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D-Scopolamin

D-Scopolamin

L-Scopolamin

L-Scopolamin

Scopolamin, manchmal auch als Hyoscin bezeichnet, ist ein muskarinisch-anticholinerger Wirkstoff, der neben dem meist überwiegendem Hyoscyamin häufig in Halluzinogenen Nachtschattengewächsen vorkommt. Es wirkt als delirantes Halluzinogen.

Die Symptome einer Intoxication mit Scopolamin, Hyoscyamin und Atropin werden als anticholinerges Syndrom bezeichnet.

Selten wird Scopolamin als Sedativum verwendet. Im Gegensatz zu Atropin soll es das Zentralnervensystem beruhigen und nicht stimulieren, sodass ein schlafähnlicher Zustand erzwungen wird. Dieser tritt auch bei schweren Aufregungszuständen und schweren Psychosen auf, welche nicht mit Hypnotika behandelt werden können. Bereits bei einer geringen Dosis Scopolamin wird die Motorik so sehr beruhigt, wie sie es erst bei sehr hohen Dosen Opioiden wird.[1]

Verwendung als GiftBearbeiten

Scopolamin wurde wegen seiner willensschwächenden Wirkung Zeitweise von der CIA als Wahrheitsserum erforscht, bevor andere Substanzen, wie das Barbiturat Thiopental, diesen Platz einnahmen.

In Kolumbien soll aus Datura gewonnenes Scopolamin, Burrundanga genannt, als eine Art K.-o.-Tropfen verwendet werden, welches den Opfern entweder in Getränke getan oder ins Gesicht geblasen wird. Hierbei kommt den Tätern zugute, dass Gedächtnislücken ein typisches Symptom einer anticholinergen Vergiftung sind. Die Opfer können während eines Rauschs ansprechbar sein, leiden dabei aber unter echten Halluzinationen und können so von den Tätern dazu manipuliert werden ihre Wertsachen aus Verstecken zu holen oder Geld von einem Geldautomaten abzuheben.

Verwandte DrogenBearbeiten

Tropan - Tropane Tropan-Derivate (Tropane)
L-Hyoscyamin L-Scopolamin Cocaine-2D-skeletal RTI-121
Hyoscyamin(Atropin) Scopolamin Cocain RTI-121
Apoatropine Belladonnin
Apoatropin Belladonnin
Delirantia
Vertreter
Biogen Pflanzen Hyoscyamin & Scopolamin Delirante Nachtschattengewächse
Atropa, Atropa acuminata, Atropa belladonna, Atropa caucasia, Atropanthe sinensis, Brugmansia, Brugmansia arborea, Brugmansia aurea, Brugmansia candida, Brugmansia sanguinea, Brugmansia suaveolens, Brugmansia versicolor, Datura, Datura ceratocaula, Datura inoxia, Datura metel, Datura stramonium, Duboisia, Duboisia myoporoides, Duboisia leichhardtii, Hyoscyamus, Hyoscyamus albus, Hyoscyamus aureus, Hyoscyamus muticus, Hyoscyamus niger, Latua pubiflora, Mandragora, Mandragora autumnalis, Mandragora officinarum, Physochlaina orientalis, Scopolia, Scopolia anomala, Scopolia carniolica, Scopolia japonica, Scopolia tangutica, Solandra maxima
Myristicin
Elemicin
Safrol
Myristica fragrans
Pilze Muscimol
Ibotensäure
Amanita muscaria, Amanita pantherina, Amanita regalis
Zubereitung Hexensalbe, Piturin
Wirkstoffe Elemicin, Ibotensäure, Muscimol, Myristicin, Safrol
Anticholinergika Atropin, Diphenhydramin, Hyoscyamin, Scopolamin, Tropicamid
Wissen und Kultur
Wirkung Delirium, echte Halluzinationen, parasympatholytisch, Tachykardie, Mydriasis, Verwirrung, Sprachstörungen, Ataxie, Mattigkeit, Gleichgewichtstörungen
Risiken Horrortrip, Kontrollverlust, Herzstillstand
Safer Use Tripsitter, SaferUse
Hexendroge, Pilzatropin
Cholinergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Acetylcholin-Agonist Acetylcholin Parasympathomimetika
Muskarin-Agonist Betelnuss, Muskarin
Nicotin-Agonist Cytisin(Gemeiner Goldregen), Nicotin(Tabak)
Acetylcholin-Antagonist
Anticholinergika
Coniin (Gefleckter Schierling), Diphenhydramin Parasympatholytika, Delirantia, Antiemetika, Neurotoxine
Muskarin-Antagonist Atropin, Hyoscyamin(Delirante Nachtschattengewächse: Alraune, Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Schwarze Tollkirsche, Tollkraut), Piturin, Scopolamin, Tropicamid
Nicotin-Antagonist Strychnin (Curare, Ignatius-Brechnuss, Gewöhnliche Brechnuss), Tubocurarin, Toxiferin
Cholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin, Linarin (Echter Baldrian), Physostigmin, Rivastigmin, Tacrin, Thebain Antidementiva

ReferenzenBearbeiten

  1. Handbuch der Neurologie - Allgemeine Neurologie Achter Band ISBN 978-3-540-01232-0

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