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Zirbeldrüse (Epiphyse) ist eine kleine Drüse, welche als Teil des Epithalamus im Zwischenhirns sitzt. Sie produziert das Schlafhormon Melatonin aus Serotonin und wird dabei durch spezielle fotosensitiven Ganglienzellen auf der Netzhaut reguliert. Die Zirbeldrüse sitzt an Hinterwand des III. Ventrikels, einem mit Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gefüllten Raum.

Zirbeldrüsen-ExtraktBearbeiten

In einer Studie über Schizophrenie, in der fünf Teilnehmer mit einem wässrigen Extrakt aus der Zirbeldrüse von Rindern und fünf Teilnehmer mit einem Placebo behandelt wurden, konnte gezeigt werden, dass das Zirbeldrüsenextrakt zu einer Verringerung der schwere der Schizophrenie beitrug.[1]

Thesen zur ZirbeldrüseBearbeiten

Religiös-Esoterische VorstellungenBearbeiten

Die Zirbeldrüse hat Eingang in viele esoterischen Vorstellungen gefunden, wie etwa über das Dritte Auge, das Sahasrara-Chakra oder das Kether-Sephira.

Descartes sah in der Zirbeldrüse die Verbindung zwischen dem materiellen Körper und dem immateriellen Geist[2], was er u.a. mit ihrer Verbindung zu den flüssigkeitsgefüllten Ventrikeln begründete.

DMT-TheseBearbeiten

Rick Strassman stellt die These auf, dass die Zirbeldrüse unter bestimmten Umständen das Psychedelikum DMT produziert. Die Zirbeldrüse wird bei der Melatonin-Produktion durch die Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin angesprochen[3], aber von außen vor Noradrenalin und Adrenalin, welche ja auch Stresshormone sind, geschützt. Strassman vermutet, dass in bestimmten Stresssituation der Noradrenalin- und Adrenalin-Spiegel so hoch steigen könne, dass der Schutz überrannt werde und die Zirbeldrüse entsprechend angeregt wird. Dies wäre etwa bei einer Nahtoderfahrung oder bei einer Geburt der Fall (wobei er sich bei letzterem auf Vorstellung von Stanislav Grof bezieht)[4].

Mit der hohen Serotonin-Konzentration, der Möglichkeit Serotonin zu Tryptamin umzuwandeln und dem Vorhandensein von Methyltransferasen hätte die Zirbeldrüse die Vorraussetzungen zur Bildung von DMT. Auch produziere die Zirbeldrüse Beta-Carboline, welche als MAO-Hemmer den Abbau von DMT hemmen.[5]

Melatonin Serotonin (5-HT) Tryptamin 800px-DMT
Melatonin Serotonin Tryptamin DMT

Auf der Zirbeldrüse befinden sich auch Rezeptoren, welche auf LSD ansprechen. Mescalin erhöhe die Serotonin-Konzentration und Beta-Carboline, welche als MAOIs wirken, beschleunigten die Melatonin-Bildung. Auch DMT regt die Melatonin-Produktion an.[6] Strassman vermutet das diese Prozesse auch die Ausschüttung von endogenem DMT fördern könnten.

In der Zirbeldrüse von Toten konnte bislang kein DMT nachgewiesen werden, was allerdings auch an der Zeitspanne zwischen dem Tod und der Entnahme der Probe liegen kann.[7]

Auch Strassman, welche hierbei auch von esoterischen Vorstellungen inspiriert ist, gibt allerdings zu, dass auch andere Organe als mögliche Quelle des körpereigenen DMT in Frage kommen[8].

ReferenzenBearbeiten

  1. http://psycnet.apa.org/psycinfo/1974-25898-001
  2. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 93
  3. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 98
  4. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 114f
  5. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 105
  6. DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 116f
  7. DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 116
  8. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins, 2004, ISBN 3855029679, S. 126

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