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Spice ist die Verkaufsbezeichnung für eine Droge, die aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen besteht. Verwendung findet Spice insbesondere als Ersatz für Cannabisprodukte. Laut Hersteller (die Londoner Firma Psyche Deli) soll die berauschende Wirkung auf der Kombination bestimmter natürlicher Inhaltsstoffe beruhen. In verschiedenen Analysen konnten jedoch mehrere synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoffe (CP-47,497, JWH-018, JWH-019, HU-210) nachgewiesen werden. In verschiedenen Ländern wurden deshalb seit Dezember 2008 Verbotsverfahren eingeleitet, unter anderem in Österreich und Deutschland ist seitdem der Handel mit Spice verboten.

Spice gehört zu den Räuchermischungen, von denen es heute noch viele halblegale Varianten gibt.

InhaltsstoffeBearbeiten

Spice besteht laut Hersteller aus einer Vielzahl verschiedener, teilweise recht exotischer Kräuter, denen mitunter psychoaktive Wirkungen nachgesagt werden. Tatsächlich wurde aber bei Probenahmen keine Übereinstimmung mit den angegebenen Pflanzen gefunden.

Bei dem für den Rausch verantwortlichen Hauptwirkstoff handelt es sich nach Angaben des BKA um eine Modifikation des synthetischen Cannabinoids CP-47,497. Zusätzlich ist der von John W. Huffman an der Clemson University entwickelte synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoff JWH-018 enthalten. Diese Stoffe binden an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und lösen einen Rauschzustand aus. Ihre pharmakologische Potenz ist deutlich höher als die von THC. JWH-018 ist strukturell anders aufgebaut als Tetrahydrocannabinol, so dass übliche Drogentests für den Nachweis einer Intoxikation mit Cannabinoiden ein negatives Ergebnis liefern. Die Reinheit der Inhaltsstoffe im Endprodukt Spice ist ungeklärt, ebenso die genaue Wirkung und Umwandlung der synthetischen Zusätze im Stoffwechsel des menschlichen Körpers.

Des Weiteren sind noch Aromastoffe enthalten, über deren tatsächliche Zusammensetzung noch wenig bekannt geworden ist.

Spice wird in den Sorten Silver, Gold, Diamond, Tropical Synergy, Arctic Synergy und Genie angeboten. Nach dem Verbot werden ähnliche Produkte unter den Namen Lava red und Bonzai Winterboost angeboten. Laut Hersteller unterscheiden diese sich in der Intensität, wobei Diamond als die stärkste Sorte gilt. Wie Analysen zeigen, unterscheiden sich die verschiedenen Sorten nicht nur in Trägerkraut und Aromatisierung, sondern auch in den verwendeten Wirkstoffen, die in unterschiedlichen Konzentrationen und teilweise auch kombiniert beigemengt sind.

Die als Lava Red verkaufte Kräutermischung enthält nach Analyse des Landeskriminalamts Niedersachsen das synthetische Cannabinoid JWH-122, das mit THC strukturell nicht verwandt ist, jedoch eine ähnliche psychoaktive Wirkung hat. Es handelt sich um ein Derivat von JWH-018.

AnwendungBearbeiten

Spice wird als Räucherwerk gehandelt, aber hauptsächlich zur Aufnahme in gerauchter Form verwendet. Auf der Verpackung wird lediglich davor gewarnt, die Mischung als Tee zuzubereiten oder zu verzehren.

Risiken Bearbeiten

Die genaue Dosierung der synthetischen Cannabinoide kann schwanken und ist unbekannt, weshalb es leicht zu sehr unangenehmen Überdosierungen kommen kann, welche psychotische Zustände, Angst, Paranoia und Panikattacken auslösen können.

Auch bei korrekter Dosierung gibt es die typischen Risiken von Research Chemicals (unerforschte, neue Substanzen), insbesondere synthetischen Cannabinoiden. Der inhalative Konsum durchs Rauchen ist sehr schädlich für die Lunge, der Konsum solcher Räuchermischungen ist suchterzeugender als Cannabis und kann auch heftige körperliche Absetzerscheinungen mit sich bringen.

Es wurden teils Cannabinoide in Spice-Produkten nachgewiesen, die so stark sind, das sie bei längerem Konsum die entgiftenden Organe stark schädigen können.

LegalitätBearbeiten

ÖsterreichBearbeiten

Da der Wirkstoff JWH-018 dazu dient, bei Anwendung am oder im menschlichen Körper die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu beeinflussen, unterliegt Spice § 1 Abs. 1 Z 5 des Arzneimittelgesetzes, wodurch Handel und Weitergabe in Österreich verboten sind. Dies teilte das österreichische Gesundheitsministerium am 18. Dezember 2008 in einer Aussendung mit. Bis dahin war der Handel nicht verboten.

Das Verbot wurde am 18. Dezember 2008 zunächst für 14 Tage erlassen und am 7. Januar 2009 dauerhaft gemacht. Die „Inverkehrbringung“ der Substanz wurde gestoppt, die Händler angewiesen, noch vorhandene Bestände aus dem Sortiment zu nehmen.

Deutschland Bearbeiten

Alle synthetischen Cannabinoide in Spice unterliegen seit einigen Jahren (meist 2009-2011) dem BtMG. Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass es neue Spice Sorten mit Cannabinoiden gibt, die noch nicht dem BtMG unterstellt sind, was diese Räuchermischung wieder in den halblegalen Bereich bringen würde.

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