mit zunehmender Dosis kann aber ein Übermaß an äußeren Reizen oder geistiger wie körperlicher Anstrengung auch als sehr belastend empfunden werden, so dass man sich veranlasst sieht einen ruhigen Rückzugsraum aufzusuchen.

Allgemein eignen sich ungestörte, kontrollierbare Orte um sich im Opioidrausch zu entspannen. Z.T. kann man über Stunden eine schöne Aussicht, das Prasseln des Regens gegen die Fenster oder ein brennendes Kaminfeuer einfach nur betrachten und genießen. Gerade in höheren Dosierungen kann man auch einfach nur im liegen vor sich hin dösen, eventuell mit etwas ruhiger Musik im Hintergrund, und die Gedanken vor sich hin fließen lassen.

Insbesondere bei einem stärkeren Rausch sollte man eine Liegegelegenheit haben, auf der man sich entspannen kann. Sinnvoll ist es, wenn der Kopf tiefer als der restliche Körper zu liegen kommt, da so bei niedrigem Blutdruck, der eine Nebenwirkung sein kann, das Blut eher in den Kopf als den restlichen Körper fließt. Auch ist es eine Sicherheitsmaßnahme um zu verhindern, dass man beim Eindösen und Erbrechen das Erbrochene aus dem Mund heraus und nicht in die Atemwege fließt.

Da die Orgasmus-Fähigkeit eingeschränkt ist (Impotenz), sollte man sich eher auf entspanntes Kuscheln, Streicheln und Küssen beschränken.

Übelkeit und SpeisenBearbeiten

Vor oralem Konsum wird oft nichts oder nur wenig gegessen, um eine schnelle Passage des Wirkstoffes durch den Magen zu erlauben.

Übelkeit und infolge Erbrechen sind häufige Nebenwirkungen insbesondere bei Erstkonsumenten, man sollte deshalb zur Sicherheit einen Eimer oder etwas ähnliches bereit halten. Gegen die Übelkeit hilft es oft sich hin zu legen. Auch Abkühlung und frische Luft können mildernd wirken.

Kühle, Milch-haltige bzw. basische und Kohlenhydrat-haltige Kost kann auch zur Beruhigung des Magens beitragen, wobei man eher kleine Portionen zu sich nehmen sollte, um den Magen nicht zu dehnen. Wegen der möglichen Mundtrockenheit sind trockene und Wasser aufsaugende Speisen, wie etwa Brot, eher ungeeignet. Auch trotz der durch opioide bedingten häufigen Appetitlosigkeit kann ein kleiner Imbiss das Wohlbefinden gerade beim ausklingenden Rausch oft steigern. Geeignete Gerichte sind etwa Pudding, Grießbrei, Milchreis, Quark oder Jogurt.

Bei längerer Opiod-Anwendung sollte man einer möglichen Verstopfung durch eine entsprechenden Ernährung entgegenwirken. Hierfür eignen sich Ballaststoff- und Wasser-reiche Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Vollkornbrot.

Opium-HöhleBearbeiten
Opium Höhle Kolkata.jpg

Lizenzierte Opium-Höhle in Kolkata, Indien, 1945.

Opium-Höhlen oder Opium-Divane waren spezielle Konsumräume zum Opiumrauchen, welche im 19. Jahrhundert von Chinesen zumeist in Hafenstädten weltweit etabliert wurden. Sie waren meist mit dem zum Opium-Rauchen notwendigen Paraphernalien (Opiumpfeife, Opiumlampe) ausgestatten und organisierten das Opiumrauchen im Rahmen eines festen Rituals, welches etwa untersagte nach dem Beginn des Rauchens noch miteinander zu reden.

Die Opium-Höhlen waren meist ein Gegenstand fiktionaler Literatur, welche sie in allerlei verzerrenden Farben zeichneten.

WirkdauerBearbeiten

Die Wirkdauer setzt, je nach Applikationsweg, relativ rasch ein und kann oft 6 bis 8 Stunden, z.T. auch länger, andauern. Der Wirkungsverlauf wird nach dem anfänglichen Anstieg oft eher als langes Platteau beschrieben. Die Wirkung klingt sehr langsam aus und hat keinen Kater zur Folge. Morphin besitzt eine biologische Halbwertszeit von 2 bis 3 Stunden.

Bedingt durch eine Opioid-Toleranz kann die Wirkdosis erhöht sein, da der Abbau aber weiterhin einer Halbwertzeit unterliegt verkürzt sich so die Wirkdauer derselben Dosis. Dies ist insbesondere bei Abhängigen relevant, welche mit steigender Toleranz (Dosiseskalation) in immer kürzeren Zeitabständen nachdosieren müssen.

zu ergänzen

  • langsame Resorption??
  • Halbwertszeit von Morphin


Gefahren und NebenwirkungenBearbeiten

Akute GefahrenBearbeiten

Allgemein ist Schlafmohn reicher an unerwünschten Nebenwirkungen als Opioide-Medikamente.

Generell sollte unter dem Einfluss von Schlafmohn weder eine schwere Maschine bedient, noch ein Fahrzeug geführt oder generell am Straßenverkehr teilgenommen werden.

Falsche Risiko-EinschätzungBearbeiten

Unter dem Einfluss von Opioiden erscheinen Dinge oft in einem positiveren Licht. Risiken können oft nicht richtig eingeschätzt werden und entsprechend leicht Fehlentscheidungen getroffen.

AppetitlosigkeitBearbeiten

Schlafmohn unterdrückt Hunger und Durst, so dass der Konsument diese natürlichen Bedürfnisse seines Körpers nicht mehr spürt. Es sollte deshalb darauf geachtet werden, dass man auch wenn man nicht das Bedürfnis danach verspürt ausreichend trinkt und isst.

Wegen der häufigen Mundtrockenheit eignen sich hierfür vor allem natürlich feuchte Lebensmittel, etwa bestimmte Milchprodukte oder Obst und Gemüse.

gehemmte SchmerzwahrnehmungBearbeiten

Bei der Wirkungskombination aus Enthemmung und Schmerzreduktion besteht das Risiko, dass eine Person sich durch leichtfertiges Verhalten Verletzungen zuzieht, deren schwere aber nicht erkennt, da das entsprechende Schmerzsignal ausbleibt.

Insbesondere bei längerem Konsum können ansonsten schmerzhafte Erkrankungen so verschleppt werden und diese so einen entsprechend schwereren Verlauf nehmen.

Übelkeit, Schwindel und ErbrechenBearbeiten

Opioide können Übelkeit, Schwindel und infolge Erbrechen erzeugen. Diese Wirkungen sind beim Schlafmohn ausgeprägter als bei medizinischen Opioide oder Heroin.

Übelkeit und Erbrechen sind eine Schutzfunktion des Körpers gegen Überdosierungen und sollten deshalb nicht unterdrückt werden. Sie sind aber unzuverlässig und ersetzen keine gute geplante Dosierung.

Da das Nebenalkaloid Noscapin eine zusätzliche emetische Wirkung hat, dürfte die Übelkeit bei Schlafmohn und Opium stärker ausgeprägt sein als bei Morphin.

VerstopfungBearbeiten

Opioide hemmen die Darmtätigkeit und können so Verstopfung verursachen bzw. zur Behandlung von Durchfall verwendet werden. Bei Schlafmohn bzw. Opium ist die verstopfende Wirkung in der Regel schwächer als bei der äquivalenten Menge an reinem Morphin, da dass Papaverin der Verstopfung entgegen wirkt.

Bei schwer Opioid-Abhängigen kann eine dauerhafte Verstopfung ein lebensbedrohliches Ausmaß annehmen.

SchlafstörungenBearbeiten

Opioide wirken stark auf das Müdigkeitsempfinden und können so zu Schlafstörungen führen. Die natürliche Müdigkeitsempfindung ist meist unterdrückt, statt dessen fühlt man sich entspannt belebt oder spürt eine leichte künstliche Müdigkeit. Anstelle wirklich einzuschlafen döst man oft lange im halbwachen Zustand vor sich hin.

Dies ist um so tückischer, weil man sich unter dem Einfluss von Opioiden oft erholt fühlt und so die Folgen des Schlafmangels nicht bemerkt.

HarnsperreBearbeiten

Durch die krampffördernde Wirkung kann es in manchen Fällen zu einer Verkrampfung des Schließmuskels der Harnblase kommen, wodurch die Harnausscheidung verhindert wird. Dies kann sehr schmerzhaft werden, wenn die Harnblase gefüllt ist.

Prophylaktisch sollte deshalb vor dem Konsum die Blase entleert werden und während der anhaltenden Wirkung nur wenig getrunken werden.

Gallensperre und BauchspeicheldrüsensperreBearbeiten

Ebenso wie der Schließmuskel an der Harnblase können auch die Schließmuskel an Gallenblase und Bauchspeicheldrüse durch Opioid-Wirkung verkrampfen. Bei der Galle können infolge kolikartigen Schmerzen auftreten.

Bei der Bauchspeicheldrüse kann sich auf Dauer eine Entzündung, sogenannte Pankreatitis, entwickeln, welche einen sehr schweren, mitunter lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann.

KreislaufstörungenBearbeiten

Über die Wirkung auf das Zentralnervensystem können Opioide eine e Wirkung entfalten, sowie eine steigerung einer Aktivität des Nervus vagus. Auch wird eine direkte Vasodilatation bewirkt.

Infolge kann es zu einem Abfall der Herzfrequenz (Bradykardie), des Blutdruckes (Hypotonie) sowie des Herzzeitvolumens kommen. In therapeutischen Dosierungen sind diese Wirkungen in der Regel vernachlässigbar, aber gerade bei Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen oder bei akuten Fällen von Schock können sie gefährlich werden.

TodBearbeiten
AtemdepressionBearbeiten

Opiode wirken auf das Atemzentrum und senken so die Atemfrequenz und in höheren Dosierungen das Atemvolumen. Bei einer letalen Dosis wird die Atmung soweit herabgesetzt, dass sie nicht mehr ausreicht um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, wodurch sehr schnell Organ- und Hirn-Schäden und Tod eintreten können.

Wegen der schwierigen Dosierbarkeit sollte man deshalb nicht ohne Tripsitter konsumieren.

Sollte Bewusstlosigkeit schon eingetreten sein, so ist eine Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen. Sofern der Betroffene noch ausreichend bei Bewusstsein ist oder wieder zu Bewusstsein kommt, kann eine Kommandoatmung durchführt werden, d.h. die Person wird regelmäßig daran erinnert bewusst zu atmen.

In jedem Fall sollte bei einer sich andeutenden Atemdepression ein Notarzt hinzu gezogen werden, da die Wirkung der Opioide über Stunden anhalten kann und man selbst kaum in der Lage sein wird so lange eine Beatmung durchzuführen. Ein Notarzt kann die Vergiftung durch Gabe von Opioid-Antagonisten, wie Naloxon, behandeln, welche aber sehr genau dosiert werden müssen, da sie bei Opioid-Abhängigen zu einem Abstinenzsyndrom führen können und auch ohne Opioid-Toleranz Nebenwirkungen haben. Zudem sind die Halbwertzeiten von Opioiden und Opioid-Antagonisten verschieden, weshalb der Opioid-Antagonist nachdosiert werden muss.

Das Alkaloid Noscapin in Schlafmohn bzw. Opium wirkt schwach atemanregend, bronchodilatatorisch und verstärkt die narkotisierende Wirkung von Morphin. Entsprechend wirkt es der atemhemmenden Wirkung der Opioide etwas entgegen.

Ersticken an ErbrochenemBearbeiten

Aus der Nebenwirkungskombination von Übelkeit und Dämmerzuständen bis zur Bewusstlosigkeit ergibt sich das Risiko im getrübten Bewusstseinszustand an Erbrochenen zu ersticken.

Es empfiehlt sich deshalb einen Tripsitter dabei zu haben. Sollte man sich wegen Schwindel und Übelkeit hinlegen, empfiehlt sich eine Körperlage bei der der Oberkörper oberhalb des Kopfes zu liegen kommt, da so eventuell Erbrochenes der Schwerkraft folgt und nicht zurück in die Atemwege fließt (vgl. Stabile Seitenlage). Sollte die Person Erbrochen haben und weiterhin Bewusstlos sein, so sind die Atemwege von Erbrochenem zu befreien und eine Beatmung zu leisten.

Säuglinge und KinderBearbeiten

Säuglinge und Kleinkinder weisen eine sehr hohe Morphinempfindlichkeit und sollten deshalb keine solchen Zubereitungen erhalten. Eine tödliche Vergiftung über die Muttermilch wurde berichtet.


LangzeitfolgenBearbeiten

ToleranzBearbeiten

Wie bei allen Opioiden besteht bei längerfristiger Anwendung die Gefahr eine Toleranz letztendlich eine Abhängigkeit zu entwickeln. Sie äußerst sich primär darin, dass dieselbe Dosis eines opioiden Wirkstoffes in ihrer Wirksamkeit von Konsum zu Konsum abnimmt.

Durch eine Toleranz wird man für Opioide Schmerzmittel unempfindlich, sollte man also in eine Situation geraten, wo man von einem Arzt Opiode-Schmerzmittel braucht, würden diese vermutlich nur unzureichend wirken.

Eine Toleranz verschwindet nach eine längeren Abstinenz-Zeit von Opioiden.

Abhängigkeit, AbstinenzsyndromBearbeiten
siehe auch: Opioid-Abhängigkeit

Es kann sich sowohl eine starke körperliche als auch eine starke psychische Abhängigkeit entwickeln. Von einem Dauerkonsum von Opioiden ist deshalb ohne ärztliche Verschreibung in jedem Fall abzuraten.


körperliche AbhängigkeitBearbeiten

Die körperliche Abhängigkeit ist im wesentlichen eine Fortsetzung der Toleranzentwicklung und führt beim Absetzen von Opioiden zu einem Abstinenzsyndrom. Thomas de Quincey ging Anfang des 19. Jahrhunderts davon aus, dass eine schwere Laudanum-Abhängigkeit mindestens 120 Tage bräuchte um sich zu etablieren.[62]

Das Abstinenzsyndrom entspricht weitestgehend dem von Opioid-Abhängigkeit:

Die Symptome wachsen in den ersten 24 Stunden nach Konsumende an und klingen nach vier Tagen ab. Eine vollständiger kalter Entzug dauert etwa zwei Wochen.

Da Schlafmohn bzw. Opium ein breiteres Spektrum an Wirkstoffen enthält, darunter auch nicht-opioide Wirkstoffe, lässt sich vermuten dass sich ein deutlich stärkeres Abstienzsyndrom einstellt, als man es von einzelnen opioiden Wirkstoffen erwarten würde.

Wegen der starken Abstienzsymptome empfiehlt sich ein warmer Entzug durch Ausschleichen und eine therapeutische Begleitung durch Ärzte. Ein Entzug beseitigt zwar die körperliche Abhängigkeit, eine psychische Abhängigkeit und das damit verbundene Craving können aber fortbestehen und zu einem Rückfall führen.

psychische AbhängigkeitBearbeiten

Die psychische Abhängigkeit ist weniger stark berechenbar und in der Regel auch von psychologischen und sozialen Faktoren mit bedingt (vgl.: Abhängigkeit#Risikofaktoren). Man sollte sich deshalb feste Regeln für den kontrollierten Konsum geben, zum Beispiel maximal nur einmal im Monat konsumieren oder nur zu fest geplanten Terminen konsumieren.

Als spezieller Risikofaktor bei Opioiden gilt das Kompensieren eines sozial kalten Umfeldes mit der Opioid-Wärme.

Als Schutzfaktor kann wirken, wenn Konsumenten bewusst auf Drogenhandel als Beschaffungsweg verzichten, da man durch Sammeln oder Outdoor Growing von Papaver somniferum in der Regel kaum einen dauerhaften Konsum decken kann. Motivation hierzu liefern u.a. die mit dem illegalen Drogenhandel oft verbundenen Streckmittel und die Gewaltkriminalität.

Abmagerung und EntkräftungBearbeiten
Two Opium Smokers on Java WDL2899.jpg

Zwei Opiumraucher auf Java, 1867.

Opioide hemmen den Appetit, weshalb Menschen, die sie dauerhaft anwenden, oft abmagern. Dies kann auch durch weitere Effekte mit bedingt sein, etwa der verursachten leichten Übelkeit, möglicher Verstopfung oder schlicht dass Abhängige bei finanziellen Engpässen das Suchtmittel gegenüber Nahrungsmittel bevorzugen.

ApathieBearbeiten

Insbesondere im Verlauf einer Abhängigkeit stellen sich zunehmend Antriebsschwäche, Apathie und Depressionen ein. Das Glücksempfinden hat sich an das gesteigerte Opioid-Niveau gewöhnt und ist deshalb kaum noch durch natürliche Reize, wie Nahrung, Sex oder andere positive Erfahrungen, erregbar. Oft dient der Konsum nur noch der Flucht vor dem Abstinenzsyndrom.

Aufgrund der häufig als Aussichtslos gesehenen Lage können Opioid-Abhängige stärker zu Suizid neigen.

Störung des HormonhaushaltsBearbeiten

Opioide wirken auf das Hormonsystem ein und können so zu einer Störungen des Gleichgewichts der Hormone führen.

Opioide hemmen die Ausschüttung von Gonadoliberin (GnRH). GnRH regt die Hypophyse an, die Hormone Follitropin (FSH) und Luteinisierendes Hormon (LH) auszuschütten, welche die Funktion der Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden) regulieren. Bei Opioid-Konsumenten wird entsprechend oft Hypogonadismus, also eine Unterfunktion der Keimdrüsen, beobachtet.

Bei männlichen Heroinabhängigen ist das Testosteron-Level reduziert und normalisiert sich nach einem Monat der Abstinenz. Tierversuche lassen vermuten, dass auch die Spermienbildung beeinträchtig ist.

Bei Frauen kann es über die Reduzierung des Luteinisierenden Hormons zu Störungen des Menstruationszykluses kommen.

Bedingt durch die Störungen des Hormon-Haushalts sollen Opioid-Abhängige auch stärker zu Osteoporose und Knochenbrüchen neigen.

Keine Leber- oder Nieren-ToxizitätBearbeiten

Entgegen weit verbreiteten Behauptungen sind Opioide nicht Leber- oder Nieren-schädlich und auch eine Schädlichkeit von Schlafmohn bzw. Opium ist nicht belegt.

Solche Wirkung treten bei Opioid-Abhängigen in der Regel in Folge von Streckmitteln auf. Eventuell sind solche Gerüchte auch durch die hepatotoxizität von einigen nicht-opioiden Analgetika, wie etwa Paracetamol, bedingt, welche sich u.a. auch in Kombinationspräparaten mit schwachen Opioiden, wie etwa Codein, wiederfinden.

PharmakodynamikBearbeiten

WirkmechanismusBearbeiten

Die opioiden Wirkstoffe des Schlafmohns binden agonistisch an die körpereigenen Opioid-Rezeptoren, insbesondere den µ-Opioid-Rezeptor. Typische von Opioiden vermittelte Wirkungen sind Analgesie, Euphorie, Reduzierung der Atmung bis hin zur Atemdepression, Hemmung der Darmaktivität bis hin zu Verstopfung und Suchtentwicklung.

Körpereigene Opioide wirken auf eine große Zahl von Prozessen, deren genauer Zusammenhang nicht vollständig verstanden ist. In Stresssituationen werden körpereigene Opioide ausgeschüttet um akute Schmerzen und Hunger nach unten zu regulieren (vgl. Runner’s High), woraus sich die analgetische und appetithemmende Wirkung von Opioiden ergeben . Exorphine werden bei der Verdauung bestimmter Lebensmittel gebildet, insbesondere bei der Verdauung von (Mutter-)Milch.


zu ergänzen

ResorptionBearbeiten

zu ergänzen

Die orale Bioverfügbarkeit von Morphin liegt nur bei ca. 15% und kann bei dauerhafter Gabe weiter ansteigen.

EliminationBearbeiten

zu ergänzen

NachweisbarkeitBearbeiten

Der Hauptwirkstoff von Schlafmohn, das Morphin, wird in vielen Drogentests standardmäßig erfasst. Die Nachweisbarkeit in Blut und Urin liegt bei zwei bis vier Tagen. In den Haaren kann der Konsum noch nach Monaten nachgewiesen werden.

Durch den Nachweis von Nebenalkaloiden, wie Noscapin, kann der Schlafmohn- bzw. Opium-Konsum von der Einnahme von medizinischen Morphin abgegrenzt werden. Auf die selbe Weise kann auch der Konsum von medizinischem Heroin (etwa als Teil einer Substitutionstherapie) von Straßen-Heroin abgrenzt werden, da letzteres noch Reste der Nebenalkaloide enthält. Hierfür wird meist Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (kurz GC/MS ) verwendet.

Andere VerwendungsmöglichkeitenBearbeiten

NahrungsmittelBearbeiten

Die Mohnsaat ist reich an Nährstoffen und wird als sogenannter Back- oder Speisemohn insbesondere in Backwaren und Süßspeisen verwendend. Die Saat ist insbesondere reich an Mineralien, aber auch an Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten.

Der Wirkstoffgehalt der Saat gilt im Allgemeinen als vernachlässigbar gering, kann aber mitunter zu einem positiven Urintest auf Morphin führen. In manchen Fällen wurden auch bedenklich hohe Morphin-Konzentrationen gefunden (vgl. Blaumohn-Plörre).


Medizinische VerwendungBearbeiten

Schlafmohn, Opium und Opium-Extrakte wurden mindestens seit der Antike als Arzneimittel verwendet. Es sind wirksame Analgetika (Schmerzmittel), Antitussiva (Hustenstiller), Antidiarrhoika (gegen Durchfall), Spasmolytika (Krampflöser), Sedativa (Beruhigungsmittel) und Hypnotika (Schlafmittel). Man versuchte auch mit der euphorisierenden und anxiolytischen Wirkung Depressionen ("Melancholie") und Ängste zu behandeln.

Mithridates VI. Eupator herrschte von ca. 120 v.d.Z. bis 63 v.d.Z. über das Königreich Pontos in Kleinasien. Der Legende nach soll er aus Angst vor Giftanschlägen und auf Basis alten Wissens vom Asklepieion von Kos eine Art Universalmedizin entwickelt haben, welche aus über fünfzig verschiedenen Zutaten bestand, davon ein wesentlicher Anteil Schlafmohn bzw. Opium. Diese Arzneimittel wurde nach ihm Mithridat, Mithridatikum oder lateinisch Electuarium Mithridatis genannt, eine andere Bezeichnung ist Theriak. Mit dieser Ursprungslegende wurde das Theriak zu einer beliebten, aber auch sehr teuren Medizin in Europa von der Antike bis hin in die Neuzeit.

Der Arzt Paracelsus prägte um 1500 die Bezeichnung Laudanum für Opium-Tinkturen, sie leitet sich vermutlich vom lateinischen laudare (loben) ab. Er betrachtete es als eine Art Allheilmittel oder Stein der Unsterblichkeit. Es etablierte sich als sehr weit verbreitetes, frei verkäufliches Medikament und hatte im 18. und 19. Jahrhundert etwa die selbe Bedeutung wie heute Aspirin.

Zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden Schlafmohn-Zubereitungen durch Arzneimittel auf Basis der reinen Wirkstoffen (Morphin, Codein), deren Derivaten (Morphinane) und neuer synthetischer Opioiden ersetzt.

AppetitzüglerBearbeiten

Schlafmohn-Zubereitungen wirken dem Hunger und Durst entgegen und können deshalb bei längerer Anwendung zur Abmagerung des Konsumenten führen.

Gerade in Zeiten von Nahrungsknappheiten und Hungernöten waren Schlafmohn-Zubereitungen entsprechend eine bedeutende Erleichterung für die Betroffenen, wenn auch keine wirkliche Lösung für das Problem.

GiftBearbeiten

Da eine Überdosierung von Schlafmohn-Zubereitungen leicht zum Einschlafen (vgl. K.-o.-Mittel) oder Tod durch Atemlähmung führen kann, wurde er früher auch manchmal als Gift oder Mittel zum Suizid verwendet.

In dem griechischen Schierlingsbecher wurden oft Mohnextrakte beigegeben, um den Tod für den betroffenen angenehmer und schneller zu gestalten.

MilitärdrogeBearbeiten

Von der Antike an soll Opium auch von Soldaten genutzt worden sein, einerseits zur Aufrechterhaltung der Truppen-Moral, andererseits um den Soldaten im Kampf auch Angst, Hemmungen und nicht zuletzt die Schmerzen zu nehmen.

Alexander der Große soll in seinen Garnisonsstädten Schlafmohn angebaut haben. Auch bei den Römern gehörte Opium zu den regelmäßigen Rationen eines Legionärs. Ebenso sollen die Deli, berittene Verbande des osmanischen Reiches, Opium konsumiert haben.

GeschichteBearbeiten

siehe auch: Geschichte des Schlafmohns

Schlafmohn gehört zu den ältesten bekannten Kultur- und Rauschpflanzen. Sein Ursprung liegt vermutlich im östlichen Mittelmeerraum. In Asien breitete sich sein Gebrauch entlang der Seidenstraße schrittweise aus: Von Zypern nach Ägypten und Griechenland, Arabien, Persien, Indien und letztendlich nach China. Oft brachten Händler wohl zunächst das Opium in die jeweiligen Länder, bevor sich ein eigener Schlafmohn-Anbau etablierte.

In Europa war in der Neuzeit wohl vor allem der Gebrauch des medizinischen Laudanums verbreitet, in Persien und Indien der Verzehr von Speisen und Getränken ("Kuknar") und in China kam das Opium-Rauchen in Mode.

Am Verbot des Opiums in China entzündete sich die Opiumkriege zwischen dem Chinesischen Kaiserreich und dem Britischen Empire, welche eine Öffnung Chinas gegenüber den westlichen Händlern erzwangen.

Im 20. Jahrhundert wurde der Opium-Gebrauch durch die Verwendung von reinem Morphin und seines Derivates Heroin verdrängt. Schlafmohn blieb dabei als Rohstoff weiterhin von Bedeutung. Durch die Opiumkonferenzen und später durch UNO-Übereinkommen wurde der Rausch-Gebrauch von Opioiden International geächtet und kriminalisiert. Zentren des illegalen Opium-Anbaus entwickelten sich vor allem in der Nähe von politischen Krisenherden, wie das Goldenes Dreieck in Südostasien oder der Goldene Halbmond in Zentralasien (ähnlich des Coca-Anbaus in Südamerika).


Rechtstatus Bearbeiten

Deutschland

Der Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland genehmigungspflichtig, auch als Zierpflanze, und stellt bei nicht vorhandener Genehmigung einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) dar. Dieser kann mit bis zu fünf Jahren Haft und/oder Geldstrafe geahndet werden. Auch der private Anbau auf Kleinstflächen fällt unter diese Genehmigungspflicht. Trotzdem kann man ihn in Blumengeschäften zu Dekorzwecken finden, ebenso wie die wilde Pflanze.

Opium ist immer noch ein Arzneimittel, welches mittels eines Betäubungsmittelrezept verschrieben werden kann, die einzig zulässige Indikation ist aber chronischer Durchfall.

Österreich

In Österreich ist der Anbau im Gegensatz zu Deutschland legal, die Herstellung von Zubereitungen zum Rauschgebrauch hingegen illegal.

ZitateBearbeiten

“Among the remedies which it has pleased Almighty God to give to man to relieve his sufferings, none is so universal and so efficacious as opium.”
„Unter all den Mitteln, welche dem Allmächtigen beliebt hat, dem Menschen zur Linderung seiner Leiden zu geben, ist keines so umfassend anwendbar und so wirksam wie Opium.“ - Thomas Sydenham (1624–1689)
„Opium bringt Opi um.“ - Volksmund
„Opium heilt alles, außer sich selbst.“ - Volksmund
„Mohn macht dumm.“ - Volksmund
„Nichts riecht so wenig dumm wie Opium. Vielleicht noch etwa der Zirkus und ein Hafen“ - Pablo Picasso
„Es ist hart zu wissen, dass es den fliegenden Teppich gibt und man nie mehr fliegen wird.“ - Jean Cocteau (1889-1963) nach seinem Opium-Entzug

ReferenzenBearbeiten

  1. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 236
  2. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 262
  3. Hagers Handbuch VI, S. 405
  4. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 290
  5. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 290
  6. Hagers Handbuch VI, S. 406f, Gewichtsreduzierung beim Trocknen von 100 t zu 14 t
  7. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 237
  8. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 245f
  9. http://www.ua-bw.de/pub/beitrag_druck.asp?subid=1&ID=567
  10. http://catbull.com/alamut/Lexikon/Pflanzen/Papaver%20somniferum.htm
  11. http://www.henriettes-herb.com/eclectic/kings/papaver-somn_acet.html
  12. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 334
  13. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 334
  14. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 334
  15. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 334
  16. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 334
  17. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 335
  18. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 346
  19. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 336
  20. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 337
  21. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 337
  22. http://medikamente.netdoktor.de/wirkstoffe/morphin/
  23. Werte für Nebenalkaloide (0,035-0,23%) aufaddiert
  24. Werte für Nebenalkaloide (0,035-0,23%) aufaddiert
  25. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 407
  26. http://www.zotter.at/de/das-ist-zotter/zotter-weltreise/waldviertler-graumohn.html
  27. http://www.helmutreiner.at/sites/default/files/download/morphin_mohn_14Okt2004.pdf
  28. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 290
  29. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 294
  30. http://www.helmutreiner.at/sites/default/files/download/morphin_mohn_14Okt2004.pdf
  31. http://www.zotter.at/de/das-ist-zotter/zotter-weltreise/waldviertler-graumohn.html
  32. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264, Narcein bei 0.1 bis 1%
  33. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413f
  34. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 254f, Die Untersuchung fand im Jahr 1946 statt.
  35. http://www.helmutreiner.at/sites/default/files/download/morphin_mohn_14Okt2004.pdf
  36. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  37. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  38. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  39. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  40. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  41. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  42. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  43. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  44. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  45. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  46. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  47. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 414
  48. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  49. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  50. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  51. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  52. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947. S. 264
  53. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  54. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  55. Hagers Handbuch, Bd. VI a, S. 413
  56. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947.
  57. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947.
  58. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947.
  59. Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947.
  60. http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=2&ID=2327&lang=DE
  61. Hagers Handbuch. Band VI a S. 406f
  62. Bekenntnisse eines englischen Opiumessers von Thomas de Quincey, Gustav Kiepenheuer Verlag, 1981, DDR, S.20

LiteraturBearbeiten

  • Papaver somniferum L., der Mohn : Anbau / Chemie / Verwendung / von E. F. Heeger und W. Poethke., 1947.
  • Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Eintrag Papaver Somniferum
  • Confessions Of An English Opium-eater von Thomas De Quincey, 1821 (Bekenntnisse eines englischen Opiumessers)

WeblinksBearbeiten

siehe auchBearbeiten

Papaver somniferum / Schlafmohn
Pflanzenteile Zubereitungen Wirkstoffe
Mohnsaat
Mohnkapseln
Mohnstroh
Blaumohn-Plörre
Schlafmohntee
Polnische Suppe
Opium
Rauchopium
Opium-Pulver
Opium-Tinktur
Opiumessig
Opial
Opiate
Morphin
Codein
Thebain
Narcein
Nicht-Opiate
Noscapin
Papaverin
Wirkungen Nebenwirkungen Risiken
Opioid
Euphorie
Analgetisch
Sedativ
Antitussiv
antidiarrhoisch
Spasmolytisch
Hypnotisch
Anxiolytisch
Anorektisch
Verstopfung
Appetitlosigkeit
Harnsperre
Bradykardie
Hypotonie
Toleranz-Entwicklung
Potenzstörungen
Opioid-Abhängigkeit / Abstinenzsyndrom
Überdosierung
Tod durch Atemdepression
Sonstiges
Heroin, Berliner Tinke, Goldener Halbmond, Goldenes Dreieck, Nepenthes, Gartenmohn, Opium-Divan, Waldviertler Graumohn, Outdoor Growing, Theriak, Opium-Kriege
andere Mohn-Arten
Papaver bracteatum, Papaver orientale, Papaver rhoeas, Papaver dubium, Papaver argemone, Papaver setigerum

Verwandte DrogenBearbeiten

Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Dextropropoxyphen, Exorphine, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein, Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonsiten

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