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Tollkirsche

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Dieser Artikel behandelt die Gattung Tollkirsche (Atropa), für die in Mitteleuropa beheimatete Art siehe: Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)


Tollkirschen (Atropa) sind eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

Sie enthalten den anticholinergen Wirkstoff Hyoscyamin und wirken deshalb als delirantes Halluzinogen. Sie sind damit Teil der halluzinogenen Nachtschattengewächse.

Wegen der stark schwankenden Wirkstoffkonzentration, kann es bei unvorsichtigem Konsum leicht zu lebensgefährlichen Überdosierungen kommen.

Diese gefährliche Wirkung spiegelt sich auch in der lateinischen Gattungsbezeichnung Atropa wieder. Sie leitet sich von Atropos ab, einer der Moiren, den drei Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie. Atropos schneidet Lebensfaden eines Menschen ab und bestimmt so dessen Tod.

ArtenBearbeiten

Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist Atropa belladonna, die Schwarze Tollkirsche. Der Begriff Tollkirsche wird hierzulande meist Synonym zur Schwarzen Tollkirsche gebraucht.

WirkstoffgehaltBearbeiten

Hauptwirkstoff ist das in allen Pflanzenteilen enthaltene Hyoscyamin. Begleitend kommen Apoatropin sowie Scopolamin vor und in geringeren Mengen auch Tropin, Pseudotropin, Tropinon und einige wenige pyrrolidinische Alkaloide wie Hygrin, Hygrolin, Cuscohyrgrin.

Der Wirkstoffgehalt kann stark Schwanken.

Tabelle
Art Trivialname Pflanzenteil Alkaloide in % Hyoscyamin in % Scopolamin in % weitere Inhaltstoffe
min max min max min max
Atropa belladonna Tollkirsche, Schwarze Gesamt[1] 0,1 0,4 1,2 0,28+[2] 0,04[3] Apoatropin, Belladonnin, Nicotin, Scopolin
Blätter (Knospung)[4] 0,45
Blätter (Beginn der Blütezeit)[5] 0,47
Blätter (Fruchtreife)[6] 0,36
obere Stengel (Knospung)[7] 0,35
obere Stengel (Beginn der Blütezeit)[8] 0,45
obere Stengel (Fruchtreife)[9] 0,27
untere Stengel (Knospung)[10] 0,19
untere Stengel (Beginn der Blütezeit)[11] 0,20
untere Stengel (Fruchtreife)[12] 0,09
Blüten[13] 0,4
Früchte[14] 0,65
Samen[15] 0,8
Atropa acuminata Tollkirsche, Indische Gesamt[16] 0,45

VerwechslungenBearbeiten

Hypericum androsaemum / Blut-Johanniskraut
Die Beeren des Blut-Johanniskrauts verfärben sich von Gelb zu Rot bis sie letztendlich Schwarz sind. Wenn der Strauch auch seine für Johanniskräuter typischen kleinen gelben Blüten verloren hat, kann er vom ungeübten Auge leicht mit einer Tollkirsche verwechselt werden. Unterscheidungsmerkmale sind etwa die Blätter: Tollkirschen-Blätter laufen spitz zu, während die Blätter von Blut-Johanniskraut rund enden. Im Gegensatz zu Tollkirschen-Blättern sind Blut-Johanniskraut-Blätter paarig am Stiel angeordnet.

Johanniskräuter enthalten oft Hypericin, welches phototoxisch wirken kann.

LegalitätBearbeiten

Der Besitz, Zucht und Sammeln der Pflanzen ist legal, sofern sie nicht zur Anwendung beim Menschen bestimmt sind (halblegal).

WeblinksBearbeiten

ReferenzenBearbeiten

  1. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  2. 70% des Gesamtalkaloidgehalts, Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  3. 1/10 des Gesamtalkaloidgehalts, Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  4. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  5. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  6. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  7. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  8. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  9. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  10. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  11. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  12. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  13. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  14. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  15. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f
  16. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band III, 1972, ISBN 3540051228, S. 311f

Verwandte DrogenBearbeiten

Delirantia
Vertreter
Biogen Pflanzen Hyoscyamin & Scopolamin Halluzinogene Nachtschattengewächse
Atropa, Atropa acuminata, Atropa belladonna, Atropa caucasia, Atropanthe sinensis, Brugmansia, Brugmansia arborea, Brugmansia aurea, Brugmansia candida, Brugmansia sanguinea, Brugmansia suaveolens, Brugmansia versicolor, Datura, Datura ceratocaula, Datura inoxia, Datura metel, Datura stramonium, Duboisia, Duboisia myoporoides, Duboisia leichhardtii, Hyoscyamus, Hyoscyamus albus, Hyoscyamus aureus, Hyoscyamus muticus, Hyoscyamus niger, Latua pubiflora, Mandragora, Mandragora autumnalis, Mandragora officinarum, Physochlaina orientalis, Scopolia, Scopolia anomala, Scopolia carniolica, Scopolia japonica, Scopolia tangutica, Solandra maxima
Myristicin
Elemicin
Safrol
Myristica fragrans
Pilze Muscimol
Ibotensäure
Amanita muscaria, Amanita pantherina, Amanita regalis
Zubereitung Hexensalbe, Piturin
Wirkstoffe Elemicin, Ibotensäure, Muscimol, Myristicin, Safrol
Anticholinergika Atropin, Diphenhydramin, Hyoscyamin, Scopolamin, Tropicamid
Wissen und Kultur
Wirkung Delirium, echte Halluzinationen, parasympatholytisch, Tachykardie, Mydriasis, Verwirrung, Sprachstörungen, Ataxie, Mattigkeit, Gleichgewichtstörungen
Risiken Horrortrip, Kontrollverlust, Herzstillstand
Safer Use Tripsitter, SaferUse
Hexendroge, Pilzatropin
Cholinergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Acetylcholin-Agonist Acetylcholin Parasympathomimetika
Muskarin-Agonist Betelnuss, Muskarin
Nicotin-Agonist Cytisin(Gemeiner Goldregen), Nicotin(Tabak)
Acetylcholin-Antagonist
Anticholinergika
Diphenhydramin Parasympatholytika, Delirantia, Antiemetika
Muskarin-Antagonist Atropin, Hyoscyamin(Halluzinogene Nachtschattengewächse: Alraune, Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Schwarze Tollkirsche, Tollkraut), Piturin, Scopolamin, Tropicamid
Nicotin-Antagonist Curare
Cholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin, Physostigmin, Rivastigmin, Tacrin, Thebain Antidementiva

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